#301 Bodo Ramelow – Linken-Politiker und Christ
Shownotes
Linken-Politiker, Bundestagsvizepräsident, Ex-Ministerpräsident von Thüringen: Bodo Ramelow ist als engagierter evangelischer Christ nicht nur in seiner Partei in der Minderheit, sondern genauso als bekennender Gläubiger in Ostdeutschland. Warum er dieser doppelten Diaspora-Situation durchaus etwas abgewinnen kann, warum er schon drei Päpste persönlich getroffen hat und als Gastgeber den Erfurter Katholikentag 2024 in sehr guter Erinnerung behält, erzählt er in der aktuellen Folge von Himmelklar. Weiter geht es um den herausfordernden Umgang mit der AfD und darum, wie der Glaube auch in schweren Entscheidungssituationen Kraft gibt.
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00:00:09: Die Bergprädicht, also die ist ja für uns immer die größte Kopfzerbrechensnummer.
00:00:13: Dass man seine Feinde lieben soll und dass man auf die anderen zugehen soll.
00:00:18: Eine Herausforderung.
00:00:18: und insofern sage ich mal, in einer Welt in der im Moment nur noch Bomben geschmissen werden.
00:00:23: In dem die einzige Antwort auf alles was wir haben nur noch die militärische Spirale und die militärische Logik ist.
00:00:29: In einer Welt, in der auch das Christentum gerade massiv missbraucht wird wenn ein Peter Thiel als einer der reichsten Männer der welt auf einmal sehr frei händig mit der Bibel umgeht und dann die finsteren Mächte dieser Erde in eine Form darstellt dass es mir Eiskalten rücken unterläuft.
00:00:44: Dann sage Entwicklung müssen wir uns als Christen auch aushandeln und ersetzen, und dürfen dazu nicht schweigen.
00:00:54: Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Himmel klar dem katholischen Podcast!
00:00:59: Da erzählen wir gute Geschichten mit guten Leuten die was bewegen und auf die Beine stellen Und das auch aus einer christlichen Motivation heraus.
00:01:07: Heute mit Bodo Ramello, er ist aktuell Bundestags Vizepräsident, er war zehn Jahre lang Ministerpräsident von Thüringen, er is Politiker der Partei Die Linke, er iss Religionspolitischer Sprecher der Bundestagspraktion seiner Partei und er es engagierter Evangelischer Christ.
00:01:24: Wieder, denn er ist wieder eingetreten nachdem er der Amtskirche auch mal den Rücken gekehrt hatte.
00:01:29: Viel zu besprechen also auf jeden Fall Herr Ramelotoll dass Sie bei uns sind herzlich willkommen!
00:01:33: Ich freue mich sehr
00:01:34: wenn ich sage von guten Mächten wunderbar geborgen.
00:01:37: was sagen sie?
00:01:38: Es ist einfach eine Melodie eine Musik die sich in meinem Kopf ausbreitet.
00:01:45: es ist das Bonnhöfer Gedicht dass mich so umtreibt und immer dann, wenn ich auch emotional mal richtig down bin, dann mache ich das ganz laut an.
00:01:55: Können Sie nochmal sagen was Sie so sehr fasziniert an diesem Zitat?
00:01:58: Die Tatsache, dass er so etwas Kraftvolles schreibt und weiß, dass es nicht überleben wird.
00:02:05: Er weiß, daß er ermordet wird von den Nazis.
00:02:08: also für ihn war das klar In diesem Kontext, dieser Ausdruck und wenn du uns den Kelch, den Bitteren reichst.
00:02:18: Also dem angekündigten Tod seine Todeserwartung.
00:02:22: Und trotzdem vertraue ich auf dich Denn ich bin von guten Mächten getragen.
00:02:28: Ich finde das jedes Mal faszinierend und muss sagen... ...Ich kann mir das auch tatsächlich zehnmal hintereinander
00:02:34: anhören.
00:02:35: Jetzt sitzen Sie hier bei uns im Studio und gucken auf den Kölner Dom, mitten im Herzen der Stadt.
00:02:39: Wie wichtig sind Kirchen?
00:02:40: Erst mal die Kirchen auch als Gottesfäuser für Orte, für Dörfe, für große Städte.
00:02:45: Erstmal kulturhistorisch und gesellschaftlich ist es ein Orientierungsrahmen – einen Orientierungsmarker!
00:02:51: Und jetzt rede ich noch gar nicht von dem Gottesdienst, ich rede auch noch gar nie von der Kirche als Institution sondern ich rede vom Gebäudekirche.
00:02:59: Denn tatsächlich an dieser Kirche ist auch der Kirchturm und an diesem Kirchturm ist eine Uhr.
00:03:04: Und diese Uhr hat eine Glocke, die Stundenglocke.
00:03:08: Das dörfliche Leben hat sich immer daran orientiert und auch die Orientierung zwischen den Dörfern auf den Sichtachsen, dass man eben tatsächlich die Landmarken sehen konnte anhand der Kirchdürmer und die Art wie sie gebaut worden sind.
00:03:21: Dazu kommt dann die Unterschiedlichkeit.
00:03:23: das macht mich jedes mal neugierig.
00:03:25: eine Wehrkirche verbunden, die mich einfach immer wieder umtreibt.
00:03:30: Das ist in der Nähe von Meiningen-Waldorf eine wunderschöne Wehrkirche im Flusstal eingebettet und diese Wehrkerche ist saniert worden und am Tag vor ihrer Wiedereinweihung ist sie abgebrannt – ausgebrannt!
00:03:45: Und dann hat sich diese ganze Gemeinde unter Farah Berlepsch aufgemacht, diese Kirche wieder zu errichten Und Bärlöpsch hat sich nicht irritieren lassen von irgendwelchen Versicherungsmenschen, die vorgegeben haben.
00:03:58: Das soll man so oder so machen.
00:03:59: Nein es wurden die alten Balken da drin gesichert.
00:04:02: Es wurde das Holz gesicherd.
00:04:03: Es ist vieles wieder eingebaut und heute ist diese Wehrkirche tatsächlich entlang der Werra dem Wanderweg.
00:04:12: Es ist eine Pilgerstation.
00:04:15: Die ganze Kirche ist außen so verwandelt worden, dass überall alles flattert.
00:04:21: Also jede Ebene ist eingebaut worden wo die Schwalben sind, wo der Turmpfeil hingehört und so etwas... herkommt von einer Kirche, die so gebaut worden ist, dass sie wehrhaft sein musste.
00:04:35: Weil Sie die Dorfmenschen aufnehmen mussten wenn die Feinde kamen.
00:04:38: und solche Form sind für mich erst mal die, die ich durchdringe, wenn ich auf solche Gebäude gucke.
00:04:44: und deswegen ist heute für mich in den neuen Bundesländern halt zu häufig in den Gotteshäusern also in der Kirche im Raum selber zu wenig Betrieb.
00:04:55: Neue Wege zu gehen ist etwas, was mir aufgefallen ist.
00:04:59: Zum Beispiel hat das in der Region ... Um Batlangen-Salzer hat es tatsächlich so eine Entwicklung gegeben, wo dann Kunst in die kleinen Dorfkirchen reingepackt worden ist.
00:05:09: Also wo Künstler sich auseinander gesetzt haben und auf einmal ein Kunstfahrt entstanden entlang der DorfKirchen.
00:05:15: Und das fing an dass Menschen wieder anfingen neugierig auf ihre Dorfkerche zu werden.
00:05:19: Ich habe immer in der Hosentasche ein kleines Metallendes Gegenstand.
00:05:23: Das ist von einer kleinen Dorvkirche.
00:05:27: Die letzte Glocke, die in Apolda gegossen wurde, begleitet mich immer.
00:05:31: Kirche von Cospeda und auch da wieder der Kirchenbauverein ist, der das Liebendigkeit wieder hergestellt hat.
00:05:38: Und wieder Leben reingebracht hat.
00:05:40: Auch da es nicht einfach nur die Amtskirche sind auf einmal Menschen, die mit Kirche sagen sie haben mit Kirchen viel am Hut oder haben keine Berührung dazu.
00:05:51: Auf einmal kümmern Sie sich und sagen unsere Kirche muss im Dorf bleiben.
00:05:55: Wir vertiefen das gleich nochmal.
00:05:57: Ich würde gerne noch mal eine relativ kurze Allgemeine Frage haben, wenn wir die Kirchen jetzt als Gemeinschaften sehen von Gläubigen aber vielleicht auch von Nichtgläubigem.
00:06:07: Welche Rolle spielen Sie dann für die Gesellschaft?
00:06:09: Absolut zentral!
00:06:11: Ich will nicht den staatstragenden Satz von Böckenförde sagen dass diese Gesellschaft von sich her nicht die Norm definieren kann sondern sie braucht Ein Raum, aus dem auch die Normen entstehen.
