#305 Lisa Quarch - Katholikin, Feministin, Geistliche Leiterin

Shownotes

Sie bezeichnet sich selbst als "Katholikin und Feministin". Den christlichen Glauben, sagt Lisa Quarch weiter, kann sie nur als emanzipatorisch verstehen, als einen, der alle Menschen freimachen kann und will. Seit Beginn des Jahres ist die Pastoralreferentin jetzt geistliche Leiterin beim Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) – als erste Frau überhaupt. Dass sie in ihrem vorherigen Job beim Bistum Limburg für digitale Glaubenskommunikation zuständig war, hilft ihr auch im neuen Amt. Lisa Quarch ist selbst viel auf Insta, TikTok & Co. unterwegs und erklärt in der neuen Folge von Himmelklar, warum der BDKJ gegen ein pauschales Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche ist.

Im Gespräch mit Hilde Regeniter

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00:00:07: Es ist eine Spannung da, also es ist etwas was ein bisschen irritieren kann.

00:00:11: Ich merke aber für mich das es für mich überhaupt kein Widerspruch ist denn ich spüre dass meine spirituelle Heimat ist die katholische Kirche.

00:00:19: Ich würde auch sagen meine Theologie ist die Katholische Kürche.

00:00:22: der Ort an dem ich gerne glauben und leben möchte ist die catholische kirche und ich bin eben auch Feministin.

00:00:28: Und ich sehe innerhalb der Katholischen Kirche ganz viele andere Frauen und auch Männer, die auch feministisch sind und die selbst auch die gleichen Vorstellungen und Verständnisse und Erfahrungen haben, die sie mit Gott zusammenbringen und sich da eben als Feministen unter das Katholiken bezeichnen.

00:00:45: Da merke ich dass es für mich einfach kein Widerspruch ist und ich merke immer wieder, wenn ich das Menschen erkläre und die sich so auf meine Perspektive einlassen, dass auch etwas ist was Menschen verstehen können.

00:00:58: Herzlich willkommen hier bei Himmelklar, eurem katholischen Podcast heute mit einer jungen Frau die von sich sagt ich bin Feministin und katholische Seelsorgerin.

00:01:08: Und das passt voll gut zusammen!

00:01:10: Warum sie das glaubt?

00:01:11: Das erzählen wir heute.

00:01:13: Ich bin Host, Hilde Regenitha und ich bin gespannt wie sich das für Lisa Quarch anfühlt dass Sie seit Jahresbeginn als erste Frau überhaupt die geistliche Leitung beim Bund der deutschen katholischen Jugend beim BDKJ übernahm hat.

00:01:26: Lisa herzlich willkommen.

00:01:28: toll, dass du hier bist bei Himmelklar.

00:01:29: Ich freu mich auch sehr.

00:01:30: vielen Dank für die Einladung!

00:01:32: Ja Du nennst dich selbst eine progressive Christin, eine progressive Katholikin.

00:01:37: was genau heißt denn das?

00:01:38: also Ich benutze tatsächlich lieber den Begriff, dass ich Feministin und Katholikin und Feministen und Christian bin.

00:01:44: Ich finde den Progressivbegriff also so Dinge können sich auch immer mal verändern Und ich habe den früher relativ viel benutzt.

00:01:50: Ich muss sagen, ich finde ihn im Moment nicht so unglaublich hilfreich weil ich immer wieder merke das alle Menschen die diesen begriff benutzen ganz unterschiedliche dinge damit meinen und ich würde mich eigentlich auch als eine Person bezeichnen Die auch sehr viel wert darauf liegt auch So die ganze kirchengeschichte irgendwie auch mit einzufließen in die arbeit dich jetzt heute mache.

00:02:06: und deswegen finde ich eigentlich den begriff feminis dass ich einfach Feministin und Christin bin, ein bisschen passender.

00:02:11: Auf die Feministen kommen wir gleich natürlich noch ausführlich zu sprechen aber auf jeden Fall sagst du das du das Christentum nur emanzipatorisch denken kannst?

00:02:19: Ganz wichtiger Punkt!

00:02:20: Kannste das mal konkret machen?

00:02:22: Ja auf jeden fall.

00:02:22: also wenn ich mir so die ganze Geschichte von Gott mit der Menschheit anschauen, wenn ich anfange bei der Schöpfungsgeschichte und dann mir die Geschichte vom Volk Gottes in Israel und die Befreiung da draußen.

00:02:34: Die ganze Geschichte des Volk-Gottes mit Gott und auch die ganzen Geschichten um Jesus herum und dann die Auferstehungen von Jesus anschauen.

00:02:41: Dann sehe ich eine Geschichte der Befreiungen.

00:02:43: also ich interpretiere das so und verstehe das so dass Gott möchte dass wir immer freier werden, dass wir selbst sein können, dass zu dieser Person werden können wie Gott uns gedacht hat und das heißt für mich frei sein Und das ist für mich emanzipatorisch und auch feministisch.

00:02:59: Und wer, da sind wir alle?

00:03:00: Ja!

00:03:01: Du selbst hast Theologie studiert und dann in deiner ersten Stelle – ich hoffe, dass stimmt, sonst korrigierst du mich als Pastoralreferentin im Bistum Limburg gearbeitet.

00:03:09: Das

00:03:09: ist richtig.

00:03:11: Da hast du dich ganz viel um digitale Glaubenskommunikation gekümmert, sperriger Begriff den wir gleich ein bisschen auflösen wollen.

00:03:17: Du bist also erlebigte ich jetzt eine selbstbewusste, reflektierte junge Frau, du bist, das darf ich sagen, neunundzwanzig Jahre alt...

00:03:24: Das ist es

00:03:24: richtig?!

00:03:25: Und du betonst immer wieder gerne und öffentlich, hast gerade schon getan, dass du dich als Feministin siehst.

00:03:30: Wie passt das jetzt zur katholischen Kirche?

00:03:32: In einer Institution die bis heute die Schlüsselposition, die eigentlichen Entscheidungsposition ausschließlich an Männer vergibt?

00:03:40: Ich

00:03:40: würde noch einmal ganz kurz auf meine erste Berufserfahrung eingehen, weil es stimmt, dass ich in dem Bereich digitale Glaubenskommunikation gearbeitet habe, aber auch in einer Gemeinde gearbeitet hab.

00:03:48: Also ich hatte zwei fünfzig Prozent Stellen Firmkurse, beerdigt, Gott ziens gehalten und all diese Dinge.

00:03:57: Und mit den anderen fünfzig Prozent digitale Glaubenskommunikationen gemacht.

00:04:00: Ja, jetzt Feministin und Katholiken!

00:04:03: Es ist natürlich etwas was ich immer wieder merke das wenn ich das Menschen sage dass die erstmal ein bisschen Irritation reagieren Das kann ich auch gut verstehen weil es eine Spannung da.

00:04:12: also es ist etwas was ein bisschen irritieren kann.

00:04:15: Ich merke aber für mich dass es für mich überhaupt kein Widerspruch ist denn ich spüre dass meine spirituelle Heimat ist die katholische Kirche.

00:04:23: Ich würde auch sagen, meine Theologie ist die katholische Kirche.

00:04:27: Der Ort an dem ich gerne glauben und leben möchte ist die Katholiche Kirche Und ich bin eben auch Feministin und ich sehe innerhalb der Katholischen Kirche ganz viele andere Frauen und auch Männer Die auch feministisch sind und die selbst auch die gleichen Vorstellungen und Verständnisse und auch Erfahrungen haben, die sie mit Gott zusammenbringen und sich da eben als Feministen und das Katholiken bezeichnen.

00:04:49: Da merke ich dass es für mich einfach kein Widerspruch ist auch immer wieder, dass wenn ich das Menschen erkläre und die sich so auf meine Perspektive auch einlassen.

00:04:58: Dass auch etwas ist was Menschen verstehen können.

00:04:59: Jetzt gibt

00:05:00: es natürlich auf der anderen Seite schon eine ganze Reihe gerade auch junger Frauen, die der katholischen Kirche den Rücken kehren gekehrt haben darüber nachdenken einfach weil sie sich nicht gesehen, nicht berücksichtigt und schon gar nicht ernst genommen fühlen.

00:05:11: kannst du die verstehen?

00:05:12: Ja

00:05:12: natürlich kann ich die verstehen.

00:05:14: also ich glaube auch dass es so ist.

00:05:16: wenn ein komplexes System wie die katholsche kirche was es ja ist sich verändern muss und ich glaube dass sich das verändern sollte dann braucht es, glaube ich, Menschen die gehen.

00:05:24: Die Druck auslösen, dass das tatsächlich auch Veränderungen braucht und es braucht auch Menschen, die bleiben.

00:05:29: Und ich habe mich dafür entschieden, dass sich eine von denen sein möchte, die bleibt.

00:05:32: Ich kann aber auch jede Person verstehen, die sagt für mich ist es nicht der richtige Ort weil es vielleicht Verletzungen gibt, weil sie das Gefühl haben in diesem System wo es natürlich drukturelle Diskriminierungen von Frauen oder von queeren Personen auch gibt Sie das Gefühl Glauben und leben kann nicht der Ort, der mich freier macht.

