#304 Andrea Nahles – Sozialdemokratin, Katholikin, Mutter
Shownotes
In ihrer Partei hatte sie schon viele Spitzenämter inne: Andrea Nahles war Juso-Vorsitzende, SPD-Generalsekretärin, SPD-Fraktionsvorsitzende und SPD-Parteivorsitzende. Seit 2022 ist sie Chefin der Bundesagentur für Arbeit. Dass Weiheämter und damit die maßgeblichsten Entscheidungsämter in der katholischen Kirche Frauen weiter verwehrt bleiben, bedauert die gläubige Katholikin und wünscht sich einen Durchbruch mindestens beim Diakonat der Frau. Dass Leo XIV. den Weg dazu freimachen wird, glaubt sie eher nicht. Seine Positionen zu Frieden und KI dagegen schätzt sie sehr. Wie ihr Glaube ihr nach ihrem Rückzug aus der Politik im Jahr 2019 geholfen hat, auch das erzählt sie in der neuen Folge von Himmelklar. Sie erinnert sich an ihre katholische Kindheit und Jugend in der Eifel zwischen Regelkonformität und Offenheit und erklärt, wie ihr christliches Wertefundament sie auch als Politikerin geprägt hat.
Im Gespräch mit Hilde Regeniter.
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00:00:08: Ich meine, dass wir uns immer noch nicht auf ein weibliches Diakonat verständigen konnten.
00:00:12: in der katholischen Kirche finde ich eigentlich schon traurig.
00:00:15: Ich bin ja geduldig mit einer Organisation die so in die zweitausender Jahre jetzt geht und weiß es ist Veränderung auch Zeit brauchen.
00:00:22: aber Da muss ich sagen, da erwachte ich jetzt einfach irgendwann mal ein Durchbruch.
00:00:27: Ich bin nicht sicher ob der neue Papst hier die Wege freiräumt.
00:00:31: Ich glaube eher nicht.
00:00:32: Deswegen schränke ich meinen Bekenntnis nicht ein oder wende mich von der katholischen Kirche ab.
00:00:38: Aber es ist schon immer wieder für mich eine Enttäuschung.
00:00:42: Das muss man ganz klar sagen und das wäre wirklich mal an der Zeit... Es überzeugen sich die Argumente auch gerade beim Diakonat überhaupt nicht!
00:00:55: Herzlich willkommen zu Himmelklar, dem katholischen Podcast-Haus.
00:00:59: Bin ich Hilde Regenlieter und freue mich sehr dass sich heute mit Andrea Nahles spreche in ihrer Partei.
00:01:04: In der SPD hat sie so ziemlich alle wichtigen Ämter gehabt Juuso Vorsitzende, SPD Generalsekretärin, SPD Fraktionsvorsitzende und SPD Parteivorsitzenden.
00:01:15: Sie war Bundesarbeitsministerin unter Kanzlerin Merkel und hat achtzehn Jahre lang im Deutschen Bundestag gesessen bevor sie zwei tausend neunzehn ihr Mandat niedergelegt hat.
00:01:24: Seit dem ersten August, ist sie Vorsitzende der Bundesagentur für Arbeit.
00:01:29: Heute sitzt sie hier bei uns und guckt auf den Kölner Dom.
00:01:33: Herzlich willkommen, Frau Nahles.
00:01:34: Toll, dass Sie da sind!
00:01:35: Ja,
00:01:35: freut mich auch sehr, dass ich hier wieder in Köln und beim Domradio sein kann.
00:01:39: In diesen Tagen bin ich gern Katholikin.
00:01:41: Das haben sie vor Kurzem gesagt als wir öffentlich über den Frieden nachgedacht haben Und sie haben Papst Leo zitiert und seine deutliche Positionierung gegenüber US-Präsident Trump und dessen Iran.
00:01:51: Krieg.
00:01:52: Wie wichtig ist das in Ihren Augen?
00:01:54: Dass er das katholische Kirchen überhaupt so Klarstellung bezieht?
00:01:57: Also wenn ich die Reaktionen insenden, da habe ich die Predigt gemacht betrachte dann war ich nicht der einzige im Raum die so empfindet dass jemand hier Klarstellung bezieht aus christlicher Perspektive heraus sich das traut immer wieder übrigens auch ja durchaus Rüder angegangen wird von der amerikanischen Administration und trotzdem da kurz hält.
00:02:22: Das ist sehr wichtig, weil es nicht so viele Stimmen in der Welt gibt die derzeit diese Klarheit mit sich bringen.
00:02:29: Sind Sie denn dann auch gern Katholikin Venleo sich in seinem ersten Lehr schreiben des großen Themas dieses Moments annimmt und sich für die Entwaffnung der künstlichen Intelligenz der KI einsetzt?
00:02:40: Ja ich fand das ich habe es jetzt am Wochenende gelesen ein sehr bemerkenswertes auch kluge und reflektierte.
00:02:51: Positionierung, die mich weiter beschäftigen wird in den nächsten Wochen bin ich mir sicher.
00:02:58: Weil natürlich die Bundesagentur für Arbeit auch KI einsetzt.
00:03:01: und dann... wie nehmen wir wirklich die Menschen mit?
00:03:04: Gibt es eine menschenfreundliche KI?
00:03:06: Das sind ja alles Fragen, die er aufwirft!
00:03:08: Ich teile aber nicht alle seine Einschätzung.
00:03:10: Ich glaube er hat doch ein recht veralteten KI Begriff teilweise.
00:03:14: Tut so als ob's da nur geht um repetitive Tätigkeiten zu ersetzen.
00:03:17: KI kann leider immer mehr also einen guten Dialog führen können.
00:03:23: Es ist ein wunderbarer Diskursaufstark, ich werde mit Sicherheit daraus oft zitieren aber vielleicht auch die eine oder andere Positionen widerlegen.
00:03:33: Das ist ein Reibungspunkt der mir gut gefallen hat den ich allen nur zur Lektüre empfehlen
00:03:40: kann.".
00:03:40: Auf ihrer Homepage – da steht Andrea Nahles Sozialdemokratin Katholikin Mutter.
00:03:49: Also, ich versteck das nicht.
00:03:52: Ich hatte auch manchmal mit meiner Kirche aber ich bin es noch mal und ich bleib's auch.