00:06:23: Und da spielt die Kirche eine ganz wichtige Rolle – auch wenn die Anzahl der Kirchenmitglieder bedauerlicherweise immer geringer wird und die Kenntnisse um das zusammenhalten leider dabei auch mit verloren geht.
00:06:34: Als in Erfurt das schreckliche Gutenberg Massaker geschehen ist waren am Abend alle Kirchen offen und alle Kirche waren voll.
00:06:41: Offenkundig gibt es auch eine Sehnsucht nach einer Geborgenheit, die man in dieser Räumlichkeit über Jahrhunderte entwickelt hat.
00:06:50: Das ist eben nicht nur die Kirche, die eine Drohkulisse ist oder eine Amtskirche, der sich fehlentwickelt hat sondern es ist auch der Raum in dem Menschen Schutz suchen, auch heute Schutz suchen wenn es ganz schwierige Zeiten gibt.
00:07:04: Dass Sie das so sehen, dass es ja für einen Linkenpolitiker jetzt nicht unbedingt naheliegend oder zu erwarten.
00:07:10: Wie exotisch sind sie als bekennender Christ in der linken Partei?
00:07:14: Interessanterweise begleitet mich diese Frage seit über zwanzig Jahren und ich habe dann immer geantwortet wir sind auf jedem evangelischen Kirchentag seit Anfang an dabei, als die Linke gebildet worden ist und auf den Katholikentagen sind wir immer dabei also nicht auf dem Gelände aber daneben.
00:07:31: Wir bemühen uns auch diesmal wieder dabei zu sein.
00:07:35: und naja und erford habe ich halt persönlich erlebt.
00:07:38: es hat mir riesig kraft gegeben.
00:07:39: der katolikentag in erford ist einfach so eine bleibende erinnerung weil es ein so das war der ökumenische katoliken tag den es je gegeben hat weil alle auch die evangelien sind alle dabei gewesen haben sich alle gefreut weil wir haben gespürt.
00:07:53: da sind menschen mit glauben gemeinsam unterwegs in einer stadt in der seventy fünf prozent mit kirche und religionen nichts am hudham.
00:08:02: Ich habe gelesen, dass Sie in Ihrer Partei ganz gern mal dazu aufrufen mehr Gottvertrauen zu haben.
00:08:07: Ernten Sie dann da nicht auch viele hochgezogene Augenbrauen?
00:08:10: Auch ja natürlich weil die Frage was könnte er jetzt mit Gott meinen?
00:08:15: oder ist das jetzt irgendwie eine Diskussion um abzulenken von Versagen der Kirche und ähnliches?
00:08:22: und dann sage ich immer nein!
00:08:23: Gottvertrauen heißt für mich das Vertrauen darauf, dass wir gemeinsam etwas bewegen können Und ich habe da noch eine andere Kraft, die mich begleitet.
00:08:31: Dass auch in der Zeit, Sie haben es ja erwähnt, in der ich nicht der Amtskirche angehört hab, habe ich meinen Glauben nicht verloren und ich hatte einfach den Zugang zu meiner Amtskerche verloren aus... vielelei Gründen, die ich immer noch gute Gründe nenne.
00:08:45: Aber dass sich diese Kirche wiedergefunden habe hat das mit Ostdeutschland zu tun.
00:08:49: Dort hab' ich auf einmal eine Kirche gefunden, die eher meine Sehnsucht berührt hat, dass ich sie verloren
00:08:55: hatte.".
00:08:55: Sogar ihr Parteifreund Gregor Giszi sagt als bekennender nicht religiöser Mensch, dass er nicht in einer Gesellschaft ohne Gott leben möchte... Ich spreche
00:09:04: Angst vor einer gottlosen Gesellschaft.
00:09:06: Sprechen
00:09:06: Sie mit ihm über solche Fragen?
00:09:08: Also Fragen nach Gott, nach Religion.
00:09:09: tauschen sie sich da auf?
00:09:10: Es gibt immer eine witzige Situation wenn er in meinem Büro sieht und sieht dass ich dreimal zur Audienz bei drei verschiedenen Papesten war dann sagt er immer er sei traurig das er mich nie begleiten dürfte und ich sage da musst du dich selber darum kümmern.
00:09:23: aber es ist so.
00:09:23: sein Vater war ja der Botschafter der DDR am heiligen stuhl.
00:09:27: also Vater Gisi hat mit der katholischen Kirche eine ganze Menge zu tun gehabt und von daher ist Gregor jemand, der aufgeschlossen ist.
00:09:35: Der neugierig ist, der auch nach solchen Dingen fragt.
00:09:38: natürlich was berührt uns?
00:09:40: Was berührt die Seele?
00:09:41: Und selbst wenn man sagt ich glaube nicht daran dass es ein Leben nach dem Tode gibt dann bleibt doch der Zweifel zwischen dem einen und dem anderen, was könnte denn sein?
00:09:50: Und vielleicht erwächst aus dem Zweifel die Kraft neugierig zu sein.
00:09:54: Lass uns um das jetzt kümmern und dass andere mit Gott Vertrauen auch gut
00:09:59: aushalten.".
00:09:59: Wie ist es in der Partei an sich?
00:10:01: vermissen Sie da vielleicht mal noch den Austausch über solche Fragen oder tauschen sie sich zum Beispiel mit denenjenigen aus, die sich in der Bundesarbeitsgemeinschaft Linke Christin und Christen zusammengetan
00:10:10: haben?".
00:10:10: Das ist eine meiner Kraftquellen, Katholikentag oder evangelischen Kirchentag vorbereiten.
00:10:19: Aber eben auch tatsächlich, dass wir hier auf einem linken Bundesparteitag Ernesto Cardinal zu Gast hatten und er uns aus der Bibel seine Vision der Kirche für die Armen dargelegt hat.
00:10:32: Das bleibt einfach!
00:10:34: Als Ernesto cardinalgesprochener hätte man eine Stecknadel fallen.
00:10:38: lassen können.
00:10:39: Ich habe noch nie so einen stillen Parteitag erlebt, während der Ansprache von Ernesto Cardinal.
00:10:44: und immer in den Bewusstsein da ist jemand, der mit seinem Glauben sich um die Menschen kümmert, um die sich offensichtlich diese ganze Menschheit nicht mehr kümmern will und ihnen die Kraft zu geben, sich einzumischen das Leben in die Hand zu nehmen.
00:10:58: Das war was mich sehr berührt hat und deswegen es.
00:11:03: Es gibt Menschen, die haben mit Religion nichts am Hut.
00:11:05: Es gibt Leute, die sind aggressiv wenn das Thema kommt.
00:11:09: ich dränge dass niemanden auf.
00:11:11: wer mit mir darüber reden will findet in mir ein Gesprächspartner aber ich erlebe eben auch wie Kurdinnen und Kurden wie Jesiden kommen aus alle Witten aller Witten aus unterschiedlichsten religiösen Kontexten.
00:11:24: wir aber verstehen lass uns mal über Glauben reden und welche Kraft gibt Glaub.
00:11:29: Sie sind, das erzählen sie gerne in Interviews.
00:11:32: Haben es gerade auch schon gesagt evangelisch sozialisiert, evangelisch aufgewachsen.
00:11:35: aber irgendwann haben sie sich entschieden nee Amtskirche ist nichts mehr für mich.
00:11:39: wann war das im Leben und warum?
00:11:41: Das
00:11:41: war in Marburg jungen Zeit, also junger Erwachsener.
00:11:47: Ich habe in einer Kirchgemeinde kirchliche... In der Kirchgemeinde Jugendarbeit.
00:11:51: wir reden von den siebziger Jahren.
00:11:53: Jugendararbeit der siebzeiger Jahre war Aufbruch, war Jugendzentrumsbewegung, war ja auch mal Streik aller Schülerinnen und Schülern, war eine Auseinandersetzung um Ausbildungsbedingungen und Ausbildlungsplätze.
00:12:06: Und in derzeit haben wir in dieser Dorfgemeinde angefangen, als junge Leute uns einen Gruppenraum einzurichten.
00:12:14: Der Pfarrer hatte das genehmigt und hinterher hat ihm, als er aus dem Urlaub zurückkam nicht gefallen wie der Gruppenraum eingerichtet ist.
00:12:21: aber statt mit uns zu reden hat er mit anderen also mit den Erwachsenen geredet und hat uns rausgeschmissen.
00:12:27: Und das war so ein Punkt.
00:12:28: der hat mich einfach verletzt weil ich habe gedacht er kann doch mit uns reden.
00:12:32: und gleichzeitig hab ich in Marburg erlebt wie die Kirche ein Diakon raus geschmissen hat weil er Entscheidung lebte Und diese Frage der Scheidung auf einmal eine Rolle spielte.
