#300 Pater Eberhard von Gemmingen – Jesuit und Journalist

Shownotes

Jahrzehntelang hat er den Deutschen den Papst erklärt: Pater Eberhard von Gemmingen. Der Jesuit und Journalist war fast 30 Jahre lang der Chef der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan in Rom und besonders zu Zeiten des deutschen Papstes Benedikt XIV. ein gefragter Gesprächspartner für die Medien. Heute lebt er in München und ist gerade am Karsamstag 90 Jahre alt geworden. In unserem Podcast Himmelklar guckt ein auf sein langes Leben zwischen Deutschland und dem Vatikan zurück.

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00:00:09: Ich denke schon seit ein paar Jahren immer mehr an Sterben, an Tod.

00:00:14: Wage mich ich habe ja noch drei Schwestern die alle so etwas so alt sind wie ich wäre von uns und als erster sterben oder ich lebe unter lauter Jeswitten und zwar eben vielen älteren Jeswiten und beobachte wie schwach schon manche Jüngere sind als ich.

00:00:33: also einfach das nachdenken über Krankheit und Sterben.

00:00:38: Man drängt sich auf und man darf das nicht verdrängen.

00:00:42: Ich wünsche mir, dass ich leicht und schnell sterbe oder dass ich nicht ewig lange im Bett legen muss oder Schmerzen habe.

00:00:49: Davor habe ich Angst vor dem Sterben als solcher... Ich hoffe, ich bekenne einfach jetzt, dass Jesus auf der anderen Seite steht und mich in seine Arme schließt!

00:01:02: Hier ist wieder Himmel klar, euer katholischer Podcast mit mir Hilde Regenita und heute mit einem Gast der seit neunzig Jahren Teil der katholischen Kirche ist.

00:01:11: Und der diese auch schon seit vielen Jahrzehnten beobachtet und beschreibt und immer wieder versucht einer breiten Öffentlichkeit zu erklären was und wie warum in der kATHOLISCHEN KIRCHE passiert.

00:01:24: Pater Eber hat von Gämmingen Jesuit, Medienmensch Menschenfreund.

00:01:28: herzlich willkommen hier bei Himmelklar!

00:01:30: Hallo, herzlich willkommen.

00:01:32: Vater Gaming seit diesem Khasamstag sind Sie neunzig Jahre alt.

00:01:36: wie fühlt sich das für sie an?

00:01:38: Also einerseits großartig weil es geht mir von meinen Alten erstaunlich gut aber natürlich spüre ich das Alter schon auch.

00:01:45: erstens mal meine Beine zweitens meine Ohren drittens bin ich vormittags vor allem sehr müde und ja es fällt alles ein bisschen schwerer Ich muss lang schlafen Aber es geht mir, wenn ich sehe andere Leute in diesem Alter im Vergleich zu den anderen, die es so sehen.

00:02:04: Es geht mir wahnsinnig gut!

00:02:06: Das ist sehr schön.

00:02:07: und jetzt gucken wir mal ein bisschen zurück.

00:02:09: Die deutsche Stimme des Papstes – so haben Sie viele genannt als sie noch Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Radiowatikan waren?

00:02:16: Von twointasztweiundachtzig bis zweitausendneun war das.

00:02:20: Finden Sie das gut, wenn Leute Sie bis heute so eine Erinnerung haben als den deutschen Parter in Rom?

00:02:25: Ja, Schon gut, das ist okay.

00:02:28: Ich meine Sie sollten auch dran denken dass sich nicht nur der deutsche Vater enorm war sondern eben auch ein Priester und Jesuit und Seelsorger und jemand der versucht etwas über Jesus Christus und Gottvater den Menschen zu vermitteln damit sie nicht nur dummes Zeug über die katholische Kirche wissen sondern das entscheidende Wissen.

00:02:51: und denn ich glaube daran fehlt es Ziemlich.

00:02:53: Fast

00:02:54: dreißig Jahre lang waren Sie also Chefredakteur der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan?

00:02:59: Wie sehen sie diese Zeit heute im Rückblick, wie wichtig war die für ihr Leben?

00:03:04: Für mein Leben war es sich sehr wichtig weil ich da wirklich, ich würde sagen, die Aufgabe meines Lebens gefunden habe.

00:03:10: Ich glaube das ist mir ganz gut gelungen Kommunikation zwischen dem Zentrum der Weltkirche Vatican und den Pepsen und den Hörern herzustellen.

00:03:23: Es gab drei Bereiche.

00:03:25: Erstens Information über das, was hinter Kirche los ist.

00:03:28: Zweitens Glaubensvermittlung.

00:03:31: und drittens soziale Hilfe für Einzelne aber auch für ganze Gruppen.

00:03:36: also das ist mir glaube ich ganz gut gelungen da etwas beizutragen.

00:03:40: jedenfalls haben viele höheren und höhere geschrieben dass sie zufrieden sind oder dann auch Fragen geschickt haben etc.

00:03:48: Sie sind ja aus Deutschland in den Vatikanen gekommen und damit sozusagen ins Herz der Weltkirche.

00:03:56: Wie war das damals für sie?

00:03:58: In erster Linie eine Horizont-Erweiterung ein über den eigenen Tellerrand hinaus schauen?

00:04:03: Ja, das war es!

00:04:04: Als ich ankam... hatte ich noch nie in meinem Leben Radio-Vatican gehört und kannte auch keinen Menschen, obwohl ich in einem katholischen Milieu groß geworden bin.

00:04:13: Der Radio-vatican gehörte.

00:04:14: Das heißt... Ich hatte den Eindruck das ist ein ganz lieber Sender aber denn hört eigentlich niemand oder nur ein paar ganz alte Leute oder konservative Leute oder wie auch immer hierher zu kommen.

00:04:25: weil in Rom hat man nicht nur Rom gerade die Nähe und die Belbs sind sondern man hat wirklich die Weltkirche rund herum.

00:04:32: da muss man gleich sagen im Radio-vatikan wurde von ungefähr thirty-fünf Sprachen ausgesendet.

00:04:39: Es gab unglaublich viele Sprachen und da waren wir sofort zusammen mit Menschen aus der ganzen

00:04:45: Welt.".

00:04:46: Sie haben das gerade eigentlich schon mal angedeutet, aber ich frage trotzdem nochmal was wollten sie als Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Radiowatikanen gern bewirken?