00:05:54: Und dann glaube ich, ich kann es für eine Person einfach auch die richtige Entscheidung sein zu sagen, Ich möchte gerne an einem anderen Ort sein, einen anderen Ort glauben oder vielleicht eben auch nicht glauben so dass sich da frei sein kann.

00:06:05: Du hast aber gerade ja schon gesagt Für mich ist aber die katholische Kirche der ort.

00:06:10: Das ist meine Theologie, das ist meine Spiritualität.

00:06:13: Kannst du das ein bisschen genauer sagen?

00:06:14: Was ist deine katholische Spiritualität und was verstehst Du darunter?

00:06:18: Also ich bin zum Beispiel eine Person, mir sind die sieben Sakramenten total wichtig.

00:06:21: also Ich gehe auch sehr gerne zur Messe.

00:06:22: Es ist etwas aus dem ich ganz viel Kraft rausschöpfen kann.

00:06:26: Mir sind auch so in meinem Glauben Und auch in meinem ganzen Leben sind mir Rituale so sehr wichtig.

00:06:30: Also ich habe im Leben Jeder Tag ist ein bisschen anders und ich mag das total gerne Aber so Rituaale zu haben und es sind für mich eben Rituelle Aus meiner Glaubenspraxis heraus Es gibt mir ganz viel Kraft und ich kann mich darin sehr zu Hause fühlen.

00:06:42: Und ich kann da drin auch Gott sehr gut begegnen, und das sind für mich eben zum Beispiel dieser Kramäte die ja auch das Leben so in der Form strukturieren.

00:06:50: aber das sind z.B.

00:06:50: auch so Dinge wie dass es mir in meiner Spiritalität oder auch in meiner Theologie eben total wichtig ist.

00:06:57: etwas ist was sich an der katholischen Theologie sehr schätze Das ist neben der Bibel noch andere Erkenntnisorte über Gott gibt und die auch auf dem gleichen Rang stehen wie die Bibel.

00:07:06: also dass es eben nicht ist Und daraus leiten wir alles, was wir an Glaubensthemen oder auch Erkenntnissen über Gott haben ab.

00:07:12: Sondern es gibt eben die Bibel, es gibt die Kirchengeschichte und es gibt das Lehramt also die Auslegung der Bibel.

00:07:17: Das sind Dinge wo ich merke dass ist etwas, was mir in meinem Glauben total wichtig ist weil ich immer wieder spüre Ich treffe Gott auch an ganz vielen unterschiedlichen Orten.

00:07:26: Ich treffe Gott auch in der Bibel.

00:07:29: Das ist ein ganz wichtiger Teil meines Glaubenslebens, aber eben auch in so spirituellen Praxen, die sich z.B.

00:07:34: aus der Küchengeschichte heraus ergeben.

00:07:36: Ich hab ja in St.

00:07:37: John studiert an einer Jesuitenhochschule ... Und ich bin ganz eng in Kontakt gekommen, so mit der Spritualität von die Gnatsis von Loyola.

00:07:45: In der Sprituät der Jesuiten und für mich sind die Exerzizien zum Beispiel etwas was mir total wichtig ist.

00:07:50: das heißt dass ich so einmal im Jahr immer in einen Kloster am liebsten irgendwo im Wald fahre und mein Handy ausmache und gar keinen Input von außen habe sondern einfach nur in der stille Zeit mit Gott verbringen und das ist etwas was dem ich auch so das ganze Jahr über Energie rausziehe.

00:08:05: Im vergangenen Herbst, da bist du in ein katholisches Spitzenamt gewählt worden und hast am ersten Januar die geistliche Leitung beim BDKJ übernommen.

00:08:14: Beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend.

00:08:16: Und das war etwas Besonderes, denn du bist als allererste Frau in diese Position gewählt geworden.

00:08:23: Warum ist das eigentlich so gewesen?

00:08:24: Vorher war es ein Amt was Riesland vorbehalten war Und während der letzten Amtszeit von meinem Vorgänger ist aber die Satzung so geändert worden, dass es eben auch Personen drauf gewählt werden konnten, die nicht Priester sind.

00:08:36: Also auch Frauen.

00:08:37: und das ist dann passiert und ich habe kandidiert und gewählt worden.

00:08:41: So ist dazu gekommen Das

00:08:42: müssen wir noch mal erklären, bevor du dich überhaupt zur Wahl stellen konntest.

00:08:45: Musste die deutsche Bischofskonferenz zustimmen?

00:08:49: Dass sie das nicht automatisch tut ... Das hat der Fall Viola Kohlberger gezeigt.

00:08:54: Das war der Fall einer wirklich hochqualifizierten jungen Frau, die im Jahr ist, glaub ich, für ein hochrangiges Amt bei den Pfadfindern kandidieren wollte und dann nicht durfte, weil die Bische gesagt haben, nee, nicht mit uns!

00:09:06: Wie hat sich das jetzt angefühlt für dich, dass all diese deutlich älteren Männer da über deine Person entscheiden sollten.

00:09:12: Ja, es ist natürlich etwas wo ich so gemerkt habe dass ich da schon auch nervös vor war weil ich natürlich nicht genau weiß wie auch so eine.

00:09:21: also wir wissen ja auch bis heute nicht so genau was das eigentlich war bei viola warum sie da keine Mehrheit gefunden hat.

00:09:27: Und das ist eben auch so etwas, was glaube ich mich dann auch ein bisschen nervös gemacht habe, dass sich das Gefühl hatte es ist nicht so ganz transparent.

00:09:34: also selbst wenn ich keine mehr halt finden sollte wüsste ich gar nicht genau warum eigentlich nicht weil ich auch nicht da war.

00:09:40: Also es gab keinen Moment wo ich mich jetzt zu vorstellen konnte vor der Beschluskonferenz und vielleicht auch beantworten könnte oder vielleicht auch Zweifel die vielleicht auch da welche von den Bischöfen haben hätte beseitigen können oder nicht?

00:09:51: Und dann war ich schon nervös.

00:09:53: gleichzeitig hab ich mir aber nicht wirklich Sorgen gemacht.

00:09:57: Also ich hatte schon einen Gefühl auch so aus meinem Gespräch, in dem ich vorher hatte mit einigen von den Bischöfen zum Beispiel ja ... Mit dem Jugendbischof, mit dem Jugend-Bischof Wirbel, mit denen ich ja vorher auch ein längeres Gespräch hatte und der dann ja mich vorgestellt hat.

00:10:09: Und ich auch mit anderen Bischofen irgendwie schon mal Kontakt hatte und ich da das Gefühl hatte... Ich glaube eigentlich dass meine Person oder die Art und Weise wie ich auch so katholisch sein und diesen Beruf repräsentiere, dass es etwas ist Wo, ich glaub eigentlich gedacht hab okay ist es wahrscheinlich ein bisschen unstrittig.

00:10:27: Natürlich habe ich gedacht das kann natürlich sein dass es irgendwie Personen auch gibt so man muss mich einmal googeln und findet irgendwie den Begriff für Ministen oder auf Instagram sein oder so.

00:10:35: Steht nicht jeder der Bischöfe drauf ne?

00:10:37: Ja genau also das ist natürlich sowas wo natürlich eine gewisse Unsicherheit irgendwie auch da geblieben ist.

00:10:42: trotzdem habe ich eigentlich auch darauf vertraut dass das schon irgendwie gut gehen wird und ist es ja zum glück auch.

00:10:48: Isis die Bischoffe haben zugestimmt.

00:10:50: du hast gesagt eigentlich auch nicht richtig damit gerechnet.

00:10:53: Hat das so ein Plan B?

00:10:54: Ja,

00:10:54: also mein Plan B wäre gewesen, in meinem Beruf zu bleiben.

00:10:57: Also, ich war sehr gerne als Pastoreiferente in ein bisschen Limburg gearbeitet.

00:11:03: Ich bin da nicht weggegangen weil ich irgendwie gerne da weg wollte sondern ich bin da weg gegangen weil ich das Gefühl hatte, ich möchte gerne das ausprobieren und dem gerne eine Chance geben und möchte gerne da so auch meine nächsten Jahre rein investieren.

00:11:16: aber wenn das nicht geklappt hätte dann hätte ich sehr gerne weiter im Bistum Limburg gearbeitet, hätte gerne weiter auch digitale Glaubenskompetitionen gemacht und hätte auch sehr gerne weiterhin der Gemeinde gearbeitet, den ich gearbeitet habe.

00:11:26: Liebe Grüße nach Frankfurt an

00:11:27: der Stelle.

00:11:29: Aber als klar war, nee ich mache das jetzt!

00:11:31: Ich werde das wirklich... wie war das für dich?

00:11:34: Klar war es natürlich auch erst nach meiner Wahl.

00:11:36: also erstmal haben die Wischoffe zugestimmt aber da musste ja der Verband sich auch noch dafür entscheiden.