00:12:43: Das war mir alles unklar und so gab es eine Reihe von Verletzungen, ich habe mich verletzt gefühlt.
00:12:50: Es war nicht die Kirche aus der Ich kamen, die mir Kraft gegeben hat in der ich groß geworden bin und in der auch beheimatet gefühlten hab.
00:12:57: Auf einmal habe ich mich heimatlos gefühlen Und um den einen Fahrer zu ärgern, bin ich zum Amtsgericht gefahren und hab gesagt so jetzt will ich wissen wie geht das.
00:13:06: Damals war das ja noch eine Herausforderung.
00:13:08: da musst du es erst mal im Auto ein paar Kilometer fahren dann das Amts Gericht suchen die Stelle finden und so heute geht das ja alles irgendwie wie Sprezzelpacken.
00:13:17: aber damals war's noch ein bisschen komplizierter.
00:13:20: was mich dann geärgert hat der hat niemand mit mir geredet.
00:13:23: also ich wollte eigentlich ihn zum Gespräch nötigen.
00:13:28: Am Ende ist es Sprachlosigkeit geworden und dann war's irgendwann spielt das keine Rolle mehr.
00:13:34: Es sind wahrscheinlich eine Erfahrung, die Sie mit vielen anderen auch teilen aber das haben sie auch gerade schon gesagt.
00:13:38: Sie sind wieder eingetreten.
00:13:39: Sie haben gesagt dass hat mit Ostdeutschland zu tun gehabt.
00:13:41: Das war dann schon als sie in Thüring waren.
00:13:43: ich habe außerdem noch gehört, dass das auch damit zu tun hatte, dass ihr Sohn der an Krebs erkrankt war, wieder gesund geworden ist.
00:13:49: Stimmt das?
00:13:50: Das hängt miteinander zeitlich zusammen!
00:13:53: Das war der letzte Tropfen sozusagen der dann bei mir Das Fass hat überlaufen lassen zu sagen so.
00:13:59: Also deinem Sohn, der hat von mir dann die Knochenmarkspende das erste Schief gegangen und der Satz des behandelnden Professors war, dass Leben ihres Sohnes ist nicht am Seiten in Faden es ist ohne Faden.
00:14:17: Tatsächlich ist das Wunder geschehen, der Behandelnde Arzt hat.
00:14:21: Wie ich finde ein Wunder vollbracht in dem er aus meinem Knochenmark dann das hergestellt hat, dass mein Sohn das Leben gerettet hat.
00:14:29: Aber tatsächlich die davorliegenden Dinge waren Auseinandersetzung, gesellschaftliche Auseinsatzung.
00:14:35: Das ist in Erfurt die Auseintandersetzung um das Denkmal des Unbekannten.
00:14:39: Wer macht's desatörs auf den Petersberg?
00:14:41: Das haben wir als Gewerkschafts- junge Leute gemacht mit unseren Bildungsprogrammen und dann sind die Kirchgemeinden dazugekommen.
00:14:48: Dann gab es den Brandanschlag auf die Erfurter Synagoge, und wieder waren's am Ostern alle Kirchgemeinden, die zur Zynagoge kamen.
00:14:55: und mit uns als Gewerkschafter zusammen dort tatsächlich ein Ring der Solidarität, um die Synagoge gebildet haben.
00:15:03: Und dann kam der Arbeitskampf in Büschervorode – in die Zeitfeld des Arbeitskampfs, das ist so ein einschneidendes Element in meinem Leben!
00:15:12: Da waren es die ökumenischen Gottesdienste jeden Sonntag.
00:15:15: Das katholische Eichsfeld.
00:15:16: In dem Ort ist eine große katholische Kirche.
00:15:19: Jeden Sonntags waren es aber ökomenische Andachten auf der Grube, auf den Schacht.
00:15:23: Ich habe erlebt wie Bergleute damit Kraft bekommen haben.
00:15:27: Und das hat mir meine Kirche immer wieder näher gebracht, also sich so eine Kirche einmischt und zwar in dem Fall die katholische wie die evangelische.
00:15:34: deswegen ist mein Weg dann wieder zur evangelischen Kirche gewesen.
00:15:38: Hat es auch damit zu tun, dass es eben doch besser ist nicht alleine und privat irgendwie vor sich hinzuglauben?
00:15:45: Meine ich jetzt nicht despektierlich aber doch lieber in Gemeinschaft.
00:15:48: Davon gehe ich aus.
00:15:49: mein Leben war davon geprägt.
00:15:51: meine Kindheit ist geprägter von.
00:15:52: deswegen ist das auch mal eine kindheitserinnerung Und ich glaube dass es heute vielen schwer fällt die solche kindheits Erinnerungen gar nicht mehr erleben.
00:15:59: also da wo wir lebendige Kinder Gottesdienste In einem prall gefüllten Raum Nicht mehr haben mir fehlt die Fantasie wie Erwachsene dann auf einmal den Zugang finden sollten.
00:16:11: Also ich bin mit ein paar im Gespräch und bin dann immer ganz erstaunt, weil alles das was ich wie selbstverständlich in mir eine Musikalität mitbekommen habe.
00:16:21: Das müssen sich andere erst erschließen, was wirklich Gemeinschaft heißt.
00:16:25: Jetzt sind Sie als Christ in der linken Partei einerseits in einer Minderheitenposition und dann als Christ aus Deutschland auch noch.
00:16:32: also das ist sozusagen so ne doppelte Diaspora.
00:16:34: Wie fühlt es sich an?
00:16:36: macht mich neugierig und schafft mir dann wieder Zusammenhänge, die vielleicht andere nicht haben.
00:16:44: Wenn man in der Diaspora ist, wenn man eine Minderhaltsposition hat, lohnt es sich auf andere Minderheiten zuzugehen oder mit anderen Minderhalten zu interagieren.
00:16:53: Und deswegen nochmal der letzte Katholiktag in Erfurt!
00:16:57: Da waren lauter Minderheiten zusammen und sie waren auf einmal die städtische Mehrheit.
00:17:01: Und es war einfach ein schönes Gefühl!
00:17:02: Alle Kirchen waren voll, und es gab viel Fröhlichkeit, viel Gottesdienst, viel Gesang, viel Musik... Es war eine Heiterkeit und Fröhlichkeiten dieser Stadt.
00:17:14: hat viel Kraft gegeben und da merkt man, dass Gemeinschaft eben doch die Seele mit Kraft ausstattet.
00:17:21: Damit man auch in Zeiten, indem man wieder mal alleine unterwegs ist dann wieder neugierig und erstaunt ist wenn man auf Menschen trifft sie zumindestens die Tür öffnen um einen mit ins Gespräch zu holen.
00:17:34: Sie waren der Gastgeber und man merkt ihn jetzt noch die Begeisterung an gar keine Berührungsängste mit der katholischen Welt.
00:17:42: Als Ministerpräsident, da sind sie von Papst Franziskus in Privataudience empfangen worden und waren sehr angetan von ihm und seinem Engagement für Frieden, für soziale Gerechtigkeit.
00:17:52: Und ich würde jetzt mal spontan sagen, wahrscheinlich hatten Sie eine ziemlich große Schnittmenge?
00:17:55: Ja
00:17:55: das ist ja... Die Geschichte dazu ist wie folgt.
00:18:00: Ich werde vereidigt, komme aus dem Plenarsaal raus.
00:18:03: die Presse steht natürlich in einem Riesenpulk der erste linke Ministerpräsident frisch vereidig und ein Journalist ruft mir zu was würden sie sich wünschen?
00:18:12: Und ich sage eine Audienz beim Papst.
00:18:14: also weil Franziskus mich so umgehauen hat.
00:18:17: Mich hat sehr berührt nicht nur die Art wie er sich öffentlich vorgestellt hat sondern dass er zuerst einer Lampedusa gefahren ist und zuerst bei denen war, die die größte Not erleben.
00:18:28: Und ich werde das nie vergessen, dass es seine allererste offizielle Besuchsfahrt macht.
00:18:36: Macht er zu Menschen deren Schicksal mittlerweile so viel Kälteauslös, wenn man heute darauf guckt wie viele Menschen im Mittelmeer ertrinken und es schon fast eine Ausnahme ist Wie jetzt die letzten Tage wo wir mit hundert achtundzwanzig Bundesrat Abgeordneten wieder ein Appell gestartet haben?
00:18:54: Das Seenotrettung Wirklich eine Pflichtaufgabe ist und man nicht zulassen kann, dass Menschen einfach ertrinken.
00:19:01: Man darf nicht Menschen ertrinken
00:19:03: lassen.".
00:19:04: Und da war Franziskus für mich so ein Beispielgebender Impuls einen Kraftgeber.