00:04:53: Ich glaube mein Hauptwunsch war diese Distanz zwischen vielen Katholiken in Deutschland und dem Vatikan zu überwinden weil Damals wie heute, damals vielleicht noch mehr als heute hatten viele Katholiken und Christen in Deutschland und Österreich und Schweiz eine große Skepsis gegen den Vatikaner.

00:05:15: Eine große innere Distanz.

00:05:16: Johannes Paul II galt als furchtbar konservativ Und damals waren schon die Themen ökumäne Frauenordinationen Kirche muss moderner werden muss Jugendansprechen.

00:05:28: Viele deutschsprachige Christen und Katholikens waren sehr zurückhaltend oder skeptisch oder ablehntgegenült im Vatikan.

00:05:36: Und das hat mich natürlich gereizt, da eine Brücke zu schlagen – wirklich eine gute geistige und seelische Brücke um die Kirche zusammenzuhalten jedenfalls zwischen dem deutschen Sprachraum und der Leitung der katholischen Kirchet in Päpsten.

00:05:51: Würden Sie sagen, dass hat es im Großen und Ganzen ganz gut geklappt?

00:05:55: Also wir bekamen sehr viel Post aus dem deutschen Spachraum.

00:05:59: Wir waren glaube ich die Abteilung die die meiste Briefe bekamen.

00:06:06: Und in die Briefer waren natürlich zu neunzig Prozent positiv,

00:06:10: d.h.,

00:06:11: Leute, die irgendwie etwas Fragen hatten an uns im Radiobatikan oder irgendeine Bitte hatten.

00:06:20: Die Rückmeldungen waren halt sehr positiv!

00:06:22: Die Leute, was gegen Vatikan und Papst hatten, haben sich nicht gemeldet – die allermeisten.

00:06:27: Also man hatte dann einen Eindruck, dein Tun ist nützlich hilfreich und wir bekamen sehr viel.

00:06:34: Ich meine jedenfalls sehr viel Zustimmung!

00:06:36: Viele,

00:06:37: die die deutschsprachige Redaktion von Radiowatikanen in ihrer Zeit kennengelernt haben.

00:06:42: Die haben die Atmosphäre dort als sehr, sehr familiär erlebt inklusive ich denn ich war auch mal zwei Jahre als Redakteurin in ihrer Redaktionen und legendär waren da zum Beispiel die Redaktionsausflüge zum Lago di Bracciano zum Bracciana-See.

00:06:56: Leute wir fahren zum See haben sie dann gesagt und dann fuhren wir zum See zum Schwimmen und Spaghetti essen.

00:07:01: das war wirklich immer sehr schön.

00:07:03: wie gern denken Sie an diese Zeit zurück?

00:07:05: Ja natürlich Also, als ich kam war die Redaktion personell ein bisschen kleiner.

00:07:12: Ich konnte dann eine Stelle dazu bekommen und das Amt der Sekretärin abschaffen.

00:07:20: statt der Sekreterin gab es eben einen Redakteur in Meer.

00:07:26: Die älteren Leute, die dort waren als ich kam, gingen in Ruhe stand.

00:07:32: Und es haben sich seltsamerweise wirklich sehr erstaunlicher Weise immer wieder junge Männer und Frauen gemeldet, die nach ihrem Studium so mit etwa fünfundzwanzig Jahren bei uns angeklopft haben und gefragt, kann ich vielleicht mal Radioatikaren arbeiten?

00:07:48: Ein großer Grund dafür war natürlich das man gerne in Rom lebt oder in Italien und Spaghetti ist Und als Meer fahren kann, also unterstanden immer wieder die ganzen vielen Jahre junge Männer und Frauen da nach dem Studium.

00:08:05: vier, fünf, sechs Jahre bei Radioatikaren gearbeitet haben.

00:08:08: Wir haben dann einen Ehepartner gefunden oder sind irgendwo in den Medien aufgestiegen anderswo ihn.

00:08:14: also ein großer Wechsel aber nicht aus Ärger und Frustration sondern weil halt junge Menschen eben entweder heiraten oder Barriere aufsteigen.

00:08:23: Also es war sehr dynamisch sehr nett und wir waren wirklich ein fröhliches Team.

00:08:30: die Ausflüge an dem Patschana See zum Schwimmen Ich kann nur allen Hörerinnen und Hörern sagen, bitteschön nicht als Meer fahren.

00:08:38: Das Meer ist langweilig in der Nähe von Rom, sondern ein paar Schaden, das ist wunderbar schöner.

00:08:43: oder auch in die Berge.

00:08:45: Man sieht von Rom aus, sieht man wunderbare Berge von zweitausend Meter Höhe.

00:08:49: In München sieht man die Bergen nur wenn man ganz hoch hinaufsteckt.

00:08:53: Also Rom hat ganz andere Freizeitmöglichkeiten als das Klischee so sagt.

00:08:58: Sie haben immer wieder einen Satz gesagt, den ich sehr gerne erinnere Kinder ist das Leben schön, unerträglich schön und er kam aus ganzer Seele schien mir.

00:09:07: Ja jedenfalls damals.

00:09:10: ja es ging mir gut ich war gesund es ließ sich gut arbeiten.

00:09:16: also ist nett dass sie das sich so erinnern.

00:09:19: heute würde ich vielleicht nicht mehr so hinausbrüllen weil ich eher ein bisschen skeptisch in die Welt schaue weil so vieles nicht nur die Kriege sondern auch die Dummheiten im Zoo Die Oberflächlichkeiten im Zoo, die Demokratie sind Gefahr.

00:09:33: Also dieses Kind ist die Welt schön fällt mir heute schwerer zu sagen.

00:09:38: Darauf kommen wir später nochmal zurück wie Sie heute auf die Welt blicken.

00:09:41: jetzt möchte ich noch ein bisschen mit Ihnen in Rom bleiben und Ich persönlich habe sehr klar vor Augen noch das Bild Wie sie da auf ihrer Vespa durch Rom flitzen.

00:09:50: Und als sie achtzig Jahre alt geworden sind vor zehn Jahren Da haben sie auf die Frage wie sehr ihnen Rom fehlt denn da waren sie schon zurück in Deutschland gesagt Ich vermisse Rom, die Stadtrom.

00:10:02: Die Altstadt von Rom.

00:10:04: Dort ird immer noch meine Seele durch die Straßen.

00:10:06: Ich habe das nicht geahnt als ich von Rom weggegangen bin, dass doch meine SeeLE dort geblieben ist und bleibt.

00:10:13: Wie sieht es heute aus?

00:10:14: Ist Ihre Seele noch in Rom unterwegs?

00:10:19: Nicht mehr ganz so viel.