00:03:58: Sie kommen... Das müssen wir nochmal sagen aus der Vulkan-Eifel wo sie glaube ich in Teilzeit bis heute auch leben aus einem kleinen Dorf bei Mayen Und da war das als sie geboren wurden nämlich an ziemlich normal in der katholischen Eifel auch in so eine katholie Familie hineingeboren zu werden.
00:04:12: Ja,
00:04:12: das war der Standard.
00:04:14: Ich bin auch sehr, glaube ich, erzogen worden.
00:04:18: Meine Oma war da sehr wichtig die wirklich ein tiefe Fräumigkeit hatte aber teilweise halt auch diesen angstbesetzten Katholizismus repräsentiert hat der dann natürlich mit sehr viel Regelkonformität verbunden und so weiter.
00:04:36: also man musste dann halt auch usw.
00:04:39: nichtsdestotrotz hat es trotzdem Dankenswerteweise geklappt, den Samen zu legen für diesen Glauben.
00:04:48: Und bin dann erst malig damit konfrontiert worden dass ich etwas will was vielleicht nicht ganz so selbstverständlich ist als erste Generation weiblicher Messdienerin dann tatsächlich in meiner Mafferei auch tatsächlich Messdienerin werden konnte.
00:05:07: Merkte aber auch, dass es da Kontroversen gab, neunzehntneunzebzig.
00:05:11: Papst Johannes Paul II war damals nicht happy, das es weibliche Ministerialtänen gibt.
00:05:17: Aber unser Pastor hat sich dann im reinigen Katholizismus davon freigeschwommen und hat gesagt er hat nicht genug Jungs!
00:05:24: Es wird jetzt weitergemacht mit den Mädchen.
00:05:26: Mussten sie dafür auch kämpfen und sagen ich will das unbedingt?
00:05:29: Nein, nein.
00:05:30: Ich habe schon gesagt ich will das aber es ist ja dann ein gemeinsamer Kampf gewesen ist Pastors und der Fahrgemeinde Praktisch gegen die Linie des Vatikans zu dem Zeitpunkt.
00:05:41: Übrigens hat Johannes Paul der Zweite seine Position dann langsam aber heimlich hier eingerollt, weil sie wurde einfach schlicht nicht beachtet und wir waren nicht die einzigen, die das missachtet haben.
00:05:50: Was hat Ihnen das denn bedeutet als Sie dann durften?
00:05:53: Sie durften dienen im Gottesdienst?
00:05:55: Ja, das war toll!
00:05:57: Das hat mir auch Selbstwusen gegeben.
00:05:58: ich war da nachher auch Lektorin zum Beispiel in der Oster Passion Der Erzähler.
00:06:04: Ich würde mal sagen, da habe ich so meine ersten Gehübungen in öffentlicher Kumpel Kommunikation gemacht auf der Bühne sozusagen in der Kirche, habe ich später in meinem Leben öfter gebrauchen können als ich damals wahrscheinlich dachte.
00:06:14: Wenn Sie jetzt so an Ihre katholische Kindheit und Jugend in der Alphe zurückdenken – sie haben ja schon ihre Großmutter erwähnt und auch diesen ein bisschen unheimlichen Gott, der so als strafende Instanz da vielleicht immer im Hintergrund war – was denken Sie denn noch?
00:06:26: Ja, ich denke an das Mosaik in der Abtei Maria Lach.
00:06:31: Das einen anderen Jesus zeigt.
00:06:33: Einen, der sagt Ich bin der Weg die Wald und das Leben Der nicht am Kreuz hängt, der sehr freundlich und beeindruckend war.
00:06:42: Wir sind da oft hingefahren Und es gab auch immer einen Europa und meine Eltern, die das etwas Liberaler gesehen haben.
00:06:51: Mein Opa hatte immer so ein Fernrohr und guckte immer die Straße hoch und sagte wenn sie zuerst in der Kirche ging ganz früh den nannte er dann Farisea.
00:06:59: Also er war einer der den katholischen Glauben eher nicht so regelkonform ausgelegt hat sondern mehr als Haltung Als Bekenntnis als immer.
00:07:09: er gingen immer in die Kirche.
00:07:10: Es war nicht so dass er da irgendwie andere in etwas atmenderer Katolizismus, der mir deutlich mehr entsprochen hat an dem ich mich dann eben auch orientieren konnte.
00:07:21: Aber das heißt Sie haben von Anfang an auch gleich gesehen.
00:07:23: da gibt es ganz viele verschiedene Katolizen?
00:07:25: Genau
00:07:26: und es gibt auch verschiedene Formen, die zu praktizieren.
00:07:29: natürlich und das war für mich auch schon von Anfang Weil ich habe dann im Laufe meines Lebensgemerks den Kindheitsglauben, hab' ich mir ja auch nicht so bewahren können.
00:07:40: Ich bin dann im Studium ganz anders konfrontiert worden – auch philosophisch, gesellschaftspolitisch und hab' dann immer wieder Wege zurückfinden müssen!
00:07:49: Und wir waren zum Beispiel in Kloster-Machtental Patalau, das war eine Figur für mich der mir dann geholfen hat in meinem Jugendalter diesen Weg vom Kinderklau in sozusagen einen, der bis heute für mich praktikabel ist zu finden.
00:08:06: Und das halt eben durch bestarkes persönliches Vorbild, durch Gläubensbekenntnis von Menschen, denen ich das abkaufen konnte die mir wirklich was gegeben haben, die für mich heute wie es heute vorbild sind.
00:08:19: Und apropos Kinder glaube sie sind ja auch Mutter heute alleinerziehend habe eine Tochter
00:08:24: Ella heißt.
00:08:25: ihr hab ich gelesen und als die noch kleiner war da haben Sie öffentlich Das eine oder andere Mal erzählt, dass Sie zum Beispiel mit ihr beten in der Bibel gelesen.
00:08:33: Warum war Ihnen das so wichtig?
00:08:35: Ja wenn man nichts kennt dann kann man auch nichts umarmen nicht.
00:08:39: also es kann ja sein, dass sie sich davon abwendet.
00:08:42: Sie ist jetzt fünfzehn weiß der Kuckuck was da noch kommt.
00:08:45: aber das Angebot war da und ohne dass ich jetzt stark Druck ausgeübt habt einfach das Angebote machen mit in die Kirche nehmen selber in die kirche gehen selber.