00:19:10: Die Optionen für die Armen haben Sie eben schon erwähnt Ernesto Cardinal also das sie da sehr viel mit anfangen können erklärt sich fast von selbst.
00:19:17: vorher hatten sie auch benedikt getroffen und dann jetzt zuletzt auch leo den vierzehnten schon am rande einer general audience im vergangenen herbst.
00:19:25: was haben Sie sich denn von dieser begegnung mit leo mitgenommen?
00:19:28: es
00:19:29: ist einfach so.
00:19:29: wir waren eine evangelische pilgergruppe der evangelischen regionalen kirchenzeit um glaub und heimat unter chef.
00:19:37: redakteur willi wild hatte mich gebeten zwei Jahre vorher schon.
00:19:41: Ob ich nicht im heiligen Jahr die Pilgergruppe begleite mit meiner Frau zusammen, weil es wäre ja genau zehn Jahre nach meiner Privataudienz an der er auch teilgenommen hat.
00:19:51: also er war damals im Reisetrost drin und wir haben zugesagt.
00:19:54: Und als wir zugesagten konnten wir nicht wissen dass wir einen neuen Papst kriegen.
00:19:58: Wir konnten nicht wissen das für einen neuen Bundestag kriegen.
00:20:00: Ich konnte nicht wissen, dass ich zwischenzeitlich nicht mehr Ministerpräsident bin sondern Vizepräsident des Deutschen Bundestags.
00:20:06: Das kam alles dazwischen.
00:20:08: Es blieb trotzdem dabei, wir fahren gemeinsam nach Rom und dann stellte sich die Frage auf einmal wie könnte man eine Chance haben als evangelische Reisegruppe von Glauben und Heimat in die Audienz zu kommen?
00:20:20: Ja und da habe ich mal meine Kontakte spielen lassen und die funktionieren und es hat funktioniert!
00:20:25: Und wir kamen tatsächlich mit der Pilgergruppe rein.
00:20:27: und als dann auf dem Petersberg – das war ja die größte Audienze, die es dort jemals gab – siebzig tausend Menschen schon sehr beeindruckend wie das alles organisiert ist, wie es abläuft.
00:20:37: Aber als über die Lautsprecher die Pilgergruppe aus Mitteldeutschland begrüßt wurde da musste ich meinen Chefredakteur kurz festhalten damit er nicht in den Himmel abhebt weil das fand dann doch so beeindruckend.
00:20:49: Und dann hatten wir die Gelegenheit, Willi Wildt, meine Frau und ich, dass wir auch mit Leo kurz uns unterhalten durften.
00:20:57: Wir haben ihm die Einladung unseres evangelischen Bischofs übergeben, denn Leo der Vierzehnte ist ja Augustiner und wir haben ihn ins Augustinakloser nach Erfurt einladen dürfen.
00:21:08: Toll!
00:21:09: Mal gucken ob er kommt.
00:21:10: Jetzt sind sie gerade auch deshalb im Rheinland zu Gast.
00:21:13: um zum Thema einen Sozialist kann Christ sein?
00:21:17: muss sozialist sein Fragezeichen, Ausrufezeichen zu sprechen.
00:21:21: Da kann man natürlich jetzt stundenlang reden.
00:21:23: aber ganz kurz die Quintessenz was ist die für Sie?
00:21:26: Ein Ersatz kommt immer wieder und es ist einer der unbekanntesten Sätze der immer zu Kopfschütteln und zum Stein des Anstoßes führt denn da kommt gar kein Fragezeichn.
00:21:35: Da kommen dickes Ausschufezeichnen hinten dran und der Satz ist nicht von mir!
00:21:38: Der Satz is' von Adolf Grimme und alle sind jedes Jahr ganz happy wer den Grimmepreis kriegt.
00:21:44: Aber kaum jemand beschäftigt sich damit, wer Adolf Grimme war.
00:21:47: Der war ein Reformer, der war ein Pädagoge aber er war eben auch einen bekennender Christ und für ihn war es selbstverständlich dass er Sozialist ist... ...aber nicht im Sinne der DDR!
00:21:56: Nicht im Sinne Osteuropas, nicht im Sinn von Staatssozialismus sondern er stammt aus der Zeit in der die Frage eines Reform-Sozialisten oder eines Frühsozialisten noch sehr offen war.
00:22:08: Da hast du William Weitling Du hast Moses Hess Du hast die ganzen frühen Vordenker, die auch vor Karl Marx oder dann mit Karl Marx und Engels zusammengearbeitet haben.
00:22:18: Da gab es nicht die Vorstellung von das Christentum ist die Amtskirche sondern... Da wird die Bibel genommen und aus der Bibel abgeleitet.
00:22:27: Und das ist das, worüber ich reden werde, dass sich einerseits sage in der Bibels stehen spannende Sachen, die sollte man sich mal anschauen alle sieben Jahre den Schuldenerlass und alle fünfzig Jahre den großen Schuldenerlass und die Bodenreform.
00:22:40: also das sind Taxi sind aus dem alten Testament.
00:22:43: Das heißt die Frage wie geht eine Gesellschaft um damit sie gerecht ist?
00:22:47: Was tut sie damit die Ungerechtigkeit nicht wächst und der Reichtum der mittlerweile Menschen bedroht auf?
00:22:54: Dieser Reichtum ist ein Riesenproblem.
00:22:56: So was lohnt es sich mal wieder, in die christlichen Uhrwerke zu gehen?
00:22:59: Sie haben jetzt das alte Testament erwähnt aber natürlich wenn Jesus die Stimme erhebt für die Armen und Ausgestoßenden.
00:23:06: Das ist ein Fakt im Christentum!
00:23:08: Das bestreitet auch niemand.
00:23:09: Und das passt natürlich eigentlich als christliche Prämisse.
00:23:12: Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan Auch zu ihrem Credo als linken Politiker Den credo der sozialen Gerechtigkeit oder
00:23:20: ja dazu kommt noch die berg predigt.
00:23:21: also die ist ja für uns immer die größte Kopfzerbrechensnummer, dass man seine Feinde lieben soll und das man auf die anderen zugehen soll.
00:23:30: Eine Herausforderung!
00:23:31: Und insofern sage ich mal... In einer Welt, in der im Moment nur noch Bomben geschmissen werden, indem die einzige Antwort auf alles was wir haben nur noch die militärische Spirale und die militäre Logik ist.
00:23:42: In einer Welt, in der auch das Christentum gerade massiv missbraucht wird, in dem religiöse Texte massiv misbraucht werden.
00:23:51: Wenn ein Peter Thiel als einer der reichsten Männer der Welt auf einmal sehr frei händig mit der Bibel umgeht und dann die finsteren Mächte dieser Erde in eine Form darstellt, dass es mir Eiskalten rücken unterläuft, dann sage ich mit solch einer Form von viel Wir müssen uns als Christen auch auseinandersetzen und dürfen dazu nicht schweigen.
00:24:12: Oder wenn ein US-Verteidigungsminister darum betet, dass Kugeln ihr Ziel treffen mögen
00:24:17: etc.?
00:24:17: Ja
00:24:18: das sind Dinge die ich mir jedenfalls in den letzten... Ich bin jetzt siebzig Jahre alt geworden.
00:24:24: In den letzten Siebzig Jahren nicht vorstellen wollte oder nicht vorstellen konnte, dass wir wieder einmal in so eine fehlgeleitete Form von Militarismus reingeraten.
00:24:34: Aber genau das ist ja über Ostern sehr massiv sichtbar geworden, wenn ein amerikanischer Präsident in einer Fekalsprache auf einmal sich entäußert und dann aber die Zerstörung aller zivilen Dinge ankündigt, dass selbst dann der die die UNO sich meldet und sagt hoppla das geht jetzt gar nicht!
00:24:56: Jetzt überschreitet es Allermaße.
00:24:59: Und deswegen ist es so eine Geschichte, wo ich sage die Mullahs im Iran missbrauchen Religion.
00:25:05: sie sind eine gefährliche und gewalttätige Form von Religions Missbrauch.
00:25:10: Die Houthis, die Hamas, die Hezbollah da wird überall Religion missbraucht und deswegen ist Es auch notwendig dann zu schauen dass dieses Übereinanderlagern nicht dazu führt das uns diese Welt um die Ohren fliegt.
00:25:25: und insofern sag ich jetzt als Christ Da lohnt es sich mal, die Bergpredigt vorzunehmen und zu sagen lasst sie uns mal gemeinsam wieder auch lesen.
00:25:36: Sie sagen immer dass ihr glaube ihnen eine Quelle der Kraft ist.
00:25:40: inwieweit ist das so?
00:25:41: Und in welchen konkreten Situationen zum Beispiel macht sich das bemerkbar?
00:25:45: Es gibt Situationen in denen man nicht weiß wie wird das jetzt enden?