00:10:20: Aber ich habe Gott sei Dank Google Earth entdeckt Und gehe manchmal durch Rom spazieren oder komme eben von einem Satelliten runter auf Rom Auf dem Petersplatz, auf die Straßen wo ich jeden Tag gegangen bin.

00:10:35: Also psychologisch meine Seele nimmer so viel in Rom.

00:10:39: aber in Rom spazieren gehen mit Google Earth macht mir schon großen Spaß immer noch.

00:10:46: Mittlerweile sind Sie seit siebzehn Jahren schon zurück in Deutschland.

00:10:50: fühlen sich denn heute auch wieder zu Hause hier also in München?

00:10:54: ist das wo Sie seitdem leben?

00:10:56: Ja ich fühl mich schon Zuhause Allerdings hier älter.

00:10:59: ich werde ja.

00:10:59: umso mehr merke ich, dass mir eigentlich das Leben in einer Stadt also so eine Stadt wie München.

00:11:06: München hat ja den Ruf sehr gemütlich und schön zu sein aber das gilt vielleicht nur für die innerste Innenstadt.

00:11:13: da wo ich wohne ist es gar nicht gemütlicher bei Heimerick sondern statt.

00:11:20: ich seh nämlich immermehr nach einem Leben in einem Dorf oder Dort, wo man einen Wald ranzieht.

00:11:25: Wo man eine große Wiese sieht.

00:11:27: Wo ein Hügel und Berge sieht.

00:11:29: Und das sieht man halt in der Stadt nicht.

00:11:32: In dem Sinn bin ich hier aber... Ich bin sehr glücklich, wenn ich mit der S-Bahn aus der Stadt hinauskomme.

00:11:39: Wenn ich eine grüne Wiese sehe und eine große weite Fläche, dann atme ich auf und erst recht mir in die Berge sehe oder ein See.

00:11:47: Und das sieht man halt nicht in der Stadt.

00:11:49: In der Stadt sind nur Häuser und oft scheißliche Häuser.

00:11:52: Scheißlichste Häuser!

00:11:54: Papst Franziskus, ein Jesuit wie sie.

00:11:56: Der wurde gewählt nachdem Sie schon wieder in Deutschland waren.

00:12:00: Jetzt leitet mit Leo XIV einen US-Amerikaner die katholische Kirche.

00:12:04: Wie blicken Sie heute auf den Vatikanen und die Geschehnisse dort?

00:12:08: Fühlt sich das für Sie jetzt ziemlich weit weg an?

00:12:10: So kann ich es nicht beantworten.

00:12:12: aber Ich finde es schon sehr interessant dass nach Jahrhunderten italienischer Päpste dann plötzlich ein Pole gewählt wurde, übrigens wahrscheinlich auf den Rat von Kardinal König aus Wien.

00:12:25: Ein Pole und dann ein Deutscher und dann eine Argentinier und jetzt ein US-Amerikaner.

00:12:30: Das zeigt mir schon dass die katholische Kirche lebendig ist und zwar Leo ebenso wie Benedict wurden in vier Wahlgängen gewählt.

00:12:39: das heißt die Gardenele haben überhaupt nicht gestritten sondern sich sehr schnell geeinigt.

00:12:43: Das, was in den Zeitungen steht, dass sie kardinelle Karriere machen wollen und streiten ist dummer Quatsch.

00:12:49: Also das diese Wahlgänge so schnell gingen, dass man sich so schnell geeinigt hat, ist ein Zeichen der guten Gemeinsamkeit und Intelligenz.

00:12:58: Und also traut nicht den Medien die schreien,

00:13:05: Bald jährt sich ja die Wahl Leos zum ersten Mal.

00:13:08: Wie haben Sie diesen neuen Papst Leo bisher erlebt?

00:13:11: Und was glauben sie?

00:13:12: in welche Richtung wird er sich entwickeln und die Weltkirche mitnehmen?

00:13:15: Das weiß ich nicht!

00:13:17: Ich meine, er wird eine gewisse Einseitigkeit von Franziskus zurücklassen.

00:13:23: Franziskuss war halt extrem positioniert für die Armen.

00:13:27: das war wunderschön Aber es war schon eine Einseitigkeit und Franziskus hat ununterbrochen Interviews gegeben.

00:13:35: Und das ist sehr fragwürdig, weil alles was ein Papst sagt steht gleich in der Zeitung und vielleicht verkürzt und einseitig also Franziskuss hat gute Akzente gesetzt aber es fehlte immer ein bisschen die Zurückhaltung die Habs Benedikt in besonderer Weise hatte.

00:13:56: Ich glaube, Papst Leo wird ein bisschen wieder von dieser Einseitigkeit zurückgehen.

00:14:03: Lassen Sie uns nochmal zurückschauen auf Ihre Zeit in Rom!

00:14:06: Die längste Zeit haben sie als Papst Johannes Paul

00:14:09: II.,

00:14:10: den Sie gerade schon erwähnt haben, medial begleitet.

00:14:13: Das war eine sehr spannende Zeit.

00:14:14: die vielen Auslandsreisen, seine Rolle im Kalten Krieg, seine großen Gesten... Und sehr, sehr intensive Augenblicke haben sie dann erlebt als er nach langer öffentlich gelebter Krankheit im Jahr zweitausendfünf gestorben ist.

00:14:27: Damals war wirklich ganz Rom im Ausnahmezustand – wie erinnern Sie diese Tage damals rund um Papst tot?

00:14:33: Beerdigung und Konklave!

00:14:35: Es war vielleicht der größte beeindruckendste Tag oder Stunden, als was Johannes Brandt II.

00:14:44: beerdigt wurde bzw.

00:14:45: als Riekwürm gefeiert wurde auf dem Petersplatz.

00:14:48: Ich glaube, es kamen Millionen von Menschen aus der ganzen Welt nach Home zu dieser Beerdigung und hunderte vielleicht sogar Tausende von Politikern, hohen Politikern kamen.

00:15:00: Es war ein gutes Wetter auf dem Petersplatz, das wehte einen kräftigen Wind und vor dem Petersdom stand eben an Altar und vor einem Altar der Sarg von Johannes Paul II.

00:15:10: Und auf dem Sarg lag ein schönes Buch in dessen Blättern der Wind ... gewählt hat und die Blätter umgeblättern.

00:15:19: Und ich stand zusammen mit Kollegen von Radiomatikern und anderen Journalisten im Garten von unser Jeswitten, und habe runtergeschaut auf den Petersplatz.