00:11:40: Ich habe mich sehr gefreut.

00:11:41: Also ich muss sagen ich war schon.. also ich war auf jeden Fall vor der Wahl im Medikajot nervöser als ich dann war vor der Wahr der Wischofe.

00:11:49: Und als es dann abgestimmt wurde und ich gesehen habe, okay, ich bin gewählt worden.

00:11:53: Ich bin auch mit einer sehr großen Mehrheit gewählt geworden.

00:11:57: Es gibt da ja auch so eine Personalbefragung.

00:11:59: Das heißt, wo ich viele Fragen beantwortet habe... ...und ich irgendwie das Gefühl hatte, dass ich viele fragen beantworten konnte,... ...dass sich der Verband das vorstellen kann.

00:12:09: War ich erstens sehr erleichtert und hab mich sehr gefreut.

00:12:11: Ich empfinde das auch als eine total große Ehre,... ..der Verband mir das zugetraut hat.

00:12:18: sich das irgendwie auch gewünscht hat, dass ich das da jetzt als erste Frau und dann noch als eine junge Frau.

00:12:23: Und auch ja als eine Frau ohne super viel Verbandserfahrung muss man dazu sagen, dass es zugetraut hat und ich das machen

00:12:29: darf.".

00:12:30: Was für Reaktionen hast du bekommen?

00:12:32: Die interessanteren sind natürlich... Vielleicht auch die von Seiten, die gesagt haben, Frau in dem Abend ist das so gut.

00:12:38: Also ich habe aus den Verbandsstrukturen, also aus den jungen Verbänden und aus den digitalen Verbändenden des BDKJs nur positive Reaktionen bekommen.

00:12:44: Ich habe natürlich auch negative Reaktion bekommen.

00:12:46: Die waren aber nicht von Menschen aus den Verbanden.

00:12:48: jedenfalls haben sie sich dadurch nicht zu erkennen gegeben, sondern das war ein Facebook-Kommentare, Instagram-Kommentare, ein paar Instagram-Nachrichten, ein Paar E-Mails von Leuten, die mir geschickt haben für die das, ich würde es mal formulieren eine sehr große Herausforderung ist.

00:13:03: Aber damit habe ich gerechnet, in so einer Form irgendwie auch so Kritik.

00:13:07: Gerade eben auch Digitalkritik zu bekommen ist für mich nichts Neues, weil ich ja Instagram und TikTok mache.

00:13:12: Und wenn man als junge Frau irgendwas mit Feminismus im Internet macht, ist man das leider auch gewohnt.

00:13:17: Auch von christlicher Perspektive ausgewohnt und deswegen hat das nicht super viel gemacht.

00:13:22: Es hätte total viel mit mir gemacht, wenn ich gemerkt hatte, dass es in den Verbandsstrukturen vielleicht einzelne Verbände gibt die sagen eigentlich können wir uns das nicht vorstellen.

00:13:30: Das wäre was ganz anderes gewesen würde mich jetzt immer noch sehr beschäftigen, auch wenn das jetzt passiert wäre und ich würde da auch dann sehr aktiv auch probierenden Gespräch reinzugehen.

00:13:38: Das war aber bei diesem Person nicht der Fall.

00:13:39: deswegen

00:13:40: ist es so.

00:13:41: Du selbst warst schon als Kind- und Jugendliche in der katholischen Jugendarbeit aktiv?

00:13:46: Für alle die diesen Hintergrund jetzt nicht haben was ist denn überhaupt eine geistliche Leitung beim Katholischen Jugendverband?

00:13:53: Was macht der, oder die?

00:13:54: Genau.

00:13:54: Ich war in der Jugendarbeit aktiv, allerdings nicht so ganz stark in der Jugendverbandarbeit.

00:14:00: Also ich bin zwar seit ich setzten bin KJG-Mitglied und hab da auch so gerade als Jugendliche ... Ich habe da Fährenfahrten mitgemacht und erst kommende Wochenenden und was man da irgendwie alles machen kann.

00:14:10: Allerdings hatte ich noch nie einen Amt im jungen Verband Und auch die Strukturen auf Bundesebene waren für mich jetzt auch etwas Neues und was ich mich erst dann eben natürlich vor der Wahl irgendwie auch reingearbeitet habe und wie ich das auslebe, auch etwas ist, wo ich sagen würde.

00:14:26: Das ist ein dauerhafter Prozess, wo immer noch dabei bin, das für mich rauszufinden.

00:14:30: Und ich glaube, dass es ganz gut ist, wenn das nicht komplett endet.

00:14:33: Ich bin in total viel Austausch mit anderen geistlichen Leitungen, aus den anderen Jugendverbänden, aus dem Dezisan-Verbänden.

00:14:40: Ich könnte es so formulieren, dass ich erst mal Teil des Bundesvorstandes bin also mit den gleichen Rechten und Pflichten.

00:14:47: Und übernehme auch Aufgaben die jetzt nicht explizite Aufgaben der Geistlichen leitung sind eben auch der politischen Interessenvertretung, die wir machen.

00:14:55: Ich bin aber dann bei unseren Veranstaltungen auch für die Gottesdienste zuständig.

00:14:59: Ich bin eben dann auch für so Dinge zuständig, die dann sowas sind wie noch mal Kontakt zu Bischofskonferenz, unserem Weihbischof zum Jugendfischhof, zum Weihbeschufföbe und nehme da nochmal so Dinge wahr, die explizit den Kontakt zur ganzen katholischen Köche haben.

00:15:16: Und dann verstehe ich mich auch einfach nochmal so, dass ich durch die Ausbildung jetzt mitbringe als Theologin, als Pastoralferentin auch immer wieder so die Frage nach Gott zu wachhalten möchte.

00:15:27: Also, dass ich das immer wieder einbringe und auch immer weiter formuliere, dass eben auch die politischen Überzeugungen, die ich habe oder eben die wir als BDKJ haben aus unserer christlichen Überzeugung, aus unserer katholischen Überzeugung herauskommen und dass es kein Widerspruch ist sondern beides zusammen funktioniert.

00:15:43: Und das sind Dinge wo ich merke, das möchte ich gerne irgendwie auch immer wie da so, auch als Personen dafür stehen.

00:15:49: Das ist kein Wiederspruch, sondern wir sind politisch engagiert.

00:15:51: Wir sind politische.

00:15:52: aber und wie das gut zusammengehen kann, ist was ich immer wieder so reinbringen und verhalten möchte.

00:15:59: Was hat sich denn jetzt mit diesem neuen Amt für dich ganz praktisch geändert?

00:16:02: Du musst es wahrscheinlich umziehen von Frankfurt nach Düsseldorf!

00:16:05: Nee, ich bin nicht umgezogen.

00:16:06: Um!

00:16:08: Das heißt... Ich fahre sehr viel ICA.

00:16:10: Das hat sich auf jeden Fall geändert als ich bin vorher auch schon ganz zugefahren aber ich fahrer jetzt sehr viel mehr Zug.

00:16:14: Also das sind so.

00:16:15: Dinge haben sich natürlich ganz praktisch geändert.

00:16:16: also es hat sich die Struktur an meinem Leben hat sich ganz viel dran verändert.

00:16:21: Das wusste ich vorher und das wollte ich auch gerne.

00:16:23: Es ist halt was, worauf ich jetzt irgendwie in der Lebensphase, in der ich jetzt gerade bin Lust habe Und dass es genau.. Ich bin nicht ungezogen, ich wohne weiterhin in Frankfurt und das passt eigentlich auch sehr gut weil wir sind alle und natürlich eben auch.

00:16:35: So viel unterwegs ist da Frankfurt eigentlich der perfekte Ort für es um schnell unterwegs zu sein, ich bin jetzt gerade ja hier in Köln bei euch im Studio und habe eine Stunde da gebraucht halt mit dem ICE und das fühlt sich an wie... Es fühlt mich nicht an als wäre das jetzt irgendwie ein großer Auslook oder so sondern ich kann sehr gut auch im ICE arbeiten zum Glück.

00:16:52: und deswegen würde sagen dass was dich am meisten verändert hat ist die Häufigkeit in der ich im ICE sitze.

00:16:58: Du hast ja gesagt, du verstehst dieses Amt und auch dieses Amte auszufüllen als ein Prozess.

00:17:03: Wie bist du das denn jetzt angegangen?

00:17:05: Ganz am Anfang dich einzuarbeiten anzukommen in diesen anderen neuen Job.

00:17:10: Der ja mehr ist als einen Job!

00:17:11: Ja, genau.

00:17:12: Also erst mal und ich würde sagen da bin ich auch immer noch dran aber das habe ich schon ganz ganz viel gemacht es einfach mit ganz vielen Menschen sprechen also mit anderen Personen sprechen die geistliche Leitung sind mit den ganzen vielen...also mit so vielen Menschen aus denen die engagiert sind aus den unterschiedlichen Verbänden zu sprechen um einfach immer mehr so ein Gefühl für den Verband zu bekommen und immer mehr ein Gefühl dafür zu bekommen Was wird eigentlich auch gebraucht, was wird gewünscht?