00:25:49: Man muss Entscheidungen treffen und es gibt Phasen, in denen ich ziemlich auch als politischer Verantwortungsträger an den Leistungsgrenzen des Ertragbaren gewesen bin.
00:26:01: Ich habe das Beispiel vom Gutenberg-Massaker genannt.
00:26:04: da war ich Oppositionsvertreter aber als Opposationsvertretern habe ich angefangen Akten zu durchwühlen weil ich zwei Menschen verloren hab dabei die mir nahe waren.
00:26:16: dann habe ich tatsächlich Kraft gebraucht, um damit umgehen zu können.
00:26:20: Um das auch abschließen zu können weil die erste Zeit hätte ich die Nähe alleine des Gebäudes des Gutenberg Gymnasiums nicht ausgehalten heute wohne ich daneben also jede runde mit dem Hund Gassi gehen gehe ich an den Gutenberg gymnasium vorbei so eine zweite Geschichte.
00:26:39: Bittere Zäsur war die Corona-Zeit.
00:26:42: Da habe ich manche Nacht wirklich ein Wach gelegen und gegrübelt, ist das alles richtig?
00:26:48: Sind es die richtigen Entscheidungen, die wir
00:26:50: treffen?".
00:26:50: Da kann mir jetzt die Bibel nicht helfen, da kann mir auch mein Glauben nicht helfen... ...da kann mir nur Kraft geben!
00:26:55: Und die Entscheidung muss sich trotzdem selber treffen und ich muss sie auch aushalten, wenn ich denke, da waren Fehler dabei und über diese Fehler muss man dann auch die Kraft haben reden zu können.
00:27:05: Und da hilft mir dann mein Glauben tatsächlich so was zu
00:27:08: können.".
00:27:08: Sie glauben ja, dass ihre politischen Überzeugungen am besten in ihrer Partei die Linke für sie zu leben sind.
00:27:16: Sie waren der bisher erste und letzte Ministerpräsident der Linken eines Bundeslandes Aber ihre Partei, die musste nach der Abspaltung von Sarah Wagenknechtz-BSW vor dem letzten Bundestag war ja wirklich um den Wiedereinzug in den Bundestag kämpfen.
00:27:30: Und da haben sie dann zusammen mit Gregor Gisi und Dietmar Bartsch diese Mission Silberlocke gestartet – das muss man sagen Erfolg gehabt!
00:27:37: Wie wichtig war es, dass Sie Ihr Direktmandat geholt haben und die Partei mitgerettet haben für Sie?
00:27:44: Es gab eine Entscheidung am Ende meiner Amtszeit als Ministerpräsident dass ich mich aus der Politik zurückziehen wollte.
00:27:52: Es war klar, ich hab Wert drauf gelegt, Abstand zu bekommen nachdem ich dann auch dieses ganze Spaltungselement Wagenknecht und Lafontänen da nochmal komplett durchleben musste.
00:28:06: Dass ich eher gesagt habe jetzt ist gut das Enkelkind auf dem Weg kann sich mal um andere Dinge kümmern und als dann die Frage stand werden wir es noch schaffen?
00:28:17: also wird diese Partei über die fünf Prozenthürde kommen.
00:28:20: Da spielte die Frage der Direktmandate, die Zentralrolle und da wiederholte sich ein Diskurs den ich mit Gregor Gisi schon zwanzig Jahre zu vormaite.
00:28:29: Der hatte nämlich schon einmal die Partei PDS in dem Bundestag gebracht über Direktmandate.
00:28:35: Da war es mein damaliger HBV-Kollege Müller aus Berlin, der einen wesentlichen Anteil dazu hatte dass diese Sonderregelung gegriffen hat und auf die haben wir uns dann nochmal kapriziert haben gesagt okay Dann gehen halt die drei Senioren, ich sage immer der Seniorenexpress hat sich nochmal eingemischt.
00:28:51: Und das Entscheidende ist trotzdem, es war beides.
00:28:54: Es war Heidi Reichineck mit ihrer Rede im Deutschen Bundestag die dann bei TikTok fünf Millionen Mal hoch ploppte auf der einen Seite die jungen Leute über Heidi erreicht worden sind und tatsächlich die Graurücken, die Rentnerbrigaden, die sich von uns angesprochen gefühlt haben.
00:29:10: Die Balance der Seriosität ist mit beiden gut gelaufen und tatsächlich war das Kümmern um Mieten.
00:29:16: Das Entscheidende waren nicht nur Personen Die spielen eine wichtige Rolle.
00:29:20: Aber das Kümmern um Mieten und die Mietpreisexplosion, dass Menschen Angst haben, dass sie ihre Wohnung verlieren.
00:29:26: Das treibt diese Gesellschaft auseinander.
00:29:29: Und über diese Angst dazu muss es Konzepte geben echte Alternativen aufzubauen, dass bezahlbarer Wohnraum da ist!
00:29:36: Sie haben die letzte Landtagswahl in Thüringen im September, war das angesprochen.
00:29:41: Da haben sie ihr Amt als Ministerpräsident verloren.
00:29:44: aber nicht nur dass Die AfD ist damals auch auf wirklich erschreckend hohe Prozente gekommen.
00:29:49: Zweiunddreißig Prozent wenn ich jetzt richtig das nachgeschlagen habe bei den kommenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.
00:29:56: da zeichnen sich ähnlich hohe FD Ergebnisse ab.
00:30:00: wie sehr besorgt sie das?
00:30:02: Mich besorgt er dass die Gesellschaft komplett auseinander fällt, also das wir ein zerbrechender Gesellschaft haben.
00:30:11: Ein Auseinanderfasern mit dem Ergebnis allerdings, dass die Suche nach etwas was eine Adresse ist um die Wut zu adressieren und denen da oben mal eine draufzugeben Das ist etwas was ich mit als einen Teilelement dort spüre.
00:30:32: Denn tatsächlich hat die AfD ja keine Antworten.
00:30:35: Das, was sie an Antworten gibt darf mir sehr exklusiv jetzt der Bundestagssitzungen anhören und auf mich wirken lassen und erlebe dann das häufig einfach nur Fragmente, Phrasen für TikTok entwickelt werden.
00:30:54: Es gibt Dinge wo ich einfach nicht gehe und sage Ja das war jetzt richtig als ich auseinandersetzung jetzt um den Um die Preisentwicklung beim Sprit, da hat auch die AfD die richtigen Fragen gestellt.
00:31:05: Das will ich überhaupt nicht bestreiten.
00:31:07: Meine Partei hat dort die Elemente eingebracht übergewinnene Besteuerung und tatsächlich das Geld wieder aus den Ölkonzernen, aus den Fossilenunternehmen wieder rauszuholen.
00:31:18: Aber auch die AFD hat natürlich den Finger in die Wunde gelegt und hat gesagt auf die erhöhten... Bruttopreise kommt ja dann die Steuer oben drauf, dann macht doch mal was an den Steuern.
00:31:28: Und darauf gab es nie eine richtige Antwort und ich bin auf der Fahrt eben hierher an einer Tankstelle vorbeigekommen.
00:31:34: da war dann der Dieselpreis schon bei zwei Euro Und da kann ich nur sagen, das zahlt alles auf die AfD ein.
00:31:43: Dass wir die Bürger auf einmal alleine lassen.
00:31:46: Das hilft auch nichts dann über Pendlerpauschalen zu reden weil derjenige, der an der untersten Einkommensschwelle ist er weiß nicht wie er den Tank vollkriegt.
00:31:56: und wenn ich dann tatsächlich erlebe dass die Ölkonzerne Sondergewinne jetzt einfahren das finde ich alles unerträglich.
00:32:05: Man hat ja immer das Gefühl, dass wirklich Demokraten unterschiedlichster Kohleur sich wirklich die Zähne ausbeißen an der AfD.
00:32:12: So scheint es immer mit der AfD reden oder nicht sie komplett isolieren oder lieber mit einbeziehen damit sie sich selbst entzaubert und natürlich nicht zuletzt Verbotsverfahren starten Ja-oder Nein?
00:32:24: bisher muss man tatsächlich sagen hat sich noch keine Strategie als wirklich wirksam erwiesen.
00:32:28: was ist da Ihr Ansatz?
00:32:29: Mein
00:32:30: Ansatz ist ein ganz anderer.
00:32:31: Ich habe gar keine Lust mehr darüber nachzudenken, ob man mit der AfD redet oder nicht redet.
00:32:37: Über die AfD zu reden.
00:32:38: Ich habe Lust darüber zu reden dass wir bezahlbaren Wohnraum brauchen.
00:32:42: Ich hab Lust darüber zureden wie wir in den Städten wieder sehr schnell zu seriellem Bauen kommen.