00:15:28: Das war wirklich sehr, sehr beeindruckend weil eben man da bei der Beerdigung gesehen hat welche riesige Rolle aufs Johannes Paul II für die Weltkultur, die Weltpolitik, die weltgeschichte gespielt hat.

00:15:42: als das konnte man ja eigentlich schüllenweil suchen Unendlich viele Menschen da waren und nicht nur fromme liebe Leute, sondern eben auch politisch engagierte Politiker, Staatsoberhäuber in großer Masse.

00:15:56: Das war für mich wirklich außerordentlich eindrucksvoll.

00:16:00: Es hat sich einfach dargezeigt dass ohne Waffen, ohne Panzer- und Flugzeuge ein Mensch Weltgeschichte mitprägen kann.

00:16:10: das hat Johannes Paul II wie er sich zu einem polnischen Gewerkschaft der Arbeiter gestellt hat und den Führer Lech Wałęsa unterstützt hat.

00:16:21: Also, er hat mit Worten vor allem mit dem Wort fürchtet euch nicht.

00:16:26: Fürchtet ihr euch nicht!

00:16:27: Hat so den ganzen Ostblock aufmobilisiert um gegen die Diktatoren aufzustehen.

00:16:34: Als dann mit Josef Ratzinger ein Deutscher als Papst Benedig der Sechzehnte Neuer Papst wurde, da waren sie im Vatikan ein äußerst gefragter Gesprächspartner und ja einen Benedikt-Erklärer.

00:16:49: Sie haben sogar das erste offizielle Interview mit ihm geführt.

00:16:52: Was hat Ihnen das bedeutet?

00:16:54: Ja, das hat mir schon viel bedeutet weil ich kannte Ratzinger persönlich oder er kannte mich auch seit Tübingen.

00:17:01: Ich habe in Tüwingen mal bei ihm als Herr Professor war, Tee getrunken nachmittag Und wir sind uns dann manchmal auf dem Petersprass begegnet, solange er Kardinal war.

00:17:11: Ich habe ihn mehrfach als Kardinal interviewt.

00:17:14: Einmal hat er mich an Weihnachten zum Abendessen eingeladen und als die Zeit kam zu einem Konklave wo viele gesagt haben Ratzinger wird ab dem nächsten Papst werden, hab ich das für durchaus möglich gehalten weil Ratzänger kein Kajarist ist.

00:17:32: Er ist zwar sehr wirklich bemüht um die Rechtgläubigkeit zu waren und zu garantieren.

00:17:39: Aber alle Gardinäle und im Partigan wussten, der Mann will nicht aufsteigen sondern will nach Deutschland zurückkommen um wieder Professor zu sein.

00:17:49: aber natürlich kamen aus Deutschland die Stimmungen um Gottes Willenratzingerwirt Papst das heißt es geht zurück.

00:17:55: wohin können wir die Kumene gehen?

00:17:57: zugrunde also es kamen diese meistens oberflächlichen und nicht gerade intelligenten Stimmen aus dem deutschen Sprachraum, während aus der ganzen anderen Welt im allgemeinen Spannung und Interesse kam.

00:18:11: Und ich stand so ein bisschen dazwischen zwischen der Stimmung gegen Ratzinger aus dem Deutschen Sprachhaum und den vielen Stimmen pro Ratziger.

00:18:19: Da kamen über vermutlich viele Anfragen an den Pressesprecher vom Vatikaner.

00:18:24: Wir möchten gerne einen Interview machen mit dem neuen Papst Benedikt Und dann hat der sehr intelligente Chef des Brezesales, Pater Lombardi gesagt.

00:18:34: Das machen wir also auf Deutsch und nicht mit dem bayerischen Rundfunk oder dem ansonsten einem Rundfunkel, sondern das machen wir gerade über die Kanne.

00:18:42: Dann wurde ich gebeten, dass aus dem Papst Interview.

00:18:46: Also es fiel mir in den Schoß.

00:18:47: Ich hatte mich gar nicht darum bemüht weil ich wusste, da zerren so viele dran.

00:18:51: Es nützt nichts wenn ich daran zerre.

00:18:53: Und das war ein Hörfunkinterview einfach und schnell.

00:18:56: In einer halben Stunde alles war vorbei Und dann kam das Fernsehinterview.

00:19:01: Fernseheranstalten aus aller Welt wollten mit ihm ein großes Interview und dann wurde wieder gesagt nicht auf italienisch oder englisch, sondern auf deutsch.

00:19:10: Dann wurden die Chefs von ARD ZDF Deutsche Welle und Radio Vatikan Deutsch gefragt in den Papst zu interviewen.

00:19:18: also zu viert hier interviewer und wir haben unsere Fragen abgestimmt und die Reihenfolge und es musste gerecht sein dass kein Sender mehr als andere hatte.

00:19:28: Und es war leider furchtbar langweilig, weil die Leiter der Rundfunkansteigen eben nur ihre Fragen vorgelesen haben.

00:19:38: Die ihre Profis in den geschrieben haben, denn die Leite von ARD und ZDF waren keine Theologen.

00:19:45: Der Papst hat geantwortet wie ein Einzelschüler – aber es war wirklich langweillig, da das überhaupt nicht lebendig war!

00:19:51: Und nach einer Stunde hat man sich dann die Hand gegeben.

00:19:59: Es war wirklich ganz schlecht gemacht, der Einzige, der ein bisschen Temperament reingebracht hat, muss ich sagen, war ich selber weil Ratzinger kannte mich und ich konnte halt auch eine Rückfrage stellen und ein bissel ins Gespräch

00:20:13: kommen.".

00:20:14: Sie waren ja damals als Deutscher Jesuit in Rom einer, der wirklich in beiden Welten zu Hause war.

00:20:19: In der Deutschen genauso wie dann längst in der Vatikanischen.

00:20:22: Haben sie sich?

00:20:23: Das haben sie eben eigentlich auch schon mal gesagt.

00:20:24: aber ich frag noch einmal da als eine Art Vermittler vielleicht auch als Übersetzergefühl zwischen diesen beiden Weltern, zwischen diesen Mentalitäten?

00:20:32: Ja, Übersetzen ist vielleicht nicht das Richtige Wort sondern Vermittlern.

00:20:36: Der Versuch zur Verminselung dass die Welt also nahezu alle Länder dieser Welt ökumenische Problem oder die Spaltungsfrage, so wie wir im deutschen Sprachraum.

00:20:49: Weil da gibt es entweder nur Katoliken und vielleicht ein ganz paar kleine Splitterkirchen oder in den USA gibt es große nicht katholische Kirchen aber nicht zwei.

00:21:00: Und es wurden in der ganzen Welt auch nicht so viele ökumanische Bemühungen wegen dieser Spaltung wie im deutschen.

00:21:10: Für mich war halt der deutsche Sprachraum schon etwas anders als viele andere Länder, vor allem ich muss sich überlegen.

00:21:17: Der ganze Ostblock solange der Kommunismus noch herrschte, war von vornherein gegen die Regierungen und pro Westen und pro die Katholiken in den Polen, vorallem aber auch Ungarn und Slowakai und Slovenien und Kroatien ärztkatholisch.

00:21:35: also es waren ganz andere Welten

00:21:38: Und Sie konnten dann als Deutscher Pater aber den internationalen Kollegen Jesuiten oder eben anderen Kirchenleuten erklären, hört mal so und so ticken die Deutschen.

00:21:47: Ja ich konnte das ein bisschen vermitzen.

00:21:50: Ich war auch glaube ich bei den montäglichen Redaktionsbesprechungen, wo von jeder Sprachabteilung einer dabei war relativ häufig was sagen Weil die anderen waren erstaunlich weigsam und haben einfach nur zugehört, was die Direktion gesagt hat.

00:22:06: Aber ich meine, ich hätte öfters halt etwas beigetragen um es zu verlebendigen in der Zusammenkunft.

00:22:13: Sie haben ja gerade als einen wesentlichen Unterschied die besondere ökumenische Situation in Deutschland genannt.

00:22:19: aber abgesehen davon worin besteht in ihren Augen der Mentalitätsunterschied, vor allem jetzt zwischen deutschen Kirchenleuten einerseits und italienischen Vatikanischen vielleicht auch weltkirchlichen andererseits.

00:22:31: Ja also natürlich erstens in der Frage der Ökmäne oder der Kirchenspaltung.

00:22:36: wir Deutsche hatten nach dem Zweiten Weltkrieg ebenso wie die Franzosen ganz herausragende Theologen Und für die Franzose und die Deutschen haben auch beim zweiten vatikanischem Konzil eine große Rolle gespielt.

00:22:50: theologisch Und dadurch unterschieden sie sich halt auch von vielen anderen Ländern, weil die Uhren gehen in den verschiedenen Ländern sehr anders.

00:23:00: Lateinamerika war damals noch ganz oder sehr katholisch Nordamerika anders ich weiß es nicht aber der ganze Ostblock war eben Ostblock Kirchen unterdrückt Afrika und Asien spielte theologisch noch eine minimale Rolle.

00:23:18: also einfach diese Theologischen Differenzen oder auch Bildungsmäßigen Differenz.

00:23:25: Ich meine, dass es theologische Fakultäten an staatlichen Universitäten gibt.

00:23:30: das ist in der ganzen Welt kaum entwickelt.

00:23:33: also wie viel oder wenig?

00:23:34: weil es gibt katholische Universitäten aber staatliche Universitäten wo große theologischen Fakulitäten sind gibt's wohl weltweit wenig.

00:23:43: Das ist schon mal ein Hintergrund um zu zeigen die Uhren gehen verschieden wir halt auch verschiedene kulturelle geschichtliche Hintergründe haben.

00:23:53: Jetzt habe ich oft auch gehört, die Deutschen wollen immer so konkrete Dinge durchboxen.

00:23:59: Die sind immer so direkt und hier im Vatikan in Rom funktioniert das anders mit der Kommunikation?

00:24:06: Ja man kann schon sagen da war im Vatekan sind natürlich viele Theologen, die das überkommene festhalten wollen und neue Gedankengänge der Aufklärung.

00:24:20: Also gerade das Wort Aufklärungen ist ja, oder die Aufklärungszuhause im deutschen Sprachraum und in Frankreich ein bisschen in Großbritannien aber aufklärung gut in Italien gab es wohl auch ein paar Aufklärer aber spielte keine so große Rolle wie im deutschen sprachraum.

00:24:41: Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.

00:24:44: Das sagen wir oft so daher.

00:24:45: Sie haben tatsächlich in den wirklich großen Schritt für Sie gemacht, indem sie nämlich von Rom nach München gegangen sind?

00:24:53: Wie schwer war das damals für Sie?

00:24:55: Es war erstaunlicherweise nicht schwer weil ich mir sagte, ich war da seventy- vier Jahre alt und habe gesagt naja also siebenundzwanzig jahre das reicht auch.

00:25:06: Und vor allem bekam ich in Deutschland von der Yazutten-Provinzial die Aufgabe, die Freunde der Yazuthen zu betreuen.

00:25:13: Das heißt, die Spenderinnen und Spender, die uns am Leben erhalten und habe mich ein bisschen gewundert das man einen seventyjährigen noch beauftragt also Fundraising in die Hand zu nehmen.

00:25:24: Deswegen war der Übergang nach Deutschland für mich gar nicht schwer weil ich merkte braucht eingesetzt und das tut gut.

00:25:34: Also Abschied war einerseits schon schmerzlich, aber keine Katastrophe.

00:25:39: Also Ruhestand war ja dann auch überhaupt noch gar nicht angesagt?

00:25:41: Sie haben Fun-Crazing gemacht, sie haben sich dann selber immer Battle-Mönch genannt.

00:25:45: Das finde ich auch ganz lustig!

00:25:47: Es war auch relativ einfach weil viele Jesüten Freundinnen und Freunde mich kannten von meiner Stimme kannten oder vom Fernsehen her kannten.

00:25:57: dadurch wurde ich gerne aufgenommen Und habe das gerne gemacht.

00:26:03: Außerdem sind sie immer gern und bis ins hohe Alter in der Gegend rum gereist, einfach rumsitzen die Hände in den Schoß legen – das ist nicht ihr Ding!

00:26:11: Aber was wollten Sie noch alles angucken?

00:26:13: Was noch so alles entdecken auf Ihren vielen Reisen?

00:26:16: Also ich habe wirklich in den ersten Jahren nach Rom da bin auch mit dem Auto noch viel rumgekommen für Vorträge über den Vatikanen in allen möglichen Orten Auch dies und jenes rechts und links von der Straße angeschaut, weil ich mir sagte jetzt hast du eigentlich Zeit und lerne Deutschland mal kennen oder auch Österreich und Schweiz.

00:26:40: Ich war halt neugierig.

00:26:43: Ich habe keine super Reisen gemacht, wo doch schon gerade in die ehemalige DDR.

00:26:50: da bin ich schon um die Städte kennenzulernen Leipzig und Dresden und Rostock und ich weiß nicht was alles.

00:26:58: Also, ja ich habe neben meiner Arbeit eben auch Zeit genommen dies und jenes anzuschauen.

00:27:04: Auch im Süden und Norden Deutschlands.

00:27:07: Und jetzt da muss sich einfügen was... Ich hab' ja auch vierzig Jahre lang mit Familienferien in Tirol gemacht.

00:27:15: Auch von Rom aus immer vierzehn Tage in Tiohl-Ferien Mit Familien von der Aktion dreieinundsechzig vom Vater Lepich und das war einmal eine große Gauldi muss ich sagen Weil da kamen halt viele, die sich schon kannten.

00:27:29: Und im Sommer war vielleicht insgesamt drei bis vier Wochen und ich war vierzehn Tage lang dabei.

00:27:36: Das war sehr schön!

00:27:37: Sie haben dann immer wieder auch Bücher geschrieben über wichtige Christen in der Welt zum Beispiel über christliche Kunst.

00:27:44: Hatten sie eine grundlegende Botschaft, die sie unter die Leute bringen wollten?

00:27:48: Um es ein bisschen provozieren zu sagen Ich möchte versuchen, die Unkenntnis, die Dummheit, die unkenntnis zu überwinden.

00:27:57: Also, ich muss noch ein bisschen aufzählen die Bücher.

00:28:01: des Erste Buch und was ich mich jetzt erinnere ist.

00:28:04: Ein Buch über Heilige in Rom wo ich eben in bestimmte Kirchen gehe, wo die Heiligen verehrt werden oder wo Erinnerungen an diese Heiligen sind.

00:28:14: Das zweite heißt Christen verändern die Welt Nachdem viele Menschen meinen dass es mit der Kirche langsam zu Ende geht weil die Kirche von vorgestern ist.

00:28:25: Deswegen wollte ich mal zeigen, wie viel herausragende Christen, katholische Evangelisch in Mitteleuropa unsere Welt geprägt haben durch Soziale Tätigkeit, durch Bildungstätigkeit und durch Räumigkeit auch.

00:28:43: Also da sind ungefähr hundertvierzig Leute zwischen Königsberg und Bricson.

00:28:48: also Mitteleuropa, Österreich und Schweiz sind auch dabei.

00:28:51: Und das Letzte war das heilige Schwaber-Ländle.

00:28:54: nachdem ich in München lebe und die Oberbayern vor allem unglaublich gute Selbstbewusstsein haben und meinen außerhalb von Bayern gibt es überhaupt nichts, wollte ich denen mal zeigen dass es im Schwabenland unendlich viele gescheite gebildete engagierte tolle Leute gibt.

00:29:12: zum Beispiel die Geschwister Scholle den Aufstand gegen Hitler da machen wollten, war natürlich Schwaben und die Familie Weizsäcke ist aus dem Schwabenland unter Staufenberg.

00:29:24: Ich wollte einfach stolz sein dass ich selber aus dem schwaben Land komme und so ja ich möchte ein bisschen gegen die Unbildung ankämpfen.

00:29:35: Sie selbst sind Jahrgang, und in eine Familie hineingeboren, in der Glaube und Gemeinschaft gelebter Glaube ganz selbstverständlich waren.

00:29:43: Sie haben über Jahrzehnte miterlebt und mitverfolgt wie dieser Glaube in der Gesellschaft an Gewicht verloren hat.

00:29:50: Wie erklären sie sich diesen Bedeutungsverlust?

00:29:52: Also man muss davon ausgehen dass eben jahrhundertelang der normale Europäer ein Christ war, katholisch oder evangelisch im deutschen Sprachraum Einfach zu einem Kirchenmitglied war.

00:30:08: Und deswegen Sonntags in die Kirche ging, vor allem die Katholiken aber die Evangelischen auch mit.

00:30:12: Das war einfach so selbstverständlich wie das Morgensaufstehen und das Abendsitzwettgehen.

00:30:17: Das heißt es waren keine persönlichen Entscheidungen von einzelnen Christen sondern mann gehörte dazu.

00:30:24: alle wurden getauft alle waren dann bei der Erstkomunion oder beim ersten Abendmahl und wurden gefirmt und christlich beerdigt.

00:30:35: So, diese Selbstverständlichkeit ist zusammengebrochen im Zusammenhang mit größerem Wohlstand, Reichtum, Freizeit.

00:30:45: ab von der Neunzehnteinhundertfünfzig oder Sechzig hatten fast alle Familien ein Auto und sind am Sonntag ins Grüne gefahren oder in Ferien nach Italien.

00:30:57: also dieses selbstverständliche Kirchliche Leben ist zusammengebrochen, weil es eben auch nicht tief grundlich begründet war.

00:31:07: Vor allem Katholiken hatten Angst in die Hölle zu kommen wenn sie am Sonntag nicht in die Messe gehen und die Gebildeten waren aufgeklärt, kannten den Kant und sagten das Glaube lässt sich nicht rational begründen oder ist sogar rational unsinnig.

00:31:26: Und die Gebildeten führen ja doch im Allgemeinen das Denken in einem Lande an.

00:31:32: und so ist es einfach zusammengebrochen, was Jahrhunderts lang üblich war.

00:31:37: Man könnte vielleicht auch sagen dass sich die Kirche von der Lebenswirklichkeit der Menschen entfernt hat?

00:31:43: Ist es dann nicht doch nötig, dass die Kirsche sich erneuert echte Reformen anstößt um die Menschen eben wieder zu erreichen?

00:31:50: Ja, aber die Hauptreformen – ich nehme euch das Wort Reformen – besteht darin, dass das Grundwissen was eigentlich Christentum bedeutet.

00:32:02: Christlicher Glaube bedeutet es, dass dieses Grundwissens vorhanden ist und dieses Grund Wissen ist meiner Ansicht nach leider weitgehend nicht vorhandene.

00:32:11: Also sagen wir die allermeisten getauften Wissen Frauen dürfen nicht Priester werden, Priester haben leider Kindermissbruch.

00:32:20: Rom bestimmt wo es lang geht und so als gibt Gebote wenn du die hältst dann kommst in den Himmel, wenn du nicht die hältest kommst sie in die Hölle.

00:32:28: aber wer Jesus Christus ist?

00:32:30: ich nenne Jesus Christes einen entscheidenden Kulturpräger Europas also wichtiger als Platon und Zitzero und große Denker.

00:32:41: Jesus Christus hat Europa geprägt.

00:32:44: Dieses Wort, das heißt sein nächstes lieben will ich selbst ist ein Kulturwort und davon gelingt uns Kirchenleuten viel zu schlecht dieses Grundwissen zu vermitteln weil der Religionsunterricht in der Regel mit vierzehn, fünfzehnt, sechzehn Jahren aufhört.

00:33:05: aber es müsste eigentlich einsetzen mit zwanzig, einundzwanzig zweinzwanziger wenn die Menschen über die Pubertät hinaus sind und beginnen, sich vom Elternhaus abzulösen und selber eine Weltanschauung zu entwickeln.

00:33:19: Also sag mal ich schiebe ruhig die Schuld auf uns Kirchenleuten.

00:33:24: das ist uns bei besten Willen nicht gelingt.

00:33:27: Grundinformationen es ist noch gar nicht Glauben sondern Grundinformationen über Christentum.

00:33:35: Sie

00:33:35: haben ja gerade die Frauen erwähnt.

00:33:37: Frauen in der katholischen Kirche, warum sollte sich eine junge Frau heute einer Institution zuwenden, die ihr den Zugang zu zentralen Entscheidungseimtern immer

00:33:45: noch verwehrt?

00:33:46: Also das können Frauen vielleicht nur akzeptieren wenn sie wirklich.

00:33:51: es ist schwer zu akzeptiert ich gebe das gerne zu dass für junge oder auch ältere Frauen Einfach schwierig ist, dass bis jetzt sie nicht Priesterinnen werden dürfen.

00:34:03: Man kann vielleicht ein bisschen verstehen wenn man wirklich von Jesus Christus mehr weiß und die Bedeutung der Frauen... Ich würde sagen ich sage mal ganz ruhig provozierend Die größten Kulturpräge im laufs der Jahrhunderte sind Mütter!

00:34:21: Also weil wenn es einer Mutter wirklich gelingt Und das ist ja auch schwer, mehrere Kinder gut in die Welt hineinzubringen zusammen mit dem Vater.

00:34:34: Das ist eine Riesenaufgabe und davon hängt viel mehr Arbeit vom Kirchenleben!

00:34:39: Ich habe Sie immer als jemand erlebt der sich ganz persönlich dafür einsetzt dass christliche Werte Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst zum Beispiel weiter leben weitergegeben werden.

00:34:49: Warum ist das so wichtig?

00:34:50: Was wird aus dieser Welt wenn uns Gott und Glaube noch weiter verloren gehen?

00:34:54: Warum ist das so wichtig?

00:34:56: Ja, ich glaube eben die Menschheit in allen Kontinenten braucht eine weltlandschauliche Grundüberzeugung.

00:35:06: Ohne eine Grundüberfolgung geht es nicht und die Grundüberzeugungen sind rund um den Klobus oft oder weitestgehend religiös begründet.

00:35:17: Die Gnesen, die Japaner, die Intender, die Araber vor allem oder muslimischen Araber Aber auch in Afrika die Stämme, also ohne eine intellektuelle Weltanschauung.

00:35:33: Eine Begründung wozu bin ich auf Erden?

00:35:36: Was soll ich eigentlich?

00:35:38: Warum soll ich nicht klauen?

00:35:39: Warum sollte ich nicht betrügen?

00:35:42: Das braucht eine Dimenscheid.

00:35:47: Sie braucht Normen und zwar nicht nur Normen sondern auch einen Hintergrund ein geistigen Hintergrund.

00:35:53: warum?

00:35:54: Es gibt nicht nur Normen, weil die Polizisers kommen.

00:35:57: Sondern weil ich vernünftig mehr als ein Tier leben kann, wenn ich eine Weltanschauung und Verständnis vom Kosmos von der Menschheit habe.

00:36:15: Das gehört einfach zu Menschen.

00:36:17: Sie haben jetzt ihren neunzigsten Geburtstag gefeiert, sich hoffentlich auch ordentlich feiern lassen.

00:36:21: Und dieser runde Geburtstag, der fällt ja in einer Zeit die Fehler als Zeit multipler Krisen erleben, die diversen Kriege das Auseinanderdriften der Gesellschaft große Unzufriedenheit so vieler erleben sie persönlich?

00:36:34: Die Welt aktuell auch vor allem als eine krisenhafte?

00:36:37: Ja sehr und zwar nicht nur die kriege.

00:36:40: also ein Präsident Trump, der sehr seltsam ist und ein Putin, der wirklich böse ist.

00:36:49: Also nicht nur die Kriegige Ukraine nahe Osten, mittlere Osten Sudan sondern das zum Beispiel ich habe gestern erst gelesen Kinder nach der Volksschule nicht lesen und schreiben können da kommen sie ins Gymnasium Und wenn Sie das Gymnasiums abschließen sind es längst nicht vorbereitet auf die Universität.

00:37:09: Das ist seit langem bekannt.

00:37:11: dass Schulsystem funktioniert nicht mehr.

00:37:15: Warum?

00:37:16: Weil Jugendliche und Kinder ununterbrochen abgerenkt sind von was anderem.

00:37:21: In der guten alten Zeit war das Leben halt langweilig, da war die Schule auch eine gewisse Unterhaltung und es gab Druck von den Eltern.

00:37:29: und die Eltern haben auch ihre Autorität ausgespielt.

00:37:34: und heute übertreiben wir wohl manchmal Du musst Rücksicht nehmen auf das Kind und du darfst das Kind dich überfordern.

00:37:42: Also der Niedergang an Grundbildung und Grundwissen, und der Wunsch immer alles essen und trinken zu können was man Lust hat.

00:37:53: Die Armut früher war halt auch nicht gut aber die Begrenzung eine normale bürgerliche Familie vor fünfzig oder hundert Jahren hat halt Grenzen erlebt und für viele Menschen sind heute irgendwo... Es gibt unendlich viele Arme, aber es gibt auch unendliche Leute die jeden Tag zwei, drei, vier, fünf Bier trinken müssen oder viel Wein etc.

00:38:18: Also leider bin ich kulturskeptisch vor allem das Bildungswesen so den Berg hinunter geht.

00:38:27: Das also macht ihnen große Sorge.

00:38:28: was erfüllt sie dagegen mit Hoffnung?

00:38:31: Also Hoffnung geben mir jetzt im kirchlichen Bereich einige erstaunliche Aufbrüche.

00:38:37: Neue Anfänge, also deinen Augsburg gibt es das berühmte Gebetshaus wo Tausende von jungen Menschen hinkommen zum Beten und zwar tagelang.

00:38:47: Das ist ein kleines Zeichen aber auch dass die Rückkehr von Religion weltweit vielleicht unsichtbar doch da ist.

00:39:00: In ganz anderer Weise, Jahrhundertelang war das allgemein üblich zu beten.

00:39:08: Heute haucht es da und dort auf.

00:39:13: die Erwachsenen, die heute in eine Messe gehen kommen freiwillig jedenfalls in den Städten.

00:39:18: Die kommen nicht aus Zwang und Pflicht sondern sie kommen frei willig.

00:39:21: Und das ist wunderbar dass die Freiwilligkeit eigene Wunsch, da etwas zum Evangelium mitzunehmen so vorhanden ist.

00:39:31: Lassen

00:39:32: Sie uns noch mal was Alter sprechen?

00:39:34: Alt werden ist nichts für Feiglinge.

00:39:36: das hat der Schauspieler Joachim Fuchsberger schon vor langer langer Zeit mal auf einem Buchtitel so formuliert.

00:39:42: Hat er recht ist dass älter und alt werden wirklich so eine große Herausforderung?

00:39:46: Also ich glaube es ist verschieden, weil wenn man sehr gesund ist so wie ich bin, ist die Herausforderung geringer.

00:39:52: Aber wenn nicht so sehe viele andere Leute meines Alters, die aufgrücken oder stöcken und der Rollator durch die Stadt gehen, ist halt schon mühsam.

00:40:02: Die Verringerung der Kraft anzunehmen, das Alter anzunemen, ist nicht so einfach.

00:40:11: Das muss man wirklich Versuchen, ich nehme das an dass sich nicht mehr kann.

00:40:17: Dass ich nicht mehr kan, dass ich vergesse, dass Ich schwach bin, dass sich Vieles was ich halt jahrelang konnte Auto fahren Kann ich halt immer und das muss man annehmen Das ist nicht so einfach.

00:40:34: Leben sind wir vom Tod umfang, so fängt ein Gregorianischer Koral aus dem achten Jahrhundert an.

00:40:40: Wir verdrängen das immer gern aber je älter wir werden, desto mehr beschäftigt uns wahrscheinlich doch der Gedanke an unsere eigene Vergänglichkeit und unseren eigenen Tod.

00:40:49: Ist das bei Ihnen auch so?

00:40:50: Ja ich denke schon seit ein paar Jahren immer mehr ans Sterben, ans Tod.

00:40:56: Frage mich, ich habe ja noch drei Schwestern die alle so etwas weiß sind wie ich.

00:41:00: Wäre von uns als erster sterben oder ich lebe unter lauter Jeswitten und zwar eben vielen älteren Jeswitzen und beobachte wie schwach schon manche Jüngere sind.

00:41:15: also einfach das Nachdenken über Krankheit Und sterben drängt sich auf und man darf aus das nicht verdrängen.

00:41:27: Ich meine ich wünsche mir, dass ich leicht und schnell sterbe und dass ich nicht ewig lange im Bett liegen muss oder Schmerzen habe.

00:41:34: Davor hab' ich Angst.

00:41:35: Wo dem Sterben mal solchen...ich hoffe, ich bekenne einfach jetzt, dass Jesus auf der anderen Seite steht und mich in seine Arme schließt.

00:41:44: Das hoffe ich und wünsche ich mir aber lang leiden Möchte niemand.

00:41:52: Damit haben Sie eigentlich ja meine Frage schon vorweggenommen, wie sie nämlich dem Tod entgegenblicken.

00:41:56: mit Angst vielleicht oder mit Hoffnung?

00:42:00: Mit beiden.

00:42:03: Mit Angst vor Schmerzen, vor Belähmung und Hoffnungen das nach dem Tor des Todes Jesus Christus dasteht und mich in seine Arme nimmt.

00:42:17: Das

00:42:17: ist der Kern des christlichen Glaubens, das was Sie da hoffen!

00:42:21: Was wünschen sie sich?

00:42:22: Was soll dieser Pater Eberhard von Gemming den Leuten heute noch sagen?

00:42:28: Für was soll er in Erinnerung bleiben?

00:42:30: Dass ich ein zugewandter freundlicher Hilfsbereiter und ein bisschen intelligenter Mensch gewesen bin.

00:42:39: Was wünschen Sie sich jetzt für die allernächste und nahezukunft?

00:42:43: Womit möchten sie Ihre kostbare Zeit verbringen.

00:42:46: Ja, ich bin ja am Bücherschreiben.

00:42:48: wie schon angesprochen zwei Manuskripte liegen bei Verlagen.

00:42:53: das eine geht über Konvertiten Menschen und zwar hoch gebildete Menschen die katholisch geworden sind und das andere sind Gespräche zwischen Personen der Moderne und Personen der Bibel, zum Beispiel ein Gespräch zwischen Pontius Pilatus und Nelson Mandela oder ein Gesprich zwischen Kaiser Augustus.

00:43:14: Und Humboldt, das ist ein anderes Buch.

00:43:16: Oder zum Beispiel der Paterobert Meier in Jeswitzitz im Baichstuhl und zu ihm kommt zur Beichte Judas.

00:43:24: Also da haben Sie noch viel vor mit Ihren Projekten?

00:43:27: Ja und dann möchte ich gerne noch ein Buch schreiben über Gruppen von Martyran.

00:43:32: Vor fünfzehn Jahren ungefähr wurden koptische Christen von lübischen Muslimen umgebracht.

00:43:39: ganz feierlich wurden sie geköpft in der Wüste.

00:43:42: Ich würde gerne noch ein Buch schreiben über Menschen, die so zu ihrer Überzeugung gestanden sind, dass sie sich umbringen ließen.

00:43:51: Also beim Märtyrer?

00:43:52: Dann wünschen wir, dass Sie diese Buchprojekte vollenden können und diese Bücher noch schreiben und veröffentlichen können und möglichst viele Leserinnen und Leser finden.

00:44:02: Und jetzt wünscht Ihnen Gottes Segen und alles Gute für dieses neue Lebensjahr!

00:44:07: Vielen Dank, dass Sie bei uns in Himmelklar waren und uns von Ihrem langen Leben erzählt haben.

00:44:33: Gibt's

00:44:34: überall, wo es Podcasts gibt auf domradio.de

00:44:37: und jetzt

00:44:38: im Domradio-Hürfungprogramm!

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