#306 Bettina Berens - Ex-Fußballerin, Ex-Ordensfrau, Gottsucherin
Shownotes
Ihr Leben war immer Bewegung, im Wortsinn genauso wie im übertragenen Sinn: Bettina Berens hat schon in der Frauen-Fußballbundesliga gekickt, als das noch ziemlich exotisch war. 1996 aber beendete eine Verletzung früh ihre Karriere. Mit damals gerade einmal 28 Jahren stürzte sie zunächst in ein Loch und wurde dann Ordensfrau. Als Missionarin vom kostbaren Blut lebte und arbeitete sie in Südafrika, Kanada und den Niederlanden. Fußball spielte sie so gut es ging weiter, vor allem auch um Zugang zu Menschen zu finden, zuletzt mit Migrantenkindern in ihrer aktuellen Heimatstadt Mönchengladbach. Warum sie den Orden in diesem Frühjahr verlassen hat und Gott jetzt an anderen Orten sucht, erzählt Bettina Berens in der neuen Folge von Himmelklar.
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00:00:06: Ich glaube, meinen Antrieben und meine Motivation war immer
00:00:10: das zu tun
00:00:11: was mich näher zu dem hinbringt.
00:00:14: Was ich gefunden habe.
00:00:15: Und zwar mein Vater in Gott im Himmel!
00:00:18: Ich war irgendwo mit der Energie und den Sinn und in allen Schwierigkeiten auch das Ordensleben so bringt oder diese Veränderungen in neue Länder zu gehen.
00:00:31: War es aber so dass sich durch all diesen einzelnen Schritte Erfahrungen merkte, dass die Liebe in mir zu Gott und den Menschen weckt.
00:00:39: Und wenn ich jetzt wieder auf Talent gehe ... Ich glaube schon da sich auch ein Talent für Gott habe!
00:00:46: Ich glaube, wenn du einen Kind ohne Vater im Prinzip aufwächst... Da ist eine ganz tiefe Sehnsucht nach diesem Vater.
00:00:52: Die wird immer bleiben und plötzlich hat diese Sehntür in mir das Gegenüber Gott.
00:01:00: Herzlich willkommen zu Himmelklar, euer katholischen Podcast.
00:01:03: Während in Kanadao, Mexiko und den USA gerade die größte und längste Fußballwm aller
00:01:08: Zeiten läuft
00:01:09: haben wir heute für euch eine katholische Fußballexpertin ins Studio geholt.
00:01:14: Bettina Behrens war Fußball-Bundesligerspielerin.
00:01:17: Sie ist auch einmal für die deutsche Damen Nationalmannschaft angetreten.
00:01:22: Nachdem sie verletzungsbedingt ihre vielversprechende Fußballkarriere beenden musste ist sie dann Ordensfrau geworden.
00:01:29: aus gesundheitlichen Gründen Peter wieder ausgetreten, dann wieder eingetreten und jetzt hat sie vor wenigen Monaten ihren Orden die Missionsschwestern vom Heiligen Blut wieder verlassen.
00:01:40: Um Gott außerhalb des Klosters zu suchen und ihm zu dienen.
00:01:43: das tut sie jetzt beim Sozialdienst katholischer Männer beim SKM.
00:01:46: Bettina Behrenst-Teul dass Sie da sind um uns ihre Geschichte zu erzählen.
00:01:50: Ja, vielen Dank für die Einladung.
00:01:51: Ich freue mich auch!
00:01:52: Sie mussten schon nineteenhundertsechsundneunzig mit dem Fußball als Bundesligaspielerin aufhören weil ihre Sprungengelenken nicht mehr mitgespielt haben.
00:02:00: Wie wichtig ist Ihnen den Fußball heute noch?
00:02:02: Ich spiele immerhin und wieder mit Kindern.
00:02:05: das macht mir sehr viel Freude.
00:02:07: ich merke aber immer wieder dass ich auch immer denke Mein Körper kann mehr, also noch wirklich kann.