00:08:57: Ich habe mich auseinandersetzen, das hat sie mitbekommen und da war es dann gar nicht mehr schwer.
00:09:02: Jetzt sieht davon zu überzeugen Messdienerin zu werden.
00:09:05: Da hat sie von sich aus dann ja gesagt was auch nicht selbstverständlich in ihrer Altersklasse war Es hätte auch genauso gut anders laufen können.
00:09:12: Es kann auch noch anders kommen aber zumindest den Grundstein legen Das halte ich für wichtig.
00:09:17: Spielen denn heute religiöse Fragen, also Sie ist Messdienerin.
00:09:20: Aber diskutieren Sie auch religiose Fragen mit Ihrer Teenager-Tochter?
00:09:23: Spielt das eine Rolle?
00:09:24: Das spielt eine Rolle wenn sie wirklich vom Religionsunterricht was mit nach Hause bringt oder auch diese Krieg- und Friedenfragen.
00:09:31: Das hat sie dann gelesen, das wurde im Sozialkundeunterricht behandelt.
00:09:37: Da kommt sie schon mal zurück mit und dann reden wir darüber.
00:09:41: Ich mache es aber wirklich so, dass Sie mich darauf ansprechen muss.
00:09:45: Ich mach' das jetzt nicht beim Essen und laber Sie voll.
00:09:50: Weil ich habe festgestellt, komm nicht gut!
00:09:53: Kommt nicht gut?
00:09:53: Das
00:09:54: kann ich mir gut vorstellen... Für sie damals als katholisches Mädchen, als Katholische junge Frau in der katholicen Eifel würde man ja denken es wäre eigentlich naheliegend gewesen als politisch denkende Person.
00:10:07: Ach dann trete ich in die CDU ein!
00:10:08: Die hat das C schon im Namen.
00:10:10: für christlich sind Sie aber nicht?
00:10:12: Sie haben sogar selbst einen SPD-Ortsverein gegründet wie das.
00:10:16: warum das?
00:10:18: Ich bleibe bis heute dabei, dass die Sozialdemokratie in Rheinland-Pfalz eingetreten ist.
00:10:29: Das ist ja eine sehr mittige Sozialdemokratie, die hat für mich mehr Nähe zu den von mir so interpretierten Botschaften Jesu gehabt Als ich das in der örtlichen Union von mir, die sehr stark konservativ, sehr restriktive kulturelle Vorstellungen hatte.
00:10:54: Das passte für mich überhaupt nicht.
00:10:58: und so weit gab es weich zuerst Christian und dann Sozialdemokratin.
00:11:04: aber für mich war es eben auch ein logischer Zusammenhang
00:11:07: Sie haben das jetzt nochmal gesagt und auch immer wieder an anderen Stellen, dass sie eben erst Christin, Erstkatholikin waren dann Sozialdemokratinnen geworden sind.
00:11:14: Sie haben auch immer wie gesagt, dass ihr Glaube sie als Mensch geprägt hat.
00:11:18: Wie waren und sind denn Glaube- und politisches Engagement bei Ihnen ganz persönlich miteinander verzahnt?
00:11:23: Ja es ist halt eben immer wieder der Versuch die durchaus herausfordernden Anforderungen Jesus an unser Leben formuliert hat.
00:11:32: Das beste Beispiel ist ja Nächstenliebe, aber auch dieses... Auch auf der Außenstehenden gucken die wieder in die Mitte nehmen.
00:11:40: Niemanden am Rande stehen lassen.
00:11:43: Immer wieder das durchzudeklinieren immer wieder zu gucken tue ich dass mache ich das habe ich diesen Blick mich selber herauszufordern mit Jesus immer wieder mich zu konfrontieren mit seinen teilweise radikalen Vorschlägen beziehungsweise seinem Vorbild nie gerecht wird nachzufolgen.
00:12:03: Das habe ich dann auch gemerkt im Laufe meines Lebens und das ist jetzt für mich gar keine Trennung, ich finde es immer so künstlich diese Trennung Leben, Beruf, Berufung, Politik ja das ist auch für mich eines und dasselbe.
00:12:17: also entweder hab' ich einen Wertekontext, hab' Ich einen Glauben Dann lebe ich den in allem ob das jetzt die Erziehung meiner Tochter is', meinen Anspruch an mich selbst oder die politische Arbeit.
00:12:31: Da sehe ich jetzt nicht das eine oder das andere.
00:12:34: Das ist für mich alles eine
00:12:36: Perspektive.".
00:12:38: Sie sind in ihrer Partei schnell und hoch aufgestiegen, im Jahr zwei Tausend achtzehnt sie dann sogar als erste Frau überhaupt SPD-Parteichefin geworden.
00:12:47: Da haben sie ganz sicher Durchsetzungskraft gebraucht.
00:12:50: Sicher neben dem Gestaltungswellen auch den Willen Verantwortung zu übernehmen und damit auch Macht – es geht gar nicht anders!
00:12:56: Andererseits habe ich dann gefunden, dass Sie mal gesagt haben, das Gläubige Christen ist besonders schwer.
00:13:01: Haben sich in der Politik zu behaupten?
00:13:03: Der christliche Glaube steht auf Kriegsfuß mit jeder Form von Macht.
00:13:07: Wie haben sie es als gläubiger Christian im Einklang mit Ihrem Glauben trotzdem hingekriegt, sich durchzusetzen?
00:13:14: Was mache ich mit der Macht?
00:13:15: Das ist ja die erste Frage, die man sich stellen muss.
00:13:19: Mache ich die Macht für mich ... damit ich machtvoll bin und dass es sicherlich auch notwendig, damit man sich durchsetzen kann um ihre Frage zu beantworten.
00:13:29: Aber gibt es eben noch andere Ziele die ich verfolge für die ich meine Macht dann nutze?
00:13:34: Einsätze, Laie wie man's auch immer nennen will Und wenn man das Gefühl hat, dass man das einigermaßen in den Belongs hat dann war es für mich eben nicht unmöglich Christ und macht Mensch zu sein.
00:13:48: Durchsetzungsfähig war ich eigentlich von Natur aus immer.
00:13:52: Darüber habe ich keinen Kurs gemacht.
00:13:55: Ich war schon in der Schule Chefredakteurin der Schülerzeitung und so.
00:14:01: andere Leute irgendwo mitzureißen, zu mitzuorganisieren.
00:14:05: Teambuilding... Da sind mir immer leicht gefallen!
00:14:08: Das konnte ich einfach immer schon gut und das hat dann einfach dazu geholfen.
00:14:14: und ich war halt irgendwie auch niemand, den man so leichter raus kaufen konnte mit irgendwas Egal was, ich habe halt mein Ding durchgezogen und wenn nicht der Meinung war das muss jetzt sein.
00:14:24: Ich denke mal Umsetzung Mindestlohn war wirklich sehr schwer dass aus diesem Mindest lohn dann in den Verhandlungen mit dem Parlament auch am Ende kein Schweizer Käse mit großen Löchern geworden ist.
00:14:36: Da musst du halt auch stur sein, da musst du wirklich wissen was du tust und geschickt agieren.
00:14:41: Und so das war mein Meisterstück würde ich sagen der Durchsetzung von politischen Inhalten würde ich mal behaupten.
00:14:49: und es hält ja bis heute Gott sei Dank.
00:14:51: Das ist dann wirklich eine Kunst der Kommunikation.
00:14:54: eher Durchsetzung finde ich eigentlich ne Kunst der kommunikation.
00:14:58: Dazu passt vielleicht auch das Zitat Was Ich noch Von Ihnen habe nämlich aus meinem Christsein lässt sich Mein Kompass für Gerechtigkeitsfragen entwickt.
00:15:06: Auch das sagen wir immer wieder.
00:15:07: Was heißt das denn konkret?
00:15:08: Stichwort Mindestlohn zum Beispiel?
00:15:10: Ja, aber vielleicht auch eher... Na ja, gerade ja schon manchmal mit meiner Partei dann in Konflikte ich weiß bei Sterbehilfe oder bei Empryonenforschung und so weiter.
00:15:23: da habe ich durchaus also auch schon als Fraktionsvorsitzende teilweise Im mächtigen Applaus von der rechten Seite des Hauses bekommen.
00:15:30: für Reden war der Fraktionssang aufgelöst.
00:15:33: Da habe ich dann durchaus auch schon mal nur wenige Leute in meiner eigenen Partei auf meiner Seite gehabt, das heißt ja schon dass man manchmal dann auch in den Konflikt gehen muss wenn man eben der Überzeugung ist weil man eben aus einer bewährte Klauebigen Perspektive rausguckt, dann ist man nicht immer konform mit teilweise auch seiner eigenen Partei.
00:15:56: Das muss man dann halt eben auch ausseiten.
00:15:58: das hat mir durchaus Misstrauen in meiner eigenen Fraktion angebracht.
00:16:02: Das war dann nachher bei zwei achtzehn Debatten, habe ich gemerkt, hat man mir nicht getraut.
00:16:08: Weil ich ja zu nah an den Katholiken bin und dem Kauder und den anderen umgekehrt hab ich dann den Kompromiss hinbekommen mit der CDU und der CSU weil die mir vertraut haben dass ich auch aus einer etlichen Perspektive da drauf gucke wie man es dreht und wendet.
00:16:22: Man kommt schon auch manchmal in den Konflikt wenn man versucht hier Tacheles zu reden und auch seinen Kompass zu behalten.
00:16:32: Definitiv haben Sie zu den Politikerinnen gehört.
00:16:35: Und jetzt als gestaltes öffentlichen Lebensweiter machen sie es auch noch, die sich immer wieder mal öffentlich auch zu Ihrem Glauben geäußert haben und Sie haben immer gesagt das ist mir wirklich wichtig, dass trägt mich!
00:16:46: Und Sie haben ja auch gerade gesagt man kann es ja eigentlich gar nicht trennen.
00:16:48: Nein.
00:16:48: In dem Jahr
00:16:49: zwei Tausend Neun haben Sie Ihr autobiografisches Buch Frau glaube ich links genannt.
00:16:54: Ich würde sagen das trifft immer nur auf Sie zu oder?
00:16:57: Ja Also ich glaube schon, habe mich nichts zurückzunehmen.
00:17:02: Wobei jetzt links ist ja auch so eine Frage.
00:17:05: Da würde ich vielleicht heute nochmal länger drüber nachdenken... Was heißt das eigentlich?
00:17:15: Position zu Krieg und letztendlich zum Würde des Menschen sehe.
00:17:21: Und ich würde mal behaupten, Papst Leo wird sich nicht als Linksein ordnen.
00:17:24: Da habe ich aber viele Schnittmengen!
00:17:25: Ist ja die Frage wie man drauf guckt.
00:17:28: Kapitalismuskritisch bin ich auf jeden Fall immer noch und deswegen wahrscheinlich im Großen und Ganzen?
00:17:35: Ja stimmt noch Frau bin ich ja sowieso.
00:17:41: Das war für Sie wirklich ein einschneidendes Jahr Anfang Juni nach einem schlechten Ergebnis bei den Europawahlen.
00:17:48: Da haben sie sowohl Partei als auch Fraktionsvorsitz niedergelegt, Anfang November dann auch ihr Bundestagsmandat zurückgegeben also einen riesen Einschnitt Und Sie haben gesagt, Sie haben das gemacht weil Ihnen der Rückhalt in der eigene Partei gefehlt hat.
00:18:00: Das war ganz bestimmt ein herber Schlag für sie als Politikerin.
00:18:04: ich stelle mir vor auch als Person als Mensch wie sehen Sie das jetzt im Abstand doch einiger Jahre?
00:18:11: Ich habe damals das Gefühl gehabt dass ich selbstbestimmt jetzt einen Schlussstrich ziehen möchte und es hat sich auch im Abstand von sieben Jahren jetzt als errichtiges Schritt für mich persönlich herausgestellt.
00:18:24: Politisch bin ich traurig weiterhin, weil ich die Probleme, die es damals gab nicht als Überwundenempfinde.
00:18:32: Also die Hoffnung an durch den Rücktritt sozusagen etwas freimachen zu können hat nicht wirklich so eine dauerhaften Stabilisierung der Sozialdemokraten geführt.
00:18:41: das bedauere ich.
00:18:43: Das was ich persönlich sagen kann ist war wirklich krass!
00:18:46: Es hat weh getan.
00:18:48: Das hat auch ein paar Jahre gedauert, bis ich das verdaut habe.
00:18:51: Weil ich ja auch ganz viele Menschen mit denen ich so viele Jahre aus sehr eng verbunden war.
00:18:56: Zwei jetzt nicht ganz verloren hab aber diese Nähe ist natürlich weg gewesen und zwar von heute auf morgen.
00:19:02: Wumm!
00:19:03: Das ist schon ein großer Verlust in meinem Leben gewesen.
00:19:06: es hat dann einige Zeit gedauern auch wieder neue Türen aufzumachen Neue Menschen kennenzulernen Wieder andere Perspektiven einzunehmen Aber das war schon heftig.
00:19:15: Ich bin froh, dass ich heute sagen kann... ...dass ich damit gut bin.
00:19:21: Dass ich das heute wirklich auch einen Weg gefunden habe, damit klarzukommen ohne jetzt irgendwo ein Kroll noch zurückzubehalten oder irgendwo das Gefühl zu haben, ich hab eine Fehler gemacht und es war die falsche Entscheidung.
00:19:36: All das hatte ich nicht!
00:19:37: Ich habe da ne neue Ruhe und innere Sicherheit für mich gefunden in meinem neuen Leben.
00:19:42: Nichtsdestotrotz war schon heftig, kann ich sagen dieser krasse Schritt.
00:19:48: Ich würde doch gerne noch mal bei diesem Moment bleiben der sicher erstmal nach Scheitern auch geschmeckt hat, nach Niederlage, ich habe es nicht geschafft.
00:19:56: Was hat Ihnen denn in diesem Moment wo es wirklich schwierig wurde ihr glauben bedeutet?
00:20:01: Ziemlich viel also.
00:20:03: ich glaube ich werde dann nicht so gut durchgekommen auch mental per menschlich ohne dass ich irgendwo den Das tiefe Gefühl habe, dass mich das als Mensch nicht umwirft.
00:20:17: Und dass mich es als Menschen nicht um wirft hängt damit zusammen, dass ich mich als mensch angenommen fühle in Gott Dass ich mich nicht definiere nur über das was Ich tue oder was ich getan hab Sondern auch durch das was ich als menschen bin vor gott mitgott ingot und das hat mir einfach ohneheimlich viel Sicherheit ruhe letztendlich auch kraft gegeben Denn das ging ein bisschen zu körperlichen Erscheinungen, dass ich Herzprobleme bekommen habe.
00:20:47: Weil ich ja wie so einen Leistungssportner der nicht abtrainiert war erst mal kämpfen musste.
00:20:52: Ich hab drei Schichten am Tag gearbeitet als ich da saß ich zu Hause auf einmal und habe meine Küche sauber gemacht.
00:21:00: Das hat aber geholfen, dass mich eben mich als Mensch nicht definiert habe nur über das was ich als Politikerin war Und wenn man das hat dann hat man viel.
00:21:10: Interessanterweise haben Sie dann Ihren ersten öffentlichen Auftritt nach dem Doppelrücktritt in einem Kloster gehabt.
00:21:15: Der Name ist schon mal gefallen heute, in Maria Lach auch in der Vulkan Eifeln bei Ihnen um die Ecke sozusagen ein Zufall.
00:21:21: oder hat Ihnen das als Symbol ganz gut gepasst?
00:21:24: Ja, das war für mich dann naheliegend.
00:21:26: Weil es waren paar Monate später nach dem Rücktritt und dann habe ich gedacht wo könnte ich das jetzt machen mit mich zu verabschieden?
00:21:35: Auch sozusagen aus meinem Bundestagsmandat.
00:21:37: Maria Lach liegt auch genau in der Mitte von meinem Wahlkreis also lag in der Und ich habe immer einen guten Kontakt gepflegt.
00:21:46: Es hat dann einfach gepasst und es war auch genau die richtige Entscheidung, Maria Laris ist auch immer noch für mich ein spirituelles Zentrum.
00:21:55: Für mich persönlich aber auch für die gesamte Region.
00:21:59: Und deswegen war das ein guter Ausstieg weil letztendlich auch diesen Abschied von der Politik, aber dass nicht in nichts fallender symbolisiert hat.
00:22:07: Ich war ja aufgefangen!
00:22:11: Das hat Maria Lach damals symbolisiert.
00:22:13: Und wo wir jetzt von Maria Lache sprechen, dieser Benediktina-Abteil am Lacher See?
00:22:18: So der haben Sie gerade ganz frisch nochmal besondere Bande geknüpft.
00:22:22: Stichwort Kuratorium.
00:22:24: das müssen sie erklären.
00:22:25: Ja der neue Abt und der Prior ab.
00:22:27: Maurizius hat mich gefragt ob ich mir vorstellen könnte Zu diesem Neubeginn in Maria Lach, die hatten wirklich auch eine Durststrecke.
00:22:35: Es gab keine klare Führung.
00:22:37: Jetzt gibt es einen neuen Anfang zu beitragen könnte, indem ich ein neues Kuratorium das eben mit Rat und Tat im Kloster zur Seite steht aufbauen könnte.
00:22:47: Und da habe ich ein bisschen überlegt.
00:22:49: jetzt ist meine Tochter fünftzehn.
00:22:50: Ich gedacht, jetzt kann nicht mir das vorstellen.
00:22:55: Hat sich jetzt seit April, bin ich jetzt offiziell Choratomsvorsitzende.
00:23:00: Hat sich als sehr produktiv herausgestellt.
00:23:03: das macht mir Spaß damit zu helfen.
00:23:05: Ja eben diesen Jahrhunderte alten Ort der eben mehr ist als ein schönes Kloster sondern eben auch spirituelle Orte ist ja ihnen wiederzubeleben als ein spirituellen Ort, als auch der Reflektion des Diskurses aber auch das Glaubens.
00:23:27: Und insofern freue ich mich, dass sich das kann und bin jetzt fleißig am Sammeln also Kuratonsmitglieder!
00:23:37: Dann drücken wir die Daumen, dass das gut gelingt.
00:23:40: und ich möchte trotzdem noch mal zurückkommen auf diesen ersten öffentlichen Auftritt damals im Jahr twohntausend neunzehn in Maria Lachwein.
00:23:46: da haben sie über Gleichberechtigung gesprochen Die Gleichberechtigung in diesem Fall von Frauen und Männern.
00:23:54: Und ich gehe noch mal ein Schritt zurück, denken Sie heute das es auch daran gelegen hat?
00:23:59: Dass sie aus den eigenen Reihen damals so
00:24:01: harsch
00:24:02: angegangen worden sind, dass sie eine Frau war, denken sie mit einem Mann, wenn man anders umgegangen
00:24:07: ist?
00:24:07: Teilweise schon sowohl medial als auch in der eigenen Partei kann ich einige Sachen entdecken die so in dieser Form Respektlosigkeit glaube ich nicht passiert werden.
00:24:21: Eigenschaften die mich ja groß gemacht haben, Durchsetzungsfähigkeit und Werden bei Frauen immer noch eher negativ konnotiert.
00:24:31: Ich weiß dass ich immer Bilder von mir gesehen habe wo ich den Mund aufgerissen hab, Möbel rückliste und vochterlaffte Bilder.
00:24:36: das ist eine Entscheidung die einzelne Redaktionen dann immer wieder treffen wo ich nämlich gefragt habe Puh!
00:24:42: Und Frauen, die weniger dieses Image hätten wurden anders dargestellt.
00:24:46: Man kann von mir auch einigermaßen vernünftige Bilder finden.
00:24:51: Da gab es also schon einige Hinweise.
00:24:53: mal abgesehen davon finde ich das gerade wieder sehr bezeichnend bei Bärbel-Bars.
00:24:58: da wird auch wieder ein Feindbild aufgebaut.
00:25:00: jetzt muss man nicht mit allem Einverstanden sein was sie sagt oder so.
00:25:03: aber diese Aggressivität mit der jetzt auch gerade in der Bildzeitung muss man auf den Punkt zu bringen wie er gearbeitet wird auch gegen Sie.
00:25:11: Da habe ich schon Déjà-vu-Erlebnisse gehabt in den letzten Monaten.
00:25:16: Und dieses Gucken auf Äußerlichkeiten, auch wenn man das Bannemann vielleicht nicht tun würde?
00:25:21: Welche Rolle hat das
00:25:22: gespielt?
00:25:23: Das hat mich schon belastet.
00:25:24: Ich glaube jede Frau in den Letzten zwanzig Jahren, die in der Öffentlichkeit war oder dreißig wird davon liezingen können... Man hatte ja auch nicht so viele Vorbilder gehabt.
00:25:32: Frau Merkel war dann eins Und immer diese Frage, aber es waren vor allem die eigenen Leute.
00:25:38: Aber auch Frauen, die immer besonders kritisch da waren.
00:25:41: Es ist nicht die Gelassenheit bei den Frauen Da auch die auf einen gucken Weil zu sagen ja dann hat sie halt Locken Die stehen halt manchmal wild.
00:25:50: Das ist halt bei mir nun mal so.
00:25:52: Ich habe jahrelang meine Haare geföhnt Dass sie gerade waren und fein und brav.
00:25:57: Und irgendwann habe ich gesagt, was soll das eigentlich?
00:25:59: Ich hab Naturlöckungen und es macht mir nur Arbeit.
00:26:01: Es kostet, ich muss morgens eine halbe Stunde vorher aufstehen.
00:26:03: deswegen... Was ist eigentlich so wichtig daran?
00:26:06: Warum ist das ein Problem?
00:26:09: Diese würde ich mir heute, wenn ich damals das Selbstbewusstsein gehabt hätte, das zu ignorieren wäre ich froh gewesen hatte aber teilweise auch nicht.
00:26:19: Kein Wunder, denn Sie waren ja auch in vielen Ämtern wirklich die erste Frau.
00:26:22: Habe ich gerade auch schon gesagt sie war ein Erste Fraktionsvorsitzende.
00:26:25: Sie war ein erster Parteivorsitzender bei den Sozialdemokraten und jetzt wieder als erste Frau stehen Sie an der Spitz.
00:26:31: Ich war auch Erste Generalsekretärin und ich bin jetzt auch Erster Bundesagenturschäfchen.
00:26:36: es ist leider ein Lebensthema von mir.
00:26:39: Leider weiß ich gar nicht.
00:26:40: Sie waren dann oder sind in dieser Hinsicht auf jeden Fall eine Pioniererin.
00:26:46: Sie haben jetzt grad schon paar Takte gesagt aber Wer ist das oder hat es auch was Leichtes?
00:26:51: Also, was Leichtiges hatte das überhaupt noch nie.
00:26:53: Also ganz ehrlich, überhaupt nicht!
00:26:55: Es war immer, immer schwer.
00:26:57: Ich war von Anfang an also Unterbezirksvorsitzende.
00:27:02: aus der Fahrt immer wieder dieses Messen mit Maßstäben die gar nicht richtig gepasst haben und den Leuten das teilweise gar nicht bewusst ist aber immer wieder mit diesem Kampf dass man sich da umso mehr behaupten muss.
00:27:16: Man hatte immer das Gefühl, man muss mehr leisten als die Männer, um die halbwegs gleiche Bewertung zu bekommen.
00:27:23: und immer wieder der uphill Run.
00:27:26: Und das Schlimme fand ich jedes Mal von Neum!
00:27:29: Also ich hab irgendwie, ich war Generalse gelernt und dann wurde ich Ministerin.
00:27:32: Dann hörte ich ja ob sie das jetzt schafft oder kann was ich wirklich lächerlich fand.
00:27:38: ab einem bestimmten Zeitpunkt also.
00:27:40: so eine Frage kam bei Männern gar nicht auf.
00:27:42: die können immer alles direkt.
00:27:44: Das fand ich schon sehr schwer und ich kann nur hoffen dass es für die Generation meiner Tochter leichter wird dadurch der Apple Run von uns jetzt gemacht wurde.
00:27:55: Aber wenn ich in dieser Welt mich umgucke, kommen mir Zweifel!
00:27:59: Denn wir haben tatsächlich eher ein Rollback zu
00:28:01: befürchten.".
00:28:02: Sie haben Ihre Tochter angesprochen?
00:28:04: Ich wollte sowieso fragen... Die ist jetzt fünfzehn, haben sie gesagt.
00:28:08: Muss sich jetzt auch weiter Gedanken machen, welche Richtung wird es gehen?
00:28:11: Was wollen Sie da mitgeben auf den Weg in Sachen Gleichberechtigung?
00:28:15: Das ist wichtig, um in dieser
00:28:20: Also, witzigerweise hat sie das selber schon rausgefunden und interessiert sich von sich aus auch dafür.
00:28:29: Sie hadert damit sehr sportlich dass die Männer einfach mehr Muskeln aufbauen können weiter bringen und länger und schneller laufen können.
00:28:39: aber tatsache ist von mir eigentlich schon genug hat, nämlich das Vorbild.
00:28:46: Das kann auch eine Bürde sein wenn man mit einer Mutter wie mir durch die Welt läuft.
00:28:53: da muss man nicht mehr so viel sagen.
00:28:55: sie sieht ja was ich tue auch weiterhin.
00:28:58: Sie hat ein ganz klares Bild davon und dass was Ich mache ist hier einfach bei ihren Entscheidungen zu unterstützen.
00:29:07: Mehr will ich gar nicht machen.
00:29:10: Aus all dem, was Sie sagen wird ja ganz klar wir sind noch lange nicht am Ziel.
00:29:13: Was Gleichberechtigung angeht auch in Politik und Gesellschaft nicht.
00:29:16: aber gerade.
00:29:17: sie haben ja trotz allen Widerständen und Schwierigkeiten unheimlich viel geschafft und auch geleistet für Frauen in der Politik.
00:29:27: Andrea Nahles hat das schon mal gemacht.
00:29:29: Sie hatten die höchsten Ämter in.
00:29:31: Sie haben mitbestimmt, sie haben was bewegt.
00:29:33: wieder mindestlohn nur als ein Beispiel.
00:29:35: In der katholischen Kirche ist es aber auch im Jahr zwanzigzehnt nur sehr begrenzt möglich weil Frauen von den Höchstenämtern ausgeschlossen bleiben, den Schlüsselpositionen einfach nur weil sie Frauen sind.
00:29:47: Ich nehme stark an dass sie das nicht so gut finden.
00:29:49: wie sehr stört sich das?
00:29:51: Ja, wenn wir eine Karriere in der katholischen Kirche waren mit vierzehn zu Ende.
00:29:55: Da hörte ich auf Messinnerin zu sein weil ich dann den Hinweis bekam das war jetzt also durchaus Zeit.
00:30:02: Das fand ich auch ganz interessant.
00:30:04: ja man bekam so den hin was man wurde.
00:30:06: ja dann kamen die Pubertät und so.
00:30:08: da wurde man ein bisschen ausrangiert wie gesagt Anfang der achtziger Jahre.
00:30:15: Da war dann ziemlich klar, dass es jetzt keinen Weg an den ich jetzt irgendwie beruflich gehen kann.
00:30:20: Ich meine das wir uns immer noch nicht auf ein weibliches Diakonat verständigen konnten in der katholischen Kirche finde ich eigentlich schon traurig.
00:30:29: Ich bin ja geduldig mit einer Organisation die so in die zweitausender Jahre jetzt bewegt und weiß es ist Veränderung auch Zeit brauchen.
00:30:36: aber da muss ich sagen da erwarte ich jetzt einfach irgendwann mal einen Durchbruch.
00:30:42: Ich bin nicht sicher, ob der neue Papst hier die Wege freiräumt.
00:30:46: Ich glaube eher nicht wieder mal und das ist... Warum
00:30:50: glauben wir das?
00:30:51: Sie schätzen ihn ja sehr.
00:30:52: in diesen Friedensfragen habe ich schon gehört.
00:30:54: Ich schätze ihn sehr!
00:30:55: Ich bin wirklich der Meinung, es ist ein guter Herr, gar keine Frage.
00:30:58: aber genau an den Punkten jetzt also seine Äußerungen auch zur gleichgeschäftlichen Segnung
00:31:05: usw.,
00:31:05: das ist alles schon wieder Klar, wo es hinläuft.
00:31:09: Und wie gesagt ich schränke jetzt meinen Bekenntnis nicht ein oder wende mich von der katholischen Kirche ab.
00:31:19: Aber es ist schon immer wieder für mich Enttäuschung.
00:31:24: Das muss man mal ganz klar sagen, und das wäre wirklich mal an der Zeit... Es überzeugen mich die Argumente auch gerade beim Diakonat überhaupt nicht.
00:31:35: Deswegen muss ich ehrlich sagen, wäre ich dann auch immer bei denen, die da Forderungen weiterhin stellen.
00:31:44: Was bedeutet das denn in Ihren Augen für die katholische Kirche selbst, wenn sie eben so an dieser Praxis festhält Frauen von Weihemtern und Schlüsselpositionen fernzuhalten?
00:31:53: Einfach Sie machen sich selbst nur Arm damit.
00:31:55: Punkt!
00:31:56: Und finden Sie dass eine Kirche, die selber gar nicht demokratisch verfasst ist gut als... Verteidigerin der Demokratie funktionieren kann?
00:32:04: Naja, also es gibt ja durchaus im Synodalen Weg jetzt Überlegungen auch zum Beispiel demokratische Elemente bei der Bestellung von Bischöfen und anderen Ämtern auch zuzulassen.
00:32:16: Ich hatte jetzt einen Vortrag von Herrn Bischof Genn dazu gehört.
00:32:21: da engagiert er sich hier auch in Rom.
00:32:24: bitte Das sind ja schon mal aus der Anzeichen und das ist auch richtig unnotwendig.
00:32:30: Also so ist eigentlich überfällig, insofern macht es einfach.
00:32:38: Wir sprechen jetzt an einem Moment, in dem unsere Demokratie ganz stark unter Druck steht und unsere Demokratien... in der westlichen Welt.
00:32:47: Populisten, die bringen in ganz Europa andere Parteien im Bedrängnis und vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.
00:32:54: Da kommt die AfD auf so hohe Umfragewerte wie nie zuvor.
00:32:57: Wie ernst ist die Lage in ihren
00:32:58: Augen?
00:32:59: Ja, die ist schon sehr ernst.
00:33:01: Weil man nicht richtig das Kraus bisher gefunden hat was dagegen wächst.
00:33:06: ich bin ja der Meinung dass wir durch authentisches sprechen auch die Auseinandersetzungen suchen und sich selbst auch klar aufzustellen, dass das immer noch der beste Weg ist.
00:33:20: Und da jetzt nicht zu wackeln!
00:33:22: Es sind die Leute, die das nicht bagatellisieren, was da jetzt passiert.
00:33:27: Das ist nicht damit getan, jetzt Brandmauern fallen zu lassen.
00:33:31: Das heißt ja nicht, dass man nicht mit denen redet aber es ist auf jeden Fall so, dass mal wirklich klare Position macht diese Menschen, die auf den unterstützen und schützen eine Partei, die mehr will als einen Wechsel im System, sie will ein System wechseln.
00:33:47: Und das muss man sich klar machen und deswegen habe ich da auch wenig Neigung mich also passiv zu verhalten sondern dann muss man auch wirklich klares Bekenntnis dagegen setzen.
00:34:02: wir beschäftigen uns zum Beispiel auch in der Bundesagentur für Arbeit damit.
00:34:05: was passiert denn eigentlich wenn wir dann in allen Agenturen und Jobcentern jeweils mit die Landräten und Abgeordneten in großer Zahl agieren.
00:34:18: Was bedeutet das auch für uns als Organisation?
00:34:22: Und das diskutieren wir ganz offen, natürlich immer auf dem Boden unseres Grundgesetzes aber immer im Bewusstsein dass Menschen da sind, die dieses Grundgesetz nicht achten.
00:34:34: Das ist die Spannung, die wir haben.
00:34:36: Auch die Kirchen versuchen ja schon seit einiger Zeit, diesem Populismus dieser Gefahr von rechtsaktiv etwas entgegenzusetzen.
00:34:44: Das Erzbistum Berlin hat jetzt gerade vor den Wahlen in Berlin und Necklenburg-Vorpommern die Kampagne mit Herz und Haltung für Demokratie und Nächstenliebe gestartet.
00:34:52: Glauben Sie das so?
00:34:52: was zum Beispiel?
00:34:53: Was bringt?
00:34:54: Naja, also ich fahre mal wieder froh, katholisch zu sein als ich das Wort der Bischofskonferenz, das klare zum Thema gesehen habe.
00:35:02: Das hat sie ja auch eine Menge Anfeindungen gekostet und ich bin sehr glücklich dass Sie das gemacht haben.
00:35:07: darauf beziehe ich mich auch immer wieder.
00:35:10: wer wenn nicht die Kirchen, wer wenn sich die aktiven Demokratien oder Demokraten sollen sich dazu klar bekennen und äußern finde ich richtig toll.
00:35:21: Was denken Sie, was könnte unsere Demokratie unserer Gesellschaft überhaupt resilienter machen widerstandsfähiger gegen diese Angriffe antidemokratischer Kräfte?
00:35:31: Ja ich glaube man muss sich schon selbst stellen.
00:35:33: Das sind ja Menschen die sind ja Nachbarn das sind Verwandte dass da sind ja Leute in den letzten Jahren in diese Richtung gewandert sind.
00:35:41: Ich glaube dass wir uns darin einen Diskussion und Diskurs begeben müssen.
00:35:49: Und es ist nicht immer leicht, ich sehe das selber in der Familie.
00:35:52: Das ist dann beim Kaffee vom Weihnachten und da will man ja eigentlich Frieden.
00:35:59: Dann ist es aber trotzdem mal ein kurzer klarer Stellungnahme die dann mal notwendig ist und sei es nur niedersehlich anders.
00:36:08: Das muss dann ausgesprochen
00:36:10: werden.".
00:36:10: Und auch an dieser Stelle nochmal die Frage welche Rolle kann da der Glaube spielen?
00:36:15: Das weiß ich nicht genau, denn letztendlich muss man nicht aktive Christian sein und Christ um sich gegen die AfD oder gegen Rechtspopulismus aufzustellen.
00:36:29: Für mich ist es wieder mal eine Sache, die ganz selbstverständlich dazu gehört zu meinem Glauben auch.
00:36:35: Ganz zum Schluss würde ich gerne noch einen Satz aufgreifen, den Sie in Ihrer Abi-Zeitung mal gesagt haben.
00:36:40: Da haben sie gefragt nach Ihrem Berufswunsch gesagt Hausfrau oder Kanzlerin?
00:36:43: Das hat bisher beides nicht geklappt!
00:36:45: Nee aber das war auch wirklich nur ein Witz also... Ich war ja schon immer Hausfrau und ich war auch schon gar nicht so weit weg
00:36:57: vom Kanzler.
00:36:59: Aber es ist so lustig, dass dieser Spruch aus der Abi-Zeitung sich so gehalten hat.
00:37:06: Hat sich absolut festgesetzt?
00:37:07: Und das mit der Kanzlerin ist vielleicht noch nicht vom Tabletten?
00:37:10: Das
00:37:10: ist funtig!
00:37:13: Unsere gemeinsame Zeit bei Himmelklar neigt sich jetzt dem Ende zu, deshalb die Frage, die wir allen Gästen zum Schluss stellen.
00:37:19: Was gibt Ihnen persönlich Hoffnung?
00:37:21: Mach es wie Jesus werde Mensch ist ein Satz von Alt-Bichhof-Campaus, der mich seitdem ich ihn in der Predigt in Limburg gehört hatte begleitet.
00:37:31: also Hoffnung einfach immer noch mehr Mensch zu werden.
00:37:35: das macht mir Hoffnung.
00:37:37: Andrea Nahles, Sozialdemokratin und Katholikin.
00:37:40: Aktuell Chefin der Bundesagentur für Arbeit heute hier bei Himmelklar.
00:37:44: Vielen Dank für Ihre Gedanken und ihre Zeit!
00:37:46: Alles Gute und Gottesreichen Segen!
00:37:48: Vielen Dank
00:37:49: Danke auch an alle die zugehört haben Und wenn es euch gefallen hat abonniert uns empfiehlt uns gerne weiter.
00:37:54: Wenn ihr Kritik habt Wünsche und Anmerkung schreibt uns gern.
00:37:57: Ich bin Hilde Regenita Tschüss
00:37:58: bis zum nächsten Mal.
00:38:02: Was hat die Kirche uns heute noch zu sagen?
00:38:05: Viel Wichtiges und Banales, Trauriges und Lustiges.
00:38:10: Wir reden mit den Menschen, die im Mittelpunkt kirchlichen Geschehens stehen – im Podcast Himmelklar!
00:38:16: Himmelclar der katholische Podcast gibt's überall wo es Podcasts gibt auf domradio.de und jetzt im Domradio-Hürfungprogramm.
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