00:32:48: Das sind alles Dinge.
00:32:49: die sind alle verloren gegangen.
00:32:50: Die hatten wir mal.
00:32:51: das war der Plattenbau in der DDR und das war die neue Heimat in Westdeutschland.
00:32:57: Beides ist verloren gegangen, obwohl Industrielles bauen wäre heute sofort möglich und schnelles Bauen wäre auch möglich.
00:33:04: Dann muss man aber endlich dafür sorgen dass die Gemeinden und die Städte auch in die Lage versetzt werden das zu tun.
00:33:10: Und dasselbe ist das was ich gerade gesagt habe.
00:33:13: also man kann den Spritpreis nach oben explodieren lassen.
00:33:18: Man kann aber auch anfangen endlich über Nahverkehrssysteme nachzuhandeln, dass man ohne Auto in diesem Land leben können muss.
00:33:27: Also nicht darauf angewiesen ist, dass man irgendwie als Bettler unterwegs ist.
00:33:31: Sondern das man weiß es funktioniert.
00:33:33: und es gibt einen Landkreis Kronach.
00:33:35: Da ist es praktiziert worden.
00:33:37: Dort hat man in den kleinen Dörfern die Garantie, man wird abgeholt und bei mir im Landkreis, indem ich jetzt mein Zweitwohnensitz habe, im Sahler Ollerkreis hat man jetzt auch angefangen, die ersten kleinen Dürfer mit einem Shuttle Bus, mit einem kleinen Rufbus so einzubinden, dass man dort leben kann ohne das man ein eigenes Auto hat.
00:33:55: Und dann braucht man endlich Konzepte von Carsharing, die niederschwellig erreichbar sind.
00:34:00: Die müssen ja beim ländlichen Raum dann auch da sein.
00:34:03: oder muss man sich mal darum kümmern... dass das Bahnsystem funktioniert.
00:34:06: Da muss man sich darum kümmern, dass das Deutschlandticket funktioniert und dass der DeutschlandTakt funktioniert – nicht nur das DeutschlandTicket sondern DeutschlandTact funktioniert!
00:34:15: Alles das ist in den letzten Jahren immer mal sporadisch mit viel Geld und dann wieder ohne Geld gemacht worden.
00:34:21: Das funktioniert
00:34:22: nicht.".
00:34:22: Sie haben gesagt sie haben eigentlich keine Lust mehr ständig über die AfD zu reden.
00:34:26: kann ich gut verstehen und sicher haben sie auch keinen Lust über Björn Höcke zu sprechen.
00:34:29: trotzdem würde ich denen jetzt gerne nochmal erwähnen.
00:34:32: Der kann ja laut Gerichtsurteil als Faschist bezeichnet werden.
00:34:36: Sie haben ihm bei ihrer zweiten Wahl zum Ministerpräsidenten den Handschlag verweigert, als er ihn gratulieren wollte und sie waren auch immer wieder vor ihm und seiner Agenda natürlich.
00:34:46: Ist es das was man in solchen Fällen tun kann?
00:34:48: Kontakt vermeiden, maximale Distanz, schonungslose, inhaltliche Kritik?
00:34:52: Ich habe mit ihm geredet als er mir seine Handschlag aufdrängen wollte.
00:34:56: Und ich habe gesagt, Sie haben die Wahl von Herrn Kämmerich in der Form wie sie... Demokratie verächtend ist, gemacht haben zu verantworten.
00:35:06: Und deswegen kann ich Ihnen nicht die Hand geben.
00:35:09: Erst wenn Sie glaubwürdig sich zur Demokratie vorhalten, wenn sie glaubwürdig sich zur demokratie verhalten gebe ich Ihnen auch meine hand weil Ich möchte dass wir diese demokratie verteidigen.
00:35:18: das werden in rechtsstaat verteidigt.
00:35:20: und als er kämmerisch gewählt wurde und die afd ihren eigenen Scheinkandidaten da nicht gewählt hat also sie haben ja einen Kandidaten aufgestellt den sie nicht gewählt haben Der AfD-Vertreter gesagt, wir haben in Kämmerich auf die Leimroute gelockt.
00:35:34: Wer eine demokratische Verfassungswahl als Leim rute, wer den obersten Vertretern des Bundeslandes als Leimerut oder an eine Leinroute kleben will der hat mit Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nichts am Hut.
00:35:45: Und es gibt noch einen zweiten Grund warum ich ihm den Handschlag auch nicht gegeben habe.
00:35:49: fünf Jahre zuvor hat er mir die Hand auch nicht gegeben.
00:35:51: Da ist er demonstrativ sitzen geblieben, das war sein gutes Recht.
00:35:54: Ich habe darunter nicht gelitten es hat nur keinen interessiert.
00:35:57: jetzt dieses mal waren alle Kameras auf uns gerichtet.
00:36:01: da wollte mir die Hand geben und hab ich gesagt also diese Form des ignorierens, des menschlichen ignorierends mache ich nicht mit und deswegen habe ich mit ihm geredet bis er sich rumgedreht hat und sich hingesetzt hat.
00:36:12: Und dann bin ich ans Saalminkrofon und hab es aber noch mal für alle hörbar wiederholt was ich auch Herrn Höcke gesagt habe.
00:36:18: Ich habe zu Herrn Kemmerich gesagt dass ich jetzt sehr bedauere was Herr Kemmerig und seine Familie erleben mussten als sie Polizeischutz brauchten in der Zeit als Erministerpräsident war und die Angriffe auf seine Familie losgegangen sind.
00:36:30: Aber in der zeit bedauerlicherweise auch unter Polizeischurz gestanden zeigt, wie polarisierend diese Art von Auseinandersetzungen sind.
00:36:39: Und das selber hat sich in Thüringen nochmal wiederholt.
00:36:41: jetzt bei der Konstituierung des neuen Landtages haben wir es ja erlebt dass wir erst mit Hilfe des Verfassungsgerichtshofes zu einer geordneten Sitzungsleitung kamen.
00:36:52: Man hört hier immer wieder Wir müssen ins Gespräch gehen wenn schon nicht mit der AfD selbst dann aber Mit den Leuten, die die überlegen zu wählen oder tatsächlich wählen.
00:37:00: Wir müssen die AfD inhaltlich stellen und sie sagen ja wir müssen einfach die Themen bearbeiten bei denen die fischen können.
00:37:08: aber warum klappt das bisher offensichtlich so gar nicht?
00:37:12: Wenn Sie öffentlich sagen dass um zwölf Uhr der Preis erhöht wird an der Tankstelle und sagen dass wir wirksam und die Leute gehen an die Tanksteller wie ich heute und sehen auf einmal zwei Euro alt und sechzig für ein Liter Diesel dann fühlen die sich auf eine Arm genommen.
00:37:26: Da muss ich nicht mit AfD-Wählern reden.
00:37:28: Da kann ich jeden Spediteur fragen, da kann ich jedem Bauern fragen, der einen Diesel fährt.
00:37:34: Jetzt würde ich gerne aus der fossilen Zeit ganz raus.
00:37:37: Also ich hätte mir gewünscht wir hätten mal sehr konsequent den Nahverkehr gestarkt.
00:37:41: Wir hätten sehr konsequent Übergewinne besteuert und sie in den Nah Verkehr investiert.
00:37:47: den Schienenverkehr komplett so erneuert und ertüchtigt, dass er das zweite Standbein der Mobilität in der Gesellschaft ist.
00:37:55: Und nicht nur der private PKW.
00:37:57: also mein Denkansatz ist immer in diesem Land leben zu können ohne ein PKW zu haben und zwar auf dem Dorf.
00:38:04: In der Stadt funktioniert das aber auf dem dorf funktioniert es eben nicht.
00:38:07: Und wenn ich dann aber sage, na aber um zwölf Uhr darf nur noch erhöht werden.
00:38:12: Das ist jetzt die wirksame Maßnahme.
00:38:14: Dann fühlen die Leute sich auf den Arm genommen und darüber muss man sich auch ehrlich machen.
00:38:19: Und dasselbe ist bei allen Reformdebatten also... Wir können ja gerne mal über eine moderne Bürgerversicherung reden.
00:38:25: Dann müssen wir aber über eine Versicherung reden, in die alle einzahlen also auch der Abgeordnete.
00:38:30: und ich gräme mich wenn ich dann höre oder wahrnehme dass wir als Abgeordneten eine Erhöhung um fünf hundert Euro im Monat bekommen und dann Abgeordneter im Bundestag aber darüber reden das ne Mehrwertsteuersenkung auf Hygieneartikel für Frauen ja nichts bringen würde weil es werden ja nur Fennigbeträge.
00:38:47: verstehen die Dimension nicht.
00:38:49: Und deswegen ist nicht die Frage, wie reden wir mit AfD-Wählern?
00:38:52: Sondern wie machen wir Politik?
00:38:54: und wenn wir Politik so machen dass wir sie konsequent auch erkennbar machen das Veränderungsprozesse in der Gesellschaft da sind notwendig sind.
00:39:03: Das Dorf hat sich verändert, der ländliche Raum hat sich Aber wir müssen neue Antworten auch für diese Räume geben und die müssen glaubwürdig sein.
00:39:12: Also nicht wählt mich, ich erledige das alles für euch sondern lasst uns ehrlich darüber reden wie wir uns gemeinsam aufmachen in dieser Gesellschaft gut miteinander klarzukommen damit wir alle in dieser gesellschaft leben können.
00:39:25: Die katholischen Beschöfe zum Beispiel, die haben ja zum Thema sich klar geäußert und gesagt völkischer Nationalismus- und Christentum sind unvereinbar.
00:39:33: Und aus der evangelischen Kirche kommen natürlich auch viele solche Stimmen.
00:39:37: Ist das denn in ihrer Wahrnehmung hilfreich?
00:39:40: Ja es war sogar gut und richtig!
00:39:43: Ich bin froh dass unsere ostdeutschen Vertreter waren, die den Impuls gesamtdeutsch gesetzt haben und alle Beschöfer haben das mit beschlossen.
00:39:55: Man muss sich dann aber in der Deutlichkeit auch sagen, Menschen die AfD-Mitglieder sind oder AfD-Wähler sind im Gottesdienst willkommen.
00:40:04: Wir müssen aufpassen dass wir nicht Menschen ausgrenzen weil sie diese anderen Idee hinterherlaufen oder weil Sie die andere Idee gar nicht durchdringen.
00:40:14: Wenn wir also überhaupt mit ihnen ins Gespräch kommen wollten, wäre es gut über den völkischen Nationalismus oder über das Buch von Herrn Höcke.
00:40:23: Meine Frau ist Italienerin – die hat das Buch sehr aufmerksam gelesen und da steht drin, dass wir auch zu einem Prozent der Gesellschaft verzichten können.
00:40:31: Die könnten alle raus!
00:40:32: Und ich finde es erstaunlich, dass Herr Höcke solche Sätze in seinem Buch schreibt.
00:40:36: wenn wir in Thüringen nur acht Prozent nicht Deutsch haben.
00:40:38: Das ist also die Wahrscheinlichkeit, dass meine Frau dabei ist, ist sehr hoch.
00:40:42: dann sagt sie immer, der meint mich Und der meint auch alle Ärzte, die nicht Deutsch sind und jeder vierte Arzt in Thüringen ist mittlerweile nicht Deutscher.
00:40:51: Wenn sie alle raus sind können wir also die Hälfte unserer Krankenhäuser schließen.
00:40:55: Und wenn wir dann meinen, wir könnten jetzt mit mehr Mutterschaft auch mehr Kinder in die Welt bekommen und das im zweitältesten Bundesland in Deutschland.
00:41:06: dann wird es einfach mir ein bisschen schwomerig, weil er redet Weltpolitik und er redete Deutschlandpolitik.
00:41:12: Aber von Thüringen redet er meistens nicht und da ist er auch nie stellbar gewesen.
00:41:18: also ich habe es nie erlebt dass man wirklich mit ihm im parlamentarischen Raum über solche Fragen reden könnte, weil der wird sofort ausgewichen.
00:41:27: Die beiden Kirchen schalten sich ja immer wieder ein.
00:41:30: Jetzt zum Beispiel in den Wahlkämpfen von den Landtagswellen, versuchen dann mit demokratisch stärkenden Maßnahmen – da gibt es alle mögliche Aktionen aufstehen für Demokratie und Menschen würde war das zuletzt in Rheinland-Pfalz, Demokratie gewinnt
00:41:42: usw.,
00:41:42: die wollen also Menschen aufklären, die wollen die Aufrüttung, sie wollen mit denen reden.
00:41:46: aber auch da ist der Erfolg bisher leider ziemlich überschaubar.
00:41:50: Warum verfängt das nicht so richtig oder jedenfalls nicht so einfach?
00:41:54: Es gibt doch kein Konzept, dass wir staatlich irgendwie mitfördern können das am Ende über eine verfehlte Politik wegtäuscht.
00:42:01: Also den Widerspruch über den wir eben schon geredet haben ich gucke auf die Tankstellenpreise Und dann brauche ich kein Demokratieprojekt.
00:42:09: Aber dann könnte ich natürlich in diesem Demokratie-Projekt sagen, okay Leute das stimmt!
00:42:12: Das ist dilettantisch gelaufen.
00:42:14: aber was hat denn die AfD für eine Alternative?
00:42:16: So konnte man ja zum Beispiel...
00:42:18: Dann müssen wir nur die erreichen, die dann auch AfD wählen.
00:42:21: Wenn wir aber nur in unserer eigenen Bubble bleiben.
00:42:24: deswegen sage ich habe Sorge dass wir in der Fragmentierung der Gesellschaft am Ende nur noch in unseren Bubbeln bleiben und ich erlebe im Moment einen generationellen Bruch.
00:42:33: das lerne ich jetzt gerade.
00:42:35: Ich verstehe Jugendsprache gar nicht mehr.
00:42:37: Also ich habe jetzt mehrere Aufnahmen gemacht für TikTok, wo meine jungen Leute mit mir mit Begriffen gearbeitet haben von denen ich nicht mal die Fantasie hatte was das sein könnte.
00:42:46: Und es gibt dort bestimmte Schiffriss die sich mir nicht mehr erschließen aber ich erlebe umgekehrt dass in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg in beiden Fällen die unter twenty fünfjährigen Wählerinnen und Wähler AfD ein starkes AfD gewählt haben.
00:43:00: Also verfängt doch die TikTok-Strategie von AfD, indem sie die ganzen digitalen Medien komplett füllen mit ihren eigenen Behauptungen.
00:43:10: Mit ihrer eigenen Bubble.
00:43:11: und da merken wir nicht dass wir dort gerade Gefahr laufen aus dem Diskurs, dem gesellschaftlichen Diskurs uns selber rauszuziehen indem wir uns damit beschäftigen ob wir jetzt grade mal wieder in einem Demokratieprojekt ganz toll zusammengesessen haben
00:43:25: Wobei darüber ja doch sehr viel gesprochen wurde.
00:43:27: Wir müssen auf TikTok sein Also
00:43:30: sprechen oder da sein, das sind zwei verschiedene Welten.
00:43:33: Jetzt frage ich Sie ist Domradio schon auf TikTok?
00:43:36: Da fragen sie was.
00:43:38: Ich sag's ihnen deswegen noch nicht und ich
00:43:41: sage es Ihnen
00:43:42: deswegen...
00:43:43: Weil wir im Präsidium, im Bundestag gerade die Diskussion hatten.
00:43:46: Der Bundestag war bislang auch nicht auf TikTok und die Präsidentin hat gesagt Wir müssen dorthin!
00:43:51: Und wir haben eine lange Diskussion unter uns gehabt und wir waren ratlos ob das richtig ist Denn intellektuell wissen wir Die Datenkrage.
00:43:59: Tiktok saugt unsere Daten ab.
00:44:02: Andererseits Wissen wir wenn wir nicht dort sind erreichen wird die jungen Leute nicht.
00:44:06: Also Ist ein Spagat wie wir damit umgehen und deswegen ja Wir brauchen dann auch eine politische Auseinandersetzung um Plattformhaftung.
00:44:14: Dann müssen diese Tech-Konzerne endlich an die Kette gelegt werden, das Hass und Hetze, die sie verbreiten und zulassen Sie dafür haften müssen dass es bei ihnen verbreitet wird.
00:44:25: während ja ein Radio wie Domradio dafür haftet was ihr sendet machen die auf den Plattformen was sie wollen und sagen wir waren's ja gar nicht!
00:44:33: Das ist ja wie einen Briefträger.
00:44:34: der weiß ja auch nicht was im Briefumschlag drin ist.
00:44:37: Aber auf der Plattform weißt du ganz genau, damit wird Geld verdient.
00:44:40: Damit verdienen die Tech-Milliardäre ihre Kohle in dem sie Gesellschaften immer weiter spalten.
00:44:47: und wenn man dann auch den amerikanischen Präsidenten dazu nimmt, der seine eigene Plattform noch hat, der seiner weltpolitischen Maßstäbe oder Maßgaben oder Ausfälle auf einmal über Truths Media selber verbreitet und damit seine eigene Platform bespaßt und bespielt Entschuldigung, das hätte ich mir vor ein paar Jahren alles nicht vorstellen können.
00:45:07: Was
00:45:07: wäre denn dann Ihr konkreter Rat an die Kirchen?
00:45:09: Also jetzt, wenn wir nochmal blicken auf diese Entwicklung in ganz Deutschland, dieses rechtspopulistischen Land geht auf TikTok und flutet TikTok mit euren Inhalten.
00:45:21: bei Corona haben wir gelernt wie auf einmal ein Gottesdienst auch digital sein kann.
00:45:25: Das war vorher alles noch undenkbar weil man sich ja nicht vorstellen kann Wie soll denn da der Segen verbreitet werden?
00:45:31: oder wie soll den da die Botschaft sein.
00:45:33: TikTok ist die Fortsetzung dessen, was bei Corona begonnen worden ist.
00:45:37: Und dann muss man mit Fröhlichkeit rangehen.
00:45:39: Manchmal sich auch nicht ganz so ernst nehmen.
00:45:41: Also vielleicht mal eine Reise zum Himmelreich ankündigen oder wie ich heute gelernt habe beim Domradio?
00:45:51: Die Frage welche Diözöse auf der Welt ist zuständig für den Mond sind doch spannende Fragen.
00:45:56: Die kann man ja auch auf ne fröhliche Art und Weise verbreiten.
00:46:01: also Es darf nicht lächerlich sein.
00:46:04: Es darf fröhlich sein, es darf lustig sein.
00:46:06: Man darf sich nicht so ernst nehmen.
00:46:08: TikTok ist nicht eine komplette Stunde Sendung sondern das sind einfach nur Schnüpfel die aber hinführen.
00:46:16: und insofern ist die Frage Sind wir digital unterwegs?
00:46:20: Und ich sage wer nicht digital unterwegs isst wird irgendwann mit seinen Grauköpfen, also mit mir und den meinen zusammensitzen.
00:46:28: Und ich habe mir junge Leute geholt die mich mittlerweile vertickt tocken.
00:46:31: Ich will das alles gar nicht mehr genau wissen.
00:46:34: Ich will nur das Vertrauen haben dass sie jungen leute wissen was sie tun und ich höre dann immer von Also in dem letzten Bundestagswahlkampf ist es mir zum ersten mal begegnet Dass ältere Menschen auf mich zugekommen sind und gesagt haben Es Enkel Kind hat gesagt Die Linke ist cool.
00:46:51: Das habe ich ja noch nie gehört.
00:46:52: Also diese Form von Dialog, ich kannte es immer nur umgekehrt dass ich auf die älteren zugegangen bin und hab gesagt redet doch mal mit euren Enkelkindern man kann die linke auch wählen Man kann da auch sein Kreuz machen.
00:47:03: Und auf einmal kommt Heidi Reichineck und hat eine Reichweite in dieser Welt Die dazu führt das auf einmal bei den Großeltern das ankommt.
00:47:13: und wenn der Dialog so rumläuft dann geht es in beide Richtungen.
00:47:17: Wir reden jetzt.
00:47:17: in einem Moment wird immer so genannt, multipler Krisen zu Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine längst Israelskrieg in Gaza zur Letzte Eskalation.
00:47:27: In und um den Iran dazugekommen.
00:47:29: Da fällt es echt manchmal ganz schön schwer optimistisch zum Bleibenzumahl ebenso Typen wie Putin Trump, Rishi
00:47:35: usw.,
00:47:36: das Sagen haben und auch keine Anstalten machen von der Weltbühne zu verschwinden.
00:47:40: Was gibt Ihnen da ganz persönlich Hoffnung?
00:47:43: Dazu meine ich wieder bei Bonnhöfer.
00:47:45: Da sind wir wieder von den guten Mächten.
00:47:47: Da habe ich mir gestern einfach meine Kerze, meine Bonnhöferkerze rausgeholt und dazu die Musik gehört.
00:47:56: Und das ist der Moment der Ruhe den ich dann auch für mich brauche.
00:48:01: denn tatsächlich man hält es nicht aus!
00:48:03: Die Welt ist verrückt geworden und verrückt im Sinne von verrückt weggerückt von Gewissheiten.
00:48:11: Es gab früher mal die Weisheit wenn man in ein Konflikt geht muss man vorher bedenken wie man aus ihm auch wieder rauskommt.
00:48:17: Das scheint gar kein Gegenstand mehr zu sein.
00:48:20: Und wir reden über Konflikte, die wir sehen... Also ich bin im Nova-Festivalgelände in der Nägelfüße gewesen und habe mit den Angehörigen geredet was der siebte Oktober.
00:48:32: für eine radikale Veränderung in der israelischen Gesellschaft ausgelöst hat, mit dieser Form der brutalen Ermordung.
00:48:39: Ich habe die vier Bidoinen.
00:48:40: im Benediktiner Abtei.
00:48:43: auf dem Berg Zion durfte ich den Mount Zion Friedenspreis verleihen und es war mir eine Ehre das Abschnabel mich eingeladen hatte und wir sind dann zusammen in die Nägelfüste gefahren.
00:48:53: Vier junge Moslems, die vierzig junge Jüdinnen und Juden gerettet haben, das Leben gerettete.
00:48:59: Diese Bedouin werden eben von den Hamas-Leuten genauso bedroht mit dem Leben bedrohnt, weil sie als Verräter und Kollaborateur gelten.
00:49:07: Aber Sie werden auch von der israelischen Gesellschaft nicht so angesehen wie sich es eigentlich gehören würde, obwohl es israelische Staatsbürger sind.
00:49:15: Und wenn ich dann in den Dörfern in der Neger Füste bin und höre von den Dorfältesten die Dörfer sollen abgerissen werden, dann finde ich das auch problematisch.
00:49:23: also über die Dinge muss man reden.
00:49:25: aber wenn wir nur über Israel Gaza West Bank und Libanon reden oder jetzt noch Iran dazu, das Reich des Bösen, des Teufels.
00:49:35: Dann übersehen wir dass in Pakistan und Indien es auch immer kurz vom Knallen ist.
00:49:40: Dass der Zerfall des Osmanischen Reiches bis heute gesellschaftlich und territorial nicht aufgearbeitet ist weil der Nahe Osten ist auch Teil des britischen Mandatsgebiet und vorher des zerfallenen Osmanischen Reichs.
00:49:54: aber der Zervall der Sowjetunion Führt ja nicht nur zu dem Krieg Putins gegen die Ukraine, sondern führt auch dazu dass in Transnistrien ein fremdes Territorium besetzt worden ist.
00:50:08: und dasselbe mit Süd-Ossetien in Georgien oder mit Azerbaijan Armenien Berkarabach.
00:50:18: Wir registrieren ja schon gar nicht mehr, was da um uns alles herum passiert und ich würde gerne das wir über solche Sachen wenigstens so reden dass wir sagen wo ist der Lösungsansatz?
00:50:28: Dass wir uns in Vielfalt aushalten.
00:50:30: Dass wir in der Unterschiedlichkeit evangelisch-katholisch haben lernen müssen.
00:50:36: Nach dem dreißigjährigen Krieg, als jeder vierte Europäer kaputt war, tot war.
00:50:40: Vor Hunger hat er schlagen ermordet zerstört.
00:50:43: erst dann hat man angefangen sich als Christen zu respektieren in der Unterschiedlichkeit.
00:50:50: und wie wäre es denn wenn wir dann den Gedanken von Schloss Friedensteinen gott haben?
00:50:55: Frieden ernährt und unfrieden verzehrt das ist der Gedanke von Schlotz Friedenstein am Ende des Dreißigährigen Krieges.
00:51:01: Und da würde ich mir dann mal schieten und Sunniten wünschen, die sowas diskutieren.
00:51:06: Aber auch alle anderen, dass wir miteinander reden.
00:51:09: wie ist unsere Antwort?
00:51:11: Die Eskalationsstufe der Gewalt löst kein Problem, schafft keine Zuversicht sondern zerstört nur!
00:51:30: Gottes Segen.
00:51:31: Das wünsche ich auch und vielen Dank, dass ich da sein durfte!
00:51:34: Und bei allen die zugehört haben danke fürs Zuhören, danke für euer Interesse.
00:51:38: wenn euch diese Folge von Himmel klar gefallen hat sagt gern warum?
00:51:41: abonniert uns empfiehlt uns weiter.
00:51:42: Ich bin Hilde Regeniter und ich wünsch euch einen gute Zeit
00:51:45: bis zum nächsten Mal.
00:51:49: Was hat die Kirche uns heute noch zu sagen?
00:51:52: Viel Wichtiges und Banales Trauriges und Lustiges.
00:51:57: Wir reden mit den Menschen Die im Mittelpunkt kirchlichen Geschehen stehen Im Podcast Himmel klar, Himmelklar.
00:52:04: Der katholische Podcast gibt's überall wo es Podcasts gibt auf domradio.de und jetzt im Domradio-Hürfungprogramm.
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