00:02:12: Ich bin doch mittlerweile auch etwas in die Jahre gekommen und ja da fällt das nicht mehr ganz so leicht.
00:02:18: aber ich verfolge natürlich den Fußball am Fernseher oder auch in den Medien.
00:02:23: Wie ist es jetzt?
00:02:24: Werden wir gerade Fußball WM?
00:02:26: sind Sie da die ganze Zeit mit dabei?
00:02:27: Schauen sich ganz viele Spiele an.
00:02:29: Es geht ja natürlich aufgrund von Zeitverschiebung.
00:02:32: Arbeit ist nicht ganz so möglich, aber was ich mir anschauen kann, das schaue ich mir auch an und natürlich verfolge ich unsere Mannschaften.
00:02:40: es gibt auch einige anderen Mannschaft in den Ländern, in denen ich auch lebte die ich dann verfolgen wie Kanada oder die Niederlande.
00:02:46: Österreich sind wir doch vertraut oder Südafrika auch und da bin ich dann noch mit dem Herzen dabei.
00:02:52: Im
00:02:52: Vorfeld speziell dieser WM Nagabs.
00:02:55: Viel Kritik, viel zu groß für viele Fans.
00:02:58: Viel zu teuer Trump-Festspiele dank eines ja speichelleckenden FIFA-Chefs in Fantino.
00:03:04: Russland nicht zugelassen der Iran schon ein internationales Sportfest vor dem Hintergrund der migrantenfeindlichen US Außenpolitik?
00:03:13: und sehen Sie diese FußballwM auch etwas kritisch?
00:03:17: Ja besonders
00:03:18: unter den Gedanken der Fairness der ja im Sport doch immer besonders im Fußball hochgehalten wird.
00:03:25: Und ich finde, dass leider doch das Finanzielle im Vordergrund steht und nicht der Fairness-Gedanke ist.
00:03:34: Der Fußball ist kommerziell geworden.
00:03:36: Andererseits hat der Fußball und zwar auch dieser kommerzielle internationale Fußball ja auch ganz viel Verbindendes.
00:03:43: Warum eigentlich?
00:03:43: Was macht den Fußball so zum Grenzüberwinder?
00:03:47: Ich glaube einfach, weil man
00:03:48: für einen Fußball nicht viel braucht.
00:03:50: Ich selbst bin auch Straßenfußballerin.
00:03:52: Man braucht einfach nur etwas was rollt und man braucht ein bisschen Platz.
00:03:56: ansonsten kann man einfach überall Fußball spielen.
00:03:58: und ich glaube das ist auch so etwas wo jeder in einer gewissen Weise in Berührung kommen, wo Grenzen gesprengt
00:04:05: werden auf der Straße.
00:04:07: wenn ich jemandem begegne Und der spielt Fußball,
00:04:10: er kann das oder hat Interesse wird gekickt und da wird sich nicht über etwas anderes
00:04:14: unterhalten.
00:04:15: Ich
00:04:15: finde das so.
00:04:16: das großartige am Fußball auch
00:04:18: jetzt die Fan-Märche oder wenn man
00:04:21: die Norweger sieht mit ihrem Rudern... Also es ist immer sehr
00:04:26: ... also
00:04:27: die Fantasie!
00:04:29: hat da freien Lauf.
00:04:30: Jetzt kommen wir wirklich mal zu Ihnen, Sie sind in der Eifel aufgewachsen und in der Nähe von Bitburg und für sie als Kind und Jugendliche war der Fußball viel mehr als einfach nur im Ballsport.
00:04:40: Wie?
00:04:40: Und wann haben Sie denn eigentlich angefangen zu kicken?
00:04:43: Ich habe eben schon einmal gesagt ich bin Straßenfußballerin und so auf dem Dorf war viel Platz.
00:04:48: Zu meiner Zeit gab es auch nicht ganz so viele Autos.
00:04:51: Es sind einige
00:04:51: Klarscheiben zu Bruch gegangen aber das Es wurde immer, mein Stiefvater war Schreiner.
00:04:56: Der konnte es dann relativ
00:04:58: leicht
00:04:58: reparieren.
00:04:59: aber
00:04:59: ich hab einfach mit den Jungs Fußball gespielt und ich denke da war so dieses ...
00:05:03: auch in der
00:05:04: Schule schon sehr sportlich
00:05:05: aktiv im Besten mit Ball
00:05:08: jede Form ob Hände oder Füße Und das war einfach das Talent.
00:05:12: Das müssen wir sagen dass Mädchen und Frauen durchaus auch Fußball spielen können.
00:05:16: das war damals jetzt reden wir von den siebziger-achtziger Jahren durchaus noch nicht in den Köpfen angekommen.
00:05:25: Sie aber hatten immerhin ein nahes Vorbild, nämlich ihre Patentante?
00:05:29: Ja meine Patentannte war also ich nenne mich immer... Ich bin die zweite Gruppe der Pionierinnen.
00:05:33: Also wir durften schon Fußball spielen, aber es ist schon erlaubt!
00:05:37: Meine Patentant hat auch Fußball gespielt und sage ich mal so die erste Gruppe von Pionieren, die sich erst einmal erkämpfen musste überhaupt Fußball spielen zu dürfen.
00:05:46: Und natürlich wurden wir belächelt.
00:05:48: Oder es war immer, du bist doch ein Mädchen.
00:05:50: Ich bin noch kein Fußball und es waren schon viele
00:05:54: Vorteile.".
00:05:55: Aber davon haben sie sich wirklich nicht abschrecken lassen.
00:05:57: Und ganz wichtig, für ihre sportliche Laufbahn wurde dann ihr Mathe- und Sportlehrer.
00:06:01: Der hat nämlich ihr Talent erkannt und auch gefördert.
00:06:04: Was hat der gemacht?
00:06:05: Zu meiner Zeit hatten Lehrer noch echt Autorität.
00:06:08: Ich wollte schon vorher Fußball spielen und war bei Musikverein.
00:06:12: Meine Eltern sagten, man kann nur eins richtig machen was machst du wenn du Sonntag Fußball spielen musst und Musik geht nur eins?
00:06:18: und dann durfte ich nicht.
00:06:19: Irgendwann hat sich mein Mathelehrar ... Und Sportlehrer eingeschaltet, hat mit meiner Mutter geredet.
00:06:25: Am Ort der Schule war eine Damenmannschaft und dann durfte ich endlich das machen, was ich von Herzen
00:06:31: wollte.".
00:06:31: Was hat Ihnen damals so außerordentlich gut am Fußballspiel gefallen?
00:06:35: Was war das?
00:06:36: Ich glaube einfach auch erst mal ... Ich hatte schon Talent.
00:06:40: Ich war auch linksfuß.
00:06:41: Und linksfuße so viele gab es damals, also ich glaub nur weniger als heute.
00:06:47: Ich war dadurch auch bei den Jungs.
00:06:49: Ja, wenn ich gekommen bin haben die sich gefreut ... Das waren auch meine Freundinnen, die haben aber meistens im Gras gesessen und mit den Jungen gekickt.
00:06:57: Und der Fußball war natürlich auch etwas, wo einfach alles, was drum herum war, auch weg war.
00:07:04: Ich bin so in diesen Flow gekommen um das zu machen, was mir Freude macht und natürlich auch den Erfolg.
00:07:11: Und auch dadurch eine ... ja, und schon als Mädchen damals besonders standing zu haben.
00:07:16: Ich war nicht die, wenn gewählt wurde?
00:07:19: Ich war einer der Ersten, die für die Mannschaft gewählt wurden bei den Jungs.
00:07:23: Sie sagen auch immer gern, dass Fußball für sie damals so was war wie ein Ventil.
00:07:27: Um das zu verstehen müssen wir kurz erzählen, dass ihr Vater bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, als ihre Mutter gerade mit ihnen schwanger war.
00:07:34: Sie haben ihn also nie kennengelernt!
00:07:37: Dieser Schicksalsschlag hat sehr auf der Familie gelastet.
00:07:41: Und der Fußball, der hat Ihnen geholfen, damit klarzukommen?
00:07:44: Ja, der Fußball war halt.
00:07:46: auf der einen Seite Freude und meinen Talent einbringen.
00:07:50: Auf der anderen Seite war meine Mannschaft auch meine Familie.
00:07:54: Ich war damals die Jüngste.
00:07:56: In unserer Familie war es doch von Schwere- und Trauer auch.
00:08:00: Das lag immer irgendwie über uns ... Der Fußball war so etwas einfach ... im Kopf frei zu bekommen, Freude zu haben.
00:08:11: Zu feiern und zu gewinnen, Mitspielerin zu haben, die mich überall mitgenommen haben – selbst in Urlaub!
00:08:18: Viele große Schwestern, teilweise auch Mütter, ich weiß noch als das erste Mal vom Training nach Hause gekommen, sagte meine Mutter Wie war's denn?
00:08:28: Man muss sagen, ich war damals zu vierzehn, fünfzehn.
00:08:30: Da sag ich Mama, da waren so viele alte Frauen und die waren halt damals nur über dreißig.
00:08:35: Aber das waren für mich alte Frauen!
00:08:38: Ja tatsächlich haben Sie dann Karriere im Fußball gemacht.
00:08:42: Sie haben in einem Verein im Westerwald gespielt und sind dann schließlich Bundesligaspielerin geworden.
00:08:48: Das war damals ein bisschen anders als heute.
00:08:49: Das können sie kurz vielleicht mal erklären...
00:08:53: Damals war die Bundesliga zweigeteilt.
00:08:55: Also zuerst wurde der deutsche Meister noch in den einzelnen Landesliegen ausgetragen, also die Meister haben nachher den deutschen Meister ausgespielt und dann waren wir auch einmal im Finale gegen Bergisch-Klatbach damals die erfolgreichste Mannschaft.
00:09:09: In Deutschland haben das Finale leider verloren und danach wurden zwei klassige Bundesligare eingeführt.
00:09:15: es gab die Nord- und Süd.
00:09:17: Wir spielten in der Südliga, damals war Bayern München auch schon Teil der Bundesliga.
00:09:21: Und wir müssen eines ganz klar sagen, das war damals eben kein Profifußball in dem Sinn.
00:09:26: Sondern Sie haben es ehrenamtlich gemacht?
00:09:28: Ja, wir waren natürlich Amatürsportler würde man heute sagen.
00:09:33: Sportlerin!
00:09:36: Eine ganz wichtige Sache die auch kurios ist... Einmal im Nationaltrikot aufgelaufen.
00:09:43: In der Zeit war das ausgerechnet in Rom, ausgerechnet an Ostern.
00:09:48: Schon besonders, wenn wir dann auf ihren späteren Lebensweg als katholische Ordensfrau gucken.
00:09:53: Wie hat sich das damals für Sie angefühlt mit dabei zu sein bei diesem eins-zu-eins Deutschland gegen Italien?
00:09:58: Ja, ich muss sagen damals es war schon irgendwo auch sehr aufregend und ... Ich weiß noch bei der Nationalhymne da zu stehen.
00:10:06: Und in diesem Stadion, auf dem Platz, wo Deutschland zwei Jahre vorher Weltmeister wurde, und Franz Beckenbauer so ganz einsam über diesen Platz gegangen ist.
00:10:18: Das war dann schon ... ja, irgendwo ein Film, der dann auch ablief.
00:10:24: Es war an Ostern.
00:10:26: Wir sind auch damals ... wenn man das Kirchliche sieht, noch nicht so sehr religiös.
00:10:31: Und wir sind auch zum Obert Orbi gegangen und ich finde es klar spannend in der Rückschau zu sehen dass sich ausgerechnet das Länderspiel an dem Ort gemacht hab, wo ich nachher auch in anderer Funktion als Ordenschwester wieder war.
00:10:51: Sie waren damals gerade erst ... Wie schlimm war das?
00:11:04: Dieses abrupte Ende einer vielversprechenden Karriere?
00:11:07: Es ist danach schon
00:11:08: eine Lehre entstanden.
00:11:10: Man muss sich nur mal vorstellen... oder man macht was, was man mit voller Leidenschaft gemacht hat.
00:11:17: Ich
00:11:17: bin ein Jahr wirklich drei-, viermal eine Woche aus der Eifel in den Westerwald damals auch gefahren zum Training und es war irgendwo so der Fixpunkt in meinem Leben.
00:11:29: Und
00:11:29: zu sagen okay ich muss das jetzt beenden aufgrund einer Verletzung und ich muss sagen es war dann doch so dass sich sehr viel mit Schmerzen zu tun hat am Sprunggelenk Und von daher ist dann das aufführen leichter gefallen.
00:11:43: Also, dieser Akt zu sagen es geht nicht mehr, er ist leichtgefallen.
00:11:47: Aber was nicht so einfach war, war zu gucken.
00:11:49: okay wo jetzt?
00:11:50: mit der Begeisterung und der Leidenschaft, mit der Freude ja wo finde ich eine zweite Heimat?
00:11:55: Sie haben mir erzählt dass ohne den Fußball haben sie auch gesagt da war schon sowas wie ne Lücke auf jeden Fall in ihrem Leben um nicht vielleicht zu sein doch ne ziemlich große Lücke.
00:12:04: Und sie sind unter anderem dagegen angeradelt, haben viele Kilometer bergauf und runter abgerissen.
00:12:11: Haben gesucht was soll ich jetzt mit meinem Leben anfangen?
00:12:14: Und gesucht und gesucht.
00:12:15: Und lange erst mal gar nichts gefunden.
00:12:17: Was sie wieder mit einer solchen Leidenschaft hätte erfüllen können wie der Fußball.
00:12:21: Dann hatten Sie einen schweren Fahrtunfall ... Und eine folgenreiche Begegnung.
00:12:25: Sie haben nämlich nach vielen Jahren ihre alte Grundschulfreundin Regina wieder getroffen, was war da los?
00:12:30: Meine Schulfreunden ... Wir waren die Völker bei Queens in der Grundschule.
00:12:35: Wir haben beide die Leidenschaft für Pferde geteilt.
00:12:39: Ich
00:12:39: hatte Pferd.
00:12:40: Und so war Regina
00:12:42: schon im gewissen Sinne irgendwo sehr verbunden mit unseren Talenten und ich denke, dass Talente Menschen, Talente wollen gelebt werden.
00:12:52: Und Regina hat irgendetwas wieder in mir angesprochen.
00:12:56: Sie hat irgendwas in mir angeregt.
00:12:58: Es war irgendwie etwas wie ein
00:13:00: Feuer was wieder in mehr aufging.
00:13:03: ich wusste aber noch gar nicht wofür ich jetzt brannte und Regina ist in Missionen gewesen hat mir dann auch Bibeltexte geschickt.
00:13:13: sie war ordentlich
00:13:14: Frau.
00:13:17: So dieser Kontakt und diese Bibeltexte, mir war der Kontakt wichtig.
00:13:22: Von daher habe ich dann auch
00:13:23: diese
00:13:24: Texte gelesen.
00:13:25: Und angesprochen hat mich dann wirklich dieses Dialog Jesus mit Gott dem Vater
00:13:35: ins Gespräch kommen.
00:13:38: Ja, teilweise mit einer Intiamität.
00:13:42: Mit der Zärtlichkeit und wir haben eben drüber gesprochen dass mein Vater tödlich verunglückt ist.
00:13:47: Mein Vater ist durch einen Arbeitsunfall tödlig verunglügt Und ich denke damals hat man Kinder erzählt wie heute auch
00:13:53: vielleicht noch manchmal.
00:13:55: Dann war das im Himmel.
00:13:57: also Ich bin
00:13:58: aufgewachsen
00:13:59: mit einem vater im himmel und so war für mich schon immer diese Beziehung da einfach gegeben.
00:14:06: Das war was natürliches, dass da jemand ist der ... den man Vater nennt,
00:14:14: den ich Vater nannte, ähm, der aber nicht direkt greifbar ist.
00:14:20: Dass da irgendwas zwischen das da ein Gegenüber is, wo ich mir aber absolut klar war darüber weil er war ja mein Vater.
00:14:28: Dass mit ihm wäre alles besser gewesen und er wird nach mir schauen, er würde für mich sorgen
00:14:35: Er war für mich immer ein bisschen Schutzengel.
00:14:37: Wenn wir jetzt mal einen Schritt zurückgehen in diese Zeit, wo Regina da in Ihnen etwas entfacht hat ... Sie sagen gern ich bin im Fußball sozialisiert nicht in der Kirche.
00:14:46: aber damals haben sie auf einmal gemerkt Ich will mich jetzt aber Gott und dem Glauben geben.
00:14:50: Und sie haben eben auf der Suche nach einem passenden Orden eingefunden Wo sie sich besonders angesprochen gefühlt haben und das hat eben mit dieser Beziehung zum Vater im Himmel zu tun.
00:15:00: Vielleicht können Sie das noch mehr erklären, wie sie auf die Missionarinnen vom kostbaren Blut gestoßen sind?
00:15:05: Ja ich habe mir damals natürlich verschiedene Ordensgemeinschaften angeschaut und ich hatte eigentlich gar nicht vor in Orden zu gehen.
00:15:11: Ich merkte okay mit dieser neuen Erfahrung, mit dieser Begegnung dass das was ich jetzt mache war gut aber es passt nicht mehr.
00:15:20: Es ist nicht mehr meine Zukunft will etwas Neues in mir geschehen etwas neues in mir leben Und ich habe dann verschiedene Ortsgemeinschaften mir angeschaut und bin dann irgendwie gegen all meinen Prinzipien, weil ich immer eher Richtung Süden orientiert war nach einem Ort in Ost-Westfalen gefahren.
00:15:41: Ich bin dort ins Haus gekommen, hatte die ersten Gespräche und ich wusste, dass da was ist wo ich weiter nachgehen muss im eintauchen Orten mich mit dem Orten auch zu beschäftigen, den Orden kennenzulernen.
00:15:57: Ja war mir dann irgendwann klar, warum ich da war.
00:15:59: weil die Ordensgründerin eine ihrer Hauptsätze, ihre Motivation von ihr selbst heraus war Gott ist mein Vater und ich bin sein Kind.
00:16:11: Da war mir natürlich klar, wieso mich in diesem Orden bin.
00:16:13: Das ist heute noch so mein tägliches Empfinden.
00:16:18: Ich würde zwar nicht sagen, ich bin heute noch Kind In dem Sinn und trotzdem ist Gott mein Vater.
00:16:25: Gott ist Ihr Vater im Himmel, ihr leiblicher Vater ist auch Ihr Vater in der Himmel?
00:16:31: Das hat so was Doppeltes!
00:16:32: Ja ich muss ja sagen dass ich meinen Vater... Ich habe meinen Vater nie berührt, ich hab meinen Vater nicht kennengelernt.
00:16:38: also mein Vater ist für mich auch etwas das in diesem Sinn nicht für mich greifbar ist.
00:16:43: So wie wir Gott nicht greifen können.
00:16:44: deswegen kann ich auch nicht sagen ich würde die beiden jetzt so voneinander getrennt halten.
00:16:49: Manchmal kann man das verkomplizieren und dabei ist Glauben oft so einfach.
00:16:53: Jedenfalls war das für Sie damals so ein Aha-Erlebnis, dass sie gesagt haben ja ich mach' das jetzt!
00:16:59: Ich trete ein... Das ist ein drastischer Schritt und ich glaube viele in ihrem Umfeld fanden es auch nicht so richtig toll.
00:17:08: Wie war das damals?
00:17:09: Hatten Sie das Gefühl ich mache jetzt das Richtige?
00:17:11: Ich hatte damals noch nicht wirklich das Gefühl, dass ich das richtige
00:17:14: mache.
00:17:15: Ich wusste aber, ich muss dem nachgehen Ich muss schauen, ob das
00:17:18: das
00:17:18: Richtige ist.
00:17:19: Und ich habe damals schon wirklich einen trastikischen Schritt gemacht.
00:17:23: Ich hatte eine recht gute Arbeitsstelle und ich hatte eine schöne Wohnung.
00:17:28: Ich hat ein Wohnmobil und ich habe dann relativ ohne wirklich zu wissen, ob der Orden jetzt auf längere Zukunft hin für mich das Richtig ist, habe ich alles
00:17:39: gekündigt
00:17:40: und bin dann nur mit meinem Wohnmobile aufgebrochen.
00:17:44: Ich dachte, wenn es da nicht ist, fahre ich mit dem Wohnmobil durch die Welt bis ich das Richtige gefunden
00:17:49: habe.
00:17:49: Sie sind eingetreten und dann aber nach gar nicht so langer Zeit wieder aus?
00:17:56: Wie das war's doch nicht das Richtigste?
00:17:59: Ja, es war einfach so, dass ich damals ... Die Veränderung war schon sehr groß.
00:18:05: Also auch noch mal, ich hab ja vorher relativ viel Sport gemacht Es waren jetzt weniger Möglichkeiten, auch noch sportlich aktiv zu sein.
00:18:14: Ich habe dazu einen Bandscheimvorfall bekommen.
00:18:17: Dazu kamen also wie gesagt extreme Schmerzen und ich war plötzlich in einer Ordensgemeinschaft.
00:18:26: Noch nicht mal mehr in der Lage irgendwie mit einer Tätigkeit nachzugehen und ab sehr unter Schmerz gelitten.
00:18:32: Und es war einfach so dieser Druck von verschiedenen Seiten war zu groß, wo ich dann auch gesagt habe, also Druck den ich mir teilweise selbst gemacht habe.
00:18:43: Dass ich
00:18:44: gedacht hab okay dieser Druck hat auf meinen Rücken sich ausgewirkt.
00:18:49: und dann habe ich gedacht ok ich muss jetzt erstmal diesen Druck wieder aus dem Kessel lassen mal wieder ablassen.
00:18:56: und
00:18:57: ja und auch weil ich dann dachte ok ich
00:19:00: war am Anfang
00:19:01: der Überzeugung ich gehe einfach weg geht zurück in mein altes Leben.
00:19:04: und das wars dann.
00:19:06: Und das war's dann leider nicht.
00:19:07: Auf sie kam erst mal wirklich eine Zeit voller starker körperlicher Schmerzen zu und auch ne Zeit des Zweifelns, und ich kurze das jetzt sehr ab und fasse es zusammen!
00:19:18: Sie sind nach dieser Zeit wieder eingetreten.
00:19:22: Wie kamen das wiederum?
00:19:24: Ja, ich hatte zwei Rückoperationen wie gesagt.
00:19:27: Ich hatte ziemlich viel mit Schmerzens zu tun, hatte aber auch wieder einen neuen Job.
00:19:33: Wir haben in Luxemburg gearbeitet, bin dort jeden Tag zur Arbeit gefahren.
00:19:37: Und
00:19:38: ich denke ... ist aber auch eigentlich eine ganz schöne Arbeit.
00:19:41: und trotzdem saß ich immer
00:19:43: auf dem Rückweg im Auto
00:19:44: und hab gedacht, das ist
00:19:45: nicht mein Leben.
00:19:47: Das ist es nicht ne?
00:19:48: Es brannte immer wieder immer noch in mir dieses Verlangen
00:19:52: nach ja, nach dem Ordensleben.
00:19:55: Dann haben Sie's getan!
00