00:17:36: Was kann ich irgendwie da bieten.

00:17:37: Wie kann ich Menschen unterstützen wie kann ich auch Menschen miteinander noch mal vernetzen um immer mehr zu merken, wie ist es denn eigentlich auch für mich das jetzt hier ausüben möchte.

00:17:46: Du machst das jetzt ungefähr ein halbes Jahr.

00:17:48: kannst du sagen wo du gerade heute schläfst in diesem Prozess?

00:17:51: Ich habe das Gefühl, ich bin jetzt gerade so an einem Punkt, wo ich schon ganz viel kennengelernt habe.

00:17:57: Ich hab in meiner ersten Hauptversammlung erlebt, wir hatten gerade Katholik einen Tag und da gab es für mich sehr viele Gelegenheiten, wo mit vielen Menschen aus den Verbänden sprechen konnte.

00:18:06: Und ich habe das gefühlt, dass ich gerade am Punkt, bei dem ich viel gut verstanden habe, von denen mir die Hortstruktur nicht nur theoretisch kenne, sondern auch richtig einmal erlebt habe.

00:18:15: Gerade dabei bin ich immer mehr anfangen zu können, zu überlegen, wo möchte ich vielleicht noch mal Impulse setzen?

00:18:22: Verwände, Gewerkschaften, Vereine.

00:18:24: Die verlieren ja heute alle Mitglieder und zwar ständig und permanent.

00:18:30: Wie ist das bei euch?

00:18:31: Interessieren sich überhaupt noch Kinder- und Jugendliche für das was ihr macht?

00:18:34: Habt ihr noch genug Leute?

00:18:36: Ja

00:18:36: im Moment haben wir ja genug Leute.

00:18:37: also die Mitgliedschaftszahlen irgendwie kürz sind konstant.

00:18:40: es gibt manche Verbände da nimmt die Mitglidschaft ein bisschen ab bei anderen nimmt sie aber auch zu.

00:18:45: Also so im Durchschnitt ist es konstant und wir haben auch, also in den Ausschüssen, in den Ämtern wie die wir so haben, haben wir junge Menschen, die sich engagieren und das ist auch sowas wo ich immer merke Ich bin immer wieder beeindruckt davon.

00:18:56: Also irgendwie einfach auch zu merken, wie viele junge Menschen da mit ganz viel Zeit, mit ganz wenig Expertise auch sitzen Und dass neben ihrem Studium oder neben ihren Beruf oder teilweise neben der Schule so da sind und sagen Das ist uns wichtig!

00:19:08: Uns sind die Themen wichtig Wir möchten uns politisch engagieren Und hier sein und die Demokratie, auch die Küche mitzugestalten.

00:19:17: Das ist was mich immer wieder beeindruckt und wo ich super dankbar bin da auch ein Teil von sein zu

00:19:22: dürfen.".

00:19:22: Du hast das ja eben auch schon gesagt du bist noch dabei auch zu hören?

00:19:25: Was beschäftigt die Leute eigentlich?

00:19:26: Was wollen sie?

00:19:27: Was brauchen die?

00:19:28: wir können jetzt keine lange Liste machen mit all den Themen aber vielleicht so zwei drei große Themen sagen die jetzt wirklich an unter den Nägeln brennen?

00:19:36: Ja,

00:19:36: also wir hatten jetzt ja gerade Hauptesammlungen.

00:19:38: Wir haben da Beschlüsse gefasst und ein Beschluss, den wir jetzt gerade gefasst haben ist das Social-Media-Verbot.

00:19:43: Das ist ein ganz großes Thema wo wir einen Beschluss gefasst habe der betont dass es eine Ausgewogenheit geben soll zwischen Teilhabe und Schutz in digitalen Kulturräumen.

00:19:52: Das is so'n Thema wo ich grade merke dass das viele beschäftigt, dass das auch viele sehr interessiert was wie eigentlich da auch als Jugendverband für nen Beschluss zugefasst haben.

00:20:00: Das iis ein Thema und dann merke ich das ganze Thema Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt.

00:20:04: Das ist jetzt gerade die DPSG, also ja einer unserer Mitgliedsverbände.

00:20:07: Hat eine große Studie rausgebracht zum Thema... Das ist die

00:20:10: Deutsche Fahrtfinderschaft?

00:20:11: Ja, die deutsche

00:20:12: Fahrtfinderinnschaft St.

00:20:13: Georg hat eine große Studio aus ihren eigenen Strukturen herausgebracht und wir als BDKJ, es ist ... Die Hauptversammlung hat vor ein paar Jahren schon beschlossen dass es eine Aufarbeitungsstudie über den BDkjot geben soll Und die startet jetzt bald.

00:20:26: Das ist so was, was gerade viele bei uns beschäftigt und ich auch merke dass das sowohl mir persönlich ist aber auch also ich glaube ich habe noch niemanden in den Strukturen getroffen der oder dem das nicht so geht ein ganz ganz wichtiges Anliegen ist es da jetzt eine ausführliche gute Aufarbeitung passiert damit wir auch einerseits die Betroffene, die es bei uns an den Struktur ganz sicher gibt Dass sie nochmal sehen werden, dass sie eben auch nochmal ihr Recht bekommen und gleichzeitig wir auch nochmal mehr daraus lernen können wie wir ein möglichst sicherer Ort werden können.

00:20:55: Tatsächlich warst du in deinem Job vor der geistlichen Leitung, beim BDKJ haben wir gerade gehört, du warst Gemeindereferentin, Pastoralreferente mit ganz normaler Gemeindearbeit aber eben auch einem digitalen Schwerpunkt.

00:21:08: da warst natürlich viel digital unterwegs.

00:21:10: klar und da war so nämlich ja haben wir schon gesagt unter anderem für digitale Glaubenskommunikation zuständig.

00:21:17: Was kann ich mir da ganz mehr herunter vorstellen?

00:21:21: Der Begriff ist so gewählt, um auch noch mal zu zeigen.

00:21:24: Dass die Stelle, die ich da hatte oder das was ich war Teil eines Projektes, dass dem Projekt Faith Power im ökumenischen Projekt, dass das, was wir da gemacht haben erst einmal keinen Sperrpunkt Öffentlichkeitsarbeit hat.

00:21:33: Weil oft werden digitale Räume wenn Köche da irgendwas macht damit verbunden und ki Wir machen da Marketing, wir machen Werbung für unsere Veranstaltungen.

00:21:40: Wir machen vielleicht irgendwie ein paar Dinge, die darauf hinweisen sollen.

00:21:44: Was wir so machen wie Menschen auch zu uns kommen können also dass es eben eigentlich mehr so ein bisschen wie die Webseite, aber eben halt auf Instagram ist.

00:21:51: Und das was ich da gemacht habe war das eben ganz bewusst nicht... Es war keine Werbung dafür, dass jetzt mehr Menschen im Spistum-Limo kommen sollen oder mehr Menschen jetzt irgendwie in die Kirche gehen sollen sondern es war ein eigener ... Oder ist immer noch?

00:22:06: Es gibt es Projekte immer noch und ich mache ja auch immer noch Instagram nur jetzt einfach auf meinem Account.

00:22:10: Das ist sein eigenes Angebot der Pastoraleben einen Ort an dem junge Menschen also ist es ein Angebot junger Erwachsene, indem junge Menschen einerseits erfahren können wie glauben eigentlich andere.

00:22:21: Was heißt das heute für andere Christian zu sein in dieser Zeit?

00:22:24: Und wie kann ich das vielleicht auch selbst tun und meine eigene Geschichte erzählen?

00:22:29: Ich habe da auf der Arbeit, die ich im digitalen Kulturall mache.

00:22:33: Es ist das Wirkungsziel, was sich in all meiner Arbeit reichen möchte – in all Hatten wir da als Ziel die spürtelle Selbstermächtigung oder Spirtoleautonomie, ist so ein Begriff der oft benutzt wird.

00:22:45: Es ist ein Begriff, den ich zum ersten Mal bei der Theologin Doris Reisinger gelesen hat, die ja ein sehr gutes Buch über den spürtelen Missbrauch in der katholischen Kirche geschrieben hat und da es gegen Modell das Modell der Spiritoautonomien entwickelt hat.

00:22:55: Das heißt dass ich in digitalen Räumen... In diesem Projekt was ich da im letzten Teil davon war Menschen dabei unterstützen möchte, dass sie herausfinden können wie wollen Sie eigentlich glauben?

00:23:04: Und wollen sie eigentlich glauben?

00:23:06: und wenn ja Wie kann das aussehen und umhören herauszufinden, wie man selbst eigentlich glauben möchte.

00:23:10: Wie man die eigene Spitalität leben möchte muss man ja auch Beispiele haben und sehen.

00:23:14: wir machen das eigentlich andere und dann aber auch erfahren können wie ist es eigentlich wenn ich davon erzähle Das haben wir da gemacht, macht das auch immer noch gerne.

00:23:21: Ich finde es total... Also für mich auch immer wieder bereichern zu sehen, dass ist wenn ich so anfange von meinem Glauben zu erzählen, Menschen auch interessiert also so zu spüren okay?

00:23:32: Es gibt dadurch was auch einen Medaille dafür.

00:23:33: Ich merke das manchmal auf TikTok immer wieder.

00:23:35: Dass es da auch so ist, dass diese Aufgristentum auf Religiosität vielleicht einem Allgemeinen die ich da anbiete eine isst, die für viele Menschen in Deutschland auch tatsächlich etwas Neues ist.

00:23:45: Also so zu Spüren ok?

00:23:48: von Religiosität, die nicht radikalisiert ist.

00:23:51: Es gibt in digitalen Räumen ganz viel radikalisierte Religioskeit.

00:23:54: und da immer wieder zu sehen es gibt so eine Alternative.

00:23:57: ich muss nicht entweder radikaliziert religiös oder ethistisch sein sondern es gibt auch noch andere Zugänge dazu.

00:24:02: das ist so etwas was sich immer wieder auch gerne zeigen möchte.

00:24:06: bei dieser radikalisierten religiosität möchte ich gerne mal einhaken.

00:24:09: du spielst jetzt glaube ich ganz bewusst auf die sogenannten Christfluencer an, von denen es ja ziemlich viele gibt und von denen sind nicht wenige Rechts angehaucht bis ganz klar rechtspopulistisch.

00:24:22: Die vertreten auch ärztkonservative Ansichten in Sachen Kirchenpolitik was Frauen angeht, was Queer Menschen angeht?

00:24:29: Was Beteiligung von Laien angeht.

00:24:32: wie nimmst du diesen Trend wahr?

00:24:34: Also es gibt so Personen, die sich als Christianser irgendwie bewusst bezeichnen.

00:24:38: Ich würde sagen, es gibt ja in der ganzen Vielfalt des Christentums ganz viele Menschen über den Glauben erzählen und ich finde, sie dürfen auch den Begriff Christianser benutzen ohne dass sie radikalisiert sind weil die erzählen auch von ihrem Glaubem.

00:24:48: aber es gibt Menschen in digitalen Kulturräumen, die eben diese radikalisierte Sicht auf Religiosität anbieten.

00:24:53: Und das, was ich damit Radikalisierung meine ist zu sehen, dass es da viele Menschen gibt die alles in gut und böse einteilen.

00:25:01: Das heißt, sie haben so ein sehr dualistisches Weltbild.

00:25:03: Es gibt da das Absolutgute und das ist dann in dieser Weltsicht alles, was biblisch basiert ist.

00:25:09: Alles, was eben auch einer ja einen ganz bestimmten Form der Bibelauslegung folgt.

00:25:13: Und alles, wat's eben in dieser Welsicht von Gott kommt.

00:25:16: Dann gibt es die Alternative, nämlich alles, wos böse isst und was in dieser Welt sich vom Teufel kommt.

00:25:23: Also die jetzt meine Blick auf Religiosität haben oder eben auch Menschen, die irgendwie einfach eine Weltsicht haben, die gar nicht mit Religion zu tun haben als absolut böse dargestellt werden.

00:25:33: Also viele Nachrichten ich bekomme von Menschen, der mir schreiben, dass das was ich mache direkt vom Teufel kommt und das ist halt wirklich ernst gemeint.

00:25:41: Da haben Menschen tatsächlich Angst, also einen feministischen Blick auf Christentum den ich anbiete.

00:25:47: etwas ist, was ich tue um Menschen in die Hölle zu ziehen Und das ist so was, glaube ich.

00:25:51: Was wir uns auch immer wieder als katholische Kirche uns bewusst sein müssen, dass es das ganz viel in digitalen Räumen gibt.

00:25:57: Dass es da auch ganz viele Menschen gibt die Dämonenaustreibungen machen, die alles... Also ganz viel von dem, was gerade in der Kirche in Deutschland passiert und sich bemüht eben zum Beispiel nicht spiritual übergriffig zu sein und einen sicheren Raum für Menschen zu bestalten, das als dämonisch anbewerten.

00:26:14: Es war vor ein paar Wochen, wenn diese Podcastfolge erscheint auch Katholikentag.

00:26:19: Auch da gab es ganz viele Menschen die Angebote auf dem Katholikkentag gefilmt haben und sagen, dass ist alles vom Teufel was hier kommt.

00:26:26: Das ist so etwas, was ich mit großer Sorge beobachte, weil das Menschen in ein sehr enges Weltbild reintreibt Sie auch belastet.

00:26:38: Nichts ist, wo sie vielleicht Unterstützung brauchen oder wo sie mal mit anderen Menschen drüber reden müssen sondern was vom Teufel kommt und das ist wirklich gefährlich so.

00:26:44: es gibt Videos auf Social Media mit hunderttausenden an Likes wo Menschen sagen ja wenn du zum Beispiel eine S-Störung hast dann kommt es vom Teufe und du brauchst eine Dämonenaustreibung.

00:26:54: Und dass ist wirklich einfach hochgefährlich.

00:26:56: und ich glaube das dürfen wir nicht ignorieren Und dürfen das auch nicht kleinreden, sondern müssen es sehr ernst nehmen.

00:27:03: Dazu passt ganz gut ein Kommentar des Theologen Oliver Winsek den ich gerade gelesen habe.

00:27:08: Da war er von einer gefährlichen Tiktokisierung so nennt der das das Glaubens vor selbst berufenden Christfluencern die immer stärker religiöse Inhalte im Netz dominieren und sowohl theologische Tiefe als auch Expertise vermissen lassen ist.

00:27:21: Ist das was du meinst?

00:27:22: Weiß ich nicht genau weil ich erst ja nicht grundsätzlich etwas gegen TikTok habe sondern ich glaube, dass TikTok also unter generell digitale Kulturräume eine ganz große Chance haben.

00:27:33: Weil da Menschen eben auch dieses Weltbild was eben nicht dualistisch ist, auch vermittelt bekommen können.

00:27:38: Aber

00:27:38: da würde ich auch gerne mal einhaken weil du hast das ja auch gerade beschrieben schwarz oder weiß?

00:27:42: Ja oder nein gut oder schlecht?

00:27:44: Das ist ja natürlich was bei Social Media auch gut trendet, weil natürlich Social Media per se ganz kurz in der Form ist Verknappt, vereinfacht.

00:27:54: Haben's da diese Leute die solche Positionen vertreten viel einfacher als Leute, die einen differenzierten Blick vermitteln wollen?

00:28:01: Ich glaube, einfacher wahrscheinlich schon.

00:28:04: Weil der Algorithmus auf Social Media so funktioniert, dass das Ziel des Algorithmos ist es Menschen möglichst lange auf der Plattform zu halten, auf der wir gerade drauf sind.

00:28:13: und es funktioniert sehr gut durch Überraschungen dadurch wenn einfache Lösungen angeboten werden für Probleme.

00:28:18: Das sind Dinge die ich glaube ein dualistisches Weltbild spielt dem in die Karten herein.

00:28:24: Gleichzeitig ist es aber nicht unmöglich etwas auch dagegenzusetzen Und ich glaube auch gar nicht, dass man stark verkürzen muss.

00:28:30: Das was man machen muss ist elementarisieren das was wir jetzt im Theologiestudium ja ganz viel lernen weil man an allen möglichen Orten egal wo wir über unseren Glaubens sprechen muss man zielgruppengerecht handeln und den Glauben elementarisieren.

00:28:43: Und das ist eben auch, was wir auf TikTok machen oder auf Instagram machen und das funktioniert gut ohne zu verkürzen.

00:28:50: man kann Dinge auch in drei Minuten theologisch basiert sagen Das ist möglich dass es nicht leicht aber das ist möglich.

00:28:55: so ein bisschen muss man natürlich das game mitspielen Aber man kann das machen ohne was an wissenschaftlicher redlichkeit zu verlieren.

00:29:02: und das ist glaube ich da ist steckt eine ganz große chance digitalen kulturräumen weil da wissen an menschen weitergegeben werden kann die sonst dieses Wissen nicht reinkommen würden weil es einfach ihrem Umfeld keine Quellen dafür gibt.

00:29:13: Und das ist sowas, wo ich immer gerne auch dafür ermutigen möchte da digitale Kulturräume nicht so abzuschreiben weil sie sind jetzt nun mal einfach auch da und ein Großteil der jungen Menschen bekommt einen ganz großen Teil ihrer religiösen Bildung über TikTok, über Instagram lassen wissen alle die in Gemeinden unterwegs sind oder generell mit jungen menschen arbeiten.

00:29:32: Und ich glaube, es ist einfach wichtig, dass wir da sind und dass wir auch nicht so drauf herabschauen auf diese Räume.

00:29:38: Weil es sind relevante Lebensräume für junge Menschen.

00:29:41: Ich glaube, das ist ein Fehler, die mit so'n bisschen Herablassung anzuschauen.

00:29:45: Ist denn dann das was du, was ihr macht?

00:29:48: Auch der Versuch, das Netz eben nicht diesen radikalisierten Religiösen zu überlassen, sondern zu sagen hey... Ja

00:29:54: absolut!

00:29:55: Genau.

00:29:55: Einfach zu sagen, es gibt eine Alternative und dazu sein und damit auch einen Beitrag für den demokratischen Diskurs in digitalen Räumen zu leisten.

00:30:05: Ich glaube, wir dürfen die digitale Räume nicht populistinnen überlassen sei das religiöse oder politische Populistinnen sondern ich glaube es ist wichtig diesen Ort als demokratischem Diskurs zurückzuerobern und dass es möglich.

00:30:17: Aber ich glaube, dafür müssen wir uns manchmal auch noch mal alle ein bisschen mehr motivieren und sagen es ist ein Raum der relevant ist unter dem wir da sein müssen.

00:30:27: Und den wir deswegen auch irgendwie anfangen müssen, denen zu verstehen.

00:30:31: Du hast ja gerade schon gesagt also es ist möglich in ganz großer Zeit viel zu vermitteln.

00:30:34: trotzdem komme ich nochmal darauf zurück weil ich finde es gibt einfach Themen die sind so schwer komplexe und wenn dann doch der Kontext wegfallen muss einfach weil das Format das fordert dann fällt er doch ganz viel unter den Tisch.

00:30:47: Findest du das gar nicht problematisch?

00:30:48: Naja, also in jeder Form der Verkündigung so.

00:30:51: Wenn man zehn Minuten predigt, fällt auch was unter den Tisch.

00:30:53: Wenn ich im Rallye Unterricht in der Grundschule sitze, fällt etwas unter den Tischen.

00:30:57: Also es gibt... Ich meine, ich bin ein katholische Theologin so, ne?

00:31:00: Also ich sitz natürlich immer da und denke ja, das muss man jetzt noch mal von der anderen Seite betrachten Und ganz so einfach kann man das jetzt auch alles nicht sagen.

00:31:06: Erstmal kann man dafür ja auch mehrere Videos machen.

00:31:08: Das ist ja auch möglich!

00:31:08: Und man kann auch das Ja ins Wort bringen und sagen, ich stelle euch hier eine Möglichkeit vor, dass zu verstehen.

00:31:13: Es gibt aber auch andere.

00:31:14: Das ist alles möglich auf Social Media, die sind auch nicht dumm.

00:31:18: Also es ist schon ja auch möglich mit denen zu sprechen und Dinge irgendwie auch da klarzumachen.

00:31:23: Ich will überhaupt nicht kleinreden, dass es natürlich auch Risiken von digitalen Kulturräumen gibt.

00:31:28: Also ich glaube auch, dass wir digitale Kulturräume... Wir müssen da Menschen, die unterwegs sind und gerade natürlich Kinder und junge Menschen, aber Erwachsene auch sein.

00:31:36: wie ehrlich!

00:31:36: Die sind auch anfällig für Fake News.

00:31:38: Natürlich müssen wir sie auch schützen.

00:31:39: so gar keine Frage.

00:31:40: Es muss eine gute Ausgewogenheit zwischen Schutz- und Teilhabe geben.

00:31:43: Aber ich würde wirklich an uns alle appellieren wollen und ich nehme mich da auch selbst nicht raus, weil natürlich kann mir das auch mal passieren an uns alle appellieren wollen zu sagen die digitale Kulturräume sind echte Kulturäume es sind Lebensrealitäten in denen wir die stattfinden.

00:31:57: Die ganz viele Vorteile haben aber halt auch Nachteile haben.

00:32:00: und ich glaube ich sehe unsere Verantwortung als Menschen die eine demokratische Gesellschaft mitgestalten wollen auch da zu sein.

00:32:07: Du hast ja eben schon gesagt der WDKJ gegen ein pauschales Social Media-Verbot.

00:32:12: Ein, wie es z.B.

00:32:13: Australien für untersehsteinig verengt hat, wie das hier auch diskutiert wird.

00:32:17: Kannst du noch mal in zwei oder drei Sätzen sagen warum?

00:32:20: Weil

00:32:21: wir glauben dass ist nicht das Richtige ist junge Menschen durch einen Verbot aus ihrer Lebensrealität zu explodieren sondern dass eben junge Menschen ist ja immer die Frage, wo man das Alter ansetzt.

00:32:34: Kinder oder Jugendliche auch ein Recht daran haben an diesen Diskursen, die in digitalem Kulturraum stattfinden und teilzuhaben.

00:32:41: Gleichzeitig haben sie aber auch einen Recht darauf, dass sie geschützt werden.

00:32:45: Und deswegen braucht es natürlich eine Form von Regulation.

00:32:48: Es braucht Druck auf die Plattformen zum Beispiel auch die suchtmachenden Mechanismen einzugrenzen.

00:32:53: Es braucht eine Umsetzung des aktuellen Rechtses was wir auch in Deutschland haben.

00:32:58: Das braucht Regulierung von Hate Speech, das braucht Regulerung allem, was da irgendwie auch passiert an Drogen und auch an Fake News.

00:33:05: Aber das ist eine Aufgabe die wir auch gesamtgesellschaftlich leisten müssen.

00:33:09: und wo es einfach nicht das Richtige sein kann zu sagen junge Menschen werden davon ausgeschlossen.

00:33:14: weil was passiert dann auch wenn jetzt junge Menschen ausgeschlossene werden zum Beispiel von digitalen Kulturräumen Dann ist ja all die Gefahren, die da stattfinden immer noch da.

00:33:26: Die sind dann nicht auf einmal weg.

00:33:28: und deswegen glaubt es, das braucht auch eine gute Medienpädagogik.

00:33:30: Es braucht dass wir als ganze Gesellschaft uns damit auseinandersetzen.

00:33:33: was macht eigentlich digitale Kulturräume mit uns?

00:33:36: Wie verändert das die Art und Weise wie wir leben und kommunizieren und wie können wir das positiv und demokratisch gestalten?

00:33:41: Du sagst es ja, wir müssen einerseits schützen.

00:33:44: Andererseits dürfen wir auch ermöglichen mit Medienkompetenz.

00:33:48: Richtiges Stichwort aber ... Ja!

00:33:50: Wie macht man das?

00:33:51: Wie kriegt man das wirklich hin, dass Kinder das lernen von Anfang an.

00:33:54: Ja

00:33:55: also ich bin jetzt keine Medienpädagogin so ne?

00:33:57: Ich kann da die irgendwie auch den Beschluss ... Den wir ja als Jugendverband... Also den jungen Menschen für sich beschlossen haben, denen wir da jetzt vertreten, den vertrete ich und ich glaube es braucht er tatsächlich als ganze Gesellschaften aus einer Sitzung mit.

00:34:08: Wir brauchen gutes Material dafür wie auch Eltern begleitet werden können Dass sie eben auch ihre Kinder, die Menschen mit denen Sie da unterwegs sind, auch so als ganze Familie wie sie da einfach eine gute Ausgewogenheit finden, wie man vielleicht auch trainiert das Handy immer mal wegzulegen.

00:34:23: Es ist gut auch immer wieder Zeiten zu haben wo wir das Handy weglägen.

00:34:25: Wie man trainiert dann auf Social Media zu sein und vielleicht ein Gefühl dazu zu bekommen.

00:34:30: ist die Geschichte die mir da gerade erzählt wird eigentlich echt?

00:34:32: oder es stimmt dass stimmt das nicht.

00:34:34: Und das Gleiche braucht es dann aber auch im Kindergarten am besten schon.

00:34:38: Dass Menschen darüber sprechen, nicht dass man auf TikTok mit den Kindern hängt sondern dass es einfach auch darüber gesprochen wird was ist das eigentlich?

00:34:46: Was schauen sich eure Eltern da an?

00:34:48: weil die Kinder merken ja dass auch die Eltern irgendwie am Handy sind dass man drüber spricht und dann eben auch in der Schule beständig immer kindgerecht altersgerecht über das Nicht so tut als wäre das kein Teil unseres Lebens weil's ist Teil unsres Lebens und wir müssen lernen damit gut umzugehen.

00:35:02: Du

00:35:02: hast ja jetzt gerade gesagt, es tut ja immer ganz gut das Smartphone auch komplett wegzulegen.

00:35:06: Du hast von deinen Exerzitien gesprochen und da bist du ja dann digital komplett raus.

00:35:11: Aber jetzt mal ganz ehrlich wie schnell wirst du nervös wenn dein Smartphone nicht in der Nähe ist?

00:35:15: Ja, ganz schnell!

00:35:16: Also ist ja klar.

00:35:17: Ich glaube deswegen habe ich das hier schon so oft gesagt.

00:35:20: Das ist wirklich eine Herausforderung die wir als ganze Gesellschaft haben.

00:35:23: Und natürlich möchte ich das auch bei mir.

00:35:24: Ich muss das auch trainieren, das Handy immer weit zu tun... die Instagram und TikTok sperrt auf meinem Handy.

00:35:30: Und wenn ich das öffnen möchte, dann muss ich Matter-Aufgaben lösen.

00:35:32: Funktioniert gut wirklich!

00:35:35: Natürlich ist es so was, was auch bei mir anfängt.

00:35:41: Ich merke dass das auch bei jungen Menschen natürlich anfängt, die das aber gerne wollen.

00:35:44: Es gibt ja einen Bedarf dafür immer wieder Zeiten zu haben wo wir einfach auch nicht mal nicht erreichbar sind, sondern nur den Moment wie jetzt wir beide hier.

00:35:54: Jetzt ist es ein Podcast und mein Handy liegt da drüben.

00:35:56: Jetzt bin ich ganz entspannt!

00:35:57: Und wo wir irgendwie auch Gespräche führen ohne dass wir auf Social Media sind aber dann gibt's halt immer wieder Zeiten wo wir auf social media sind und das ist dann auch gut und ich glaube wir müssen da wirklich eine Ausgewogenheit finden.

00:36:07: Du sagst ja auch Wir sollten bitte schön das analoge und das digitale nicht so gegeneinander ausspielen.

00:36:13: In welchem Verhältnis sollten die denn deiner Mann nun nach zueinander stehen wenn wir noch einmal auf den Glauben zurückkommen?

00:36:19: Ja,

00:36:20: ich glaube da gilt auch das Gleiche.

00:36:21: Also das eine tun und das andere nicht lassen.

00:36:23: Digitale Kulturräume sind einfach Orte an denen alles passiert was auch im Analogen passiert aber natürlich in anderen Formen und deswegen glaube ich dass Religiosität auch stattfinden sollte weil warum nicht?

00:36:33: Ich glaube es ist ein Ort an dem ganz viele Menschen ganz viel Zeit verbringen und ich als Person die davon überzeugt bin dass das Glaube Religiosität, eine ganz große Bereicherung für das Leben von Menschen sein kann.

00:36:46: Ich glaube dass wir da eben auch deswegen auf Social Media auch von unserem Glauben erzählen sollten einerseits um diesen großen Reichtum der das für ein Leben bieten kann auch darzustellen andererseits um eben auch Menschen dafür zu schützen in spürtel missbräuchlicher Gemeinschaften zu sein und zu bleiben.

00:37:02: Und ich glaube, es ist ja so ... Wenn ich jetzt sagen müsste was unsere Aufgabe als Kirche ist.

00:37:07: Dann würde ich sagen, unsere Aufgabe ist das Küche am Reich Gottes mitzugestalten.

00:37:11: D.h.,

00:37:11: ein einer Welt zu gestalten in der alle Menschen frei leben können und an der Menschen ihr volles Potenzial entfalten können.

00:37:20: Ich glaube, dass sollten wir an jedem Ort tun, an dem wir sind.

00:37:24: Und wenn wir auf Social Media sind, dann sollten wir das auch da tun.

00:37:26: In all den unterschiedlichen Formen die's da gibt.

00:37:28: Es tut mir leid, dass ich schon wieder drauf rum hake.

00:37:31: Ja, aber es gibt ja viele Leute sagen Social Media macht uns gerade nicht frei und indem sie uns süchtig machen.

00:37:39: Du hast das auch schon gesagt wir müssen da gucken.

00:37:42: Aber die Gefahr ist wirklich dass Kinder und Jugendliche dann in so virtuelle Welten abdriften und gar kein reales Leben mehr haben.

00:37:51: Wie siehst du das?

00:37:52: Und grade jetzt wieder mit Blick auf Religiosität und Glauben!

00:37:54: Also

00:37:55: ich glaube, wir müssen eben da gut drauf schauen.

00:37:57: über was sprechen wir jetzt eigentlich.

00:37:59: Natürlich kann es in Formen wie... Ich weiß auch gerade nicht ganz genau, auf was du anspielst.

00:38:05: Natürlich kann es eine Abhängigkeit von Gaming geben oder sowas Aber gleichzeitig ist Gaming etwas wo ganz viel Potenzial drinsteckt.

00:38:12: Es gibt ja auch Jugendarbeit die im Gaming-Bereich stattfindet.

00:38:15: Also es gibt da natürlich... Können digitale Kulturen immer wie sehr viele von den Dingen, von denen wir machen können die problematisch werden.

00:38:22: Also das sind religiöse Themen ja auch so So.

00:38:23: also es ist in fast allem was wir tun.

00:38:26: Das ist auch gefährlich für einen ganzen Sportszone.

00:38:28: ich kann eine Sportabhängigkeit bekommen und dann ist das super gefährlich Aber kein Sport zu machen wäre auch nicht gut.

00:38:34: Also ich glaube, wir müssen das akzeptieren als Teil unserer Realität und dann schauen wie können wir das gesund gestalten?

00:38:40: Eine Balance finden!

00:38:42: Mein großer Punkt war tatsächlich dieses... verdrängt dann am Ende das digitale, das echte Leben.

00:38:47: Und ist das nicht gerade für junge Leute die dann vielleicht ganze Welt kennen?

00:38:50: Aber nur virtuell ... Das ist

00:38:52: jetzt eine dystopische Idee über die wir sprechen und die dystopische Idee dass wir nur noch alle alleine in einem Raum drin sitzen und digital miteinander reden.

00:39:02: es glaube ich keine erschremenswerte dem würde ich zustimmen.

00:39:05: aber es ist eine dystophische Idee die grade nichts stattfindet und deswegen finde ich das so als Argument anzubringen immer ein bisschen schwierig weil eben, also das ist ja gerade nicht der Fall.

00:39:16: Sondern der Fall ist wir haben ein analoges Leben, junge Menschen gehen zur Schule, gehen in Sportvereine, wir haben viele Menschen im Sportverein engagieren sich in Parteien, engagieren sie sich in Jugendverbänden, engagiert sich in der Klimapolitik an so vielen Orten und sind in digitalen Räumen.

00:39:31: Und ich glaube, wir können jungen Menschen auch zutrauen dass sie das auch schaffen und dass wir sie zwar natürlich die Schutz- und Begleitung brauchen aber dass Sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen können und wir können sie dabei unterstützen.

00:39:45: Aber ich glaube Wir dürfen auch darauf vertrauen Dass sie da eine gute Ausgewogenheit finden und möchte da irgendwie auch nochmal betonen Das es wirklich viele Menschen gibt Die weit über zwanzig sind, die da sehr anfällig für sind Sucht und abhängig machenden Mechanismen in digitalem Kulturraum reinfallen.

00:40:03: Und über die sprechen wir nie, ich würde da gerne ermutigen wollen dass wir jungen Menschen vertrauen können das sie ihr Leben gestalten können.

00:40:11: Diese

00:40:11: Fragen nach Digitalisierung, digitaler Teilhabe sind ja... immer eng verknüpft auch mit ganz wichtigen politischen Fragen.

00:40:18: Und gerade im Moment, das erleben wir jeden Tag in Europa und Amerika wo Populisten unsere Demokratie wirklich im Bedrängnis bringen.

00:40:27: Populist auf dem Vormarschen die bedienen sich natürlich dieser Mechanismen.

00:40:31: Die weltweite digitale Struktur liegt immer noch in den Händen einiger weniger Tech-Militäre.

00:40:37: sind das jetzt auch Fragen, die ihr mit den jungen Leuten bespricht?

00:40:41: absolut.

00:40:42: Also in dem Schluss, den wir gefasst haben gibt es auch einen Absatz der betont dass das freie soziale Medien braucht so also dass wir soziale medien brauchen die auch unabhängig sind von den tech-milliardären die du gerade genannt hast.

00:40:54: Das ist eine forderung wo ich auch mir erhofft und auch erwarten würde dass auch unsere politik damit reingeht uns zu sagen Es gibt einen großen bedarf an digitalen kulturräumen an digitalem austauschplattform und es gibt ja auf freie medien.

00:41:07: So Die sind im moment noch nicht so populär Und Ich glaube dass es etwas, wo also jede einzelne Person sich auch immer wieder selbst hinterfragen kann.

00:41:15: Welche digitalen Kulturräume fördere ich eigentlich durch meinen Aufenthalt?

00:41:19: Da kann ich mich nicht rausnehmen und gleichzeitig ist es aber glaube ich super wichtig das auch immer in die Politik einzubringen und zu sagen wir brauchen da tatsächlich einfach eine Investition und Unterstützung von freien digitalen Medien.

00:41:32: Ich wollte eigentlich mit dir auch noch groß über KI sprechen.

00:41:35: Das können wir jetzt nur noch ganz kurz anschneiden, das ist ja wirklich eins der heißen Themen.

00:41:39: moment künstliche Intelligenz wird unsere Leben revolutionieren sagen vieles sind Einschnitt wie die Erfindung des Buchdrucks des Films.

00:41:48: teilst du diese Einschätzung dass uns da wirklich so eine zivilisatorische Wende bevorsteht

00:41:53: also dass sich unsere Gesellschaft durch KI verändert, das glaube ich gar keine Frage.

00:41:57: Das ist ja auch jetzt schon so.

00:41:58: KI ist nicht mehr aufhaltbar, die ist einfach da und ich glaube wir müssen damit arbeiten.

00:42:03: Und dass es auch etwas... Also wo?

00:42:05: ich glaube Wir müssen uns als Gesellschaft ganz aktiv damit auseinandersetzen was wollen wir?

00:42:09: Was wollen wir nicht?

00:42:10: Ich persönlich möchte keine Bücher von KI lesen!

00:42:13: Ich persönlich will gerne Bücher vom Menschenlesen sondern ich möchte gerne, dass KI dazu beiträgt, dass Dinge barrierearmer werden.

00:42:20: Dass Menschen in allen möglichen Dingen Barrieren haben von KI unterstützt werden, dass sie schneller Dinge lernen können.

00:42:26: Dass sie ihnen Dinge vorliest, dass die Rechtschreibung korrigiert und in der Medizin angewandt wird.

00:42:31: Ich möchte gerne, dass KI dazu beiträgt, eine bessere Gesellschaft gestalten oder eine barriereärmere Gesellschaft zu gestalten aber möchte eigentlich gerne Kunst von Menschen konsumieren.

00:42:42: Da würden wir jetzt ganz viele zustimmen.

00:42:43: es gibt ja noch einen Punkt nämlich was das wieder und da seid ihr als BDKJ auch im Spiel.

00:42:48: Was heißt das für ganz junge Leute zum Beispiel wenn die vieles gar nicht mal richtig lernen?

00:42:53: Selbst Texte schreiben

00:42:54: z.B.,

00:42:54: weil es viel schneller geht, wenn die KI das macht.

00:42:58: Wie positioniert ihr euch da?

00:42:59: Seid ihr dabei!

00:43:00: Also wir haben aktuell von BDKHRT keinen Beschluss dazu.

00:43:03: Das heißt, dass ist einfach nur meine persönliche Meinung, die ich jeder so auch von mir gebe.

00:43:07: Wir haben das auf dem Schirm und einen digitalpolitischen Ausschuss von jungen Menschen.

00:43:12: und also befasst sich natürlich auch damit.

00:43:14: Und wir haben das da eben auch auf dem Schirm, dass wir natürlich auch dazu einen Beschluss fassen sollten.

00:43:18: Den haben wir jetzt gerade noch nicht.

00:43:20: ich ganz persönlich glaube, dass es eigentlich ähnlich ist wie die Antwort, die ich eben schon gegeben habe, dass ich glaube, auch da kann KI unterstützen.

00:43:28: Ich glaube, es kann auch Texte geben.

00:43:30: Da muss ich jetzt keine dreißig Minuten rein investieren um irgendwie die perfekte Falte E-Mail zu schreiben.

00:43:35: Da kann mir KI helfen.

00:43:36: aber gleichzeitig ist es glaube ich ein essentielles Werkzeug was wir alle lernen sollten auch in der Schule eigene Texte und eigene Gedanken zu formulieren.

00:43:45: Der BDKJ galt immer und tut das immer noch als sehr politisch, auch als sehr kirchenpolitisch?

00:43:52: Was steht da gerade ganz oben auf eurer Agenda

00:43:55: Jetzt im kirchenpolitischen Rahmen.

00:43:56: Wir sind damit befasst auch zu schauen, wie kann der Synodale Weg weitergehen?

00:44:02: Von uns aus dem Bundesvorstand, mein Kollege Volker möchte auch gerne da in die Sondarkonferenz, dieses Jahr gibt es auch gerne reingeweilt werden und dass wir uns dann natürlich mit auseinander schätzen, wie können Kirche immer Synodaler werden?

00:44:15: Wie kann Kirche diese Synodalität, die sie da in Deutschland gerade trainiert auf weltkirchlicher Ebene einbringen?

00:44:23: Und wir haben natürlich also die Forderung von einer Ehe, auch für Menschen gleich ein Geschlechtes.

00:44:28: Von das Frauen und auch nicht binäre Personen auch eine Weih erhalten können so.

00:44:34: Also das sind natürlich Forderungen, die wir dauerhaft haben, aber gerade jetzt ja auch leider nicht direkt anstehen.

00:44:40: Deswegen sind es.

00:44:41: aber eben beschäftigen uns auch köchenpolitisch da so Themen.

00:44:44: wie können wir auch der Vereinahmung von Rechtspopulisten von Religisität etwas entgegensetzen?

00:44:49: Du bist die geistliche Leiterin und damit auch zuständig für die Spiritualität.

00:44:54: Klar, du hast es schon mal gesagt.

00:44:57: aber vielleicht noch einmal auf den Punkt in welchem Verhältnis siehst du jetzt politisches Engagement politisch im weitesten Sinne ja unter spirituelle?

00:45:04: das Gott suchen dass bei Gott sein

00:45:07: ist ist für mich etwas Was ist nicht möglich, das gegeneinander auszuspielen?

00:45:11: Sondern es kommt beides aus der gleichen Überzeugung heraus.

00:45:14: Und ich glaube, es fließt beides ineinander über weil die politischen Überzeugungen, die wir haben kommen aus unseren spirituellen Überzeugungs aus dem Christentum raus und die politische Arbeit, die wer machen isst auch etwas spirituelles.

00:45:28: also Wir sind ja in der katholischen Kirche, wir haben ja die Grundvollzüge der kirche und dass einbringen für andere Also die diakonische Arbeit Das der Einsatz für eine bessere Gesellschaft Teil unserer Spirtualität.

00:45:39: Also es ist ja nicht so als gelbes politische Arbeit und sprituelle Arbeit in der katholischen Kirche, sondern es kommt beides aus der Überzeugung heraus dass wir uns als Christinnen einerseits mit unserem Glauben und unsere Spirtalität auseinandersetzen und diese dann aber übergeht in einen Einsatz für andere.

00:46:00: Dieser, wir könnten stundenlang weiterreden.

00:46:02: Können wir leider nicht, weil unsere Zeit beschränkt ist aber bevor diese Zeit jetzt hier bei Himmelklar.

00:46:08: zu Ende geht auch an dich die Frage, die wir allen unseren Gästen stellen was gibt dir ganz persönlich Hoffnung?

00:46:14: Mir

00:46:15: gibt Hoffnungen.

00:46:17: ich würde das gerne beantworten mit einer Person aus der Bibel die meine Lieblingsperson ist.

00:46:24: Das ist die Königin Esther.

00:46:25: Vielleicht kennt ihr diese, seine etwas unbekannte Person.

00:46:28: Die befindet sich in... Es ist eine ganz lange Geschichte.

00:46:31: es lohnt sich die zu lesen.

00:46:32: aber es gibt da eine Situation in der Esther vor der Frage steht, schützt sie sich selbst?

00:46:37: und bleibt in Sicherheit, aber riskiert damit das ganz viele andere Menschen verletzt werden?

00:46:43: oder riskiert sie ihre eigene Sicherheit setzt ihre Privilegien ein.

00:46:47: Und hat aber damit die Chance dass sie ihr Volk retten kann.

00:46:51: Da sagt jemand zu ihr es da.

00:46:53: vielleicht wurdest du genau für diesen Moment gerade geschaffen?

00:46:56: Vielleicht bist Du genau für den Moment hier.

00:46:58: Und dieser Satz gibt mir Hoffnung, weil ich glaube dass wir alle genau das haben was wir brauchen um uns für eine gerechte Gesellschaft einzusetzen.

00:47:07: Dass wir den Geist Gottes in uns haben und gemeinsam uns engagieren können für eine Welt, in der alle Menschen frei leben können.

00:47:15: Lisa Quarch war das die Theologin ist seit Anfang des Jahres geistliche Leiterin beim medikajot.

00:47:20: was das heißt was sie da macht und noch so alles vor hat auch darüber haben wir hier gesprochen.

00:47:24: ganz vielen dank dafür liebe lisa für deine zeit für deine gedanken und alles gute dir

00:47:29: sehr gerne.

00:47:29: vielen Dank für die einladung.

00:47:31: Ja und an alle, die zugehört haben.

00:47:33: Wenn euch diese Folge von Himmelklage fallen hat, empfehlt sie gerne weiter.

00:47:36: Abonniert uns gern wenn ihr Kritik habt, dass Sie auch gerne wissen ich bin Hilde Regeniton Lissakis.

00:47:41: Tschüss bis zum nächsten

00:47:43: Mal!

00:47:47: Was hat die Kirche uns heute noch zu sagen?

00:47:51: Viel Wichtiges und Banales Trauriges und Lustiges.

00:47:56: Wir reden mit den Menschen die im Mittelpunkt kirchlichen Geschehens stehen.

00:48:00: Im Podcast Himmelklar Gibt's überall, wo es Podcasts gibt auf domradio.de und jetzt im Domradio Hörfunkprogramm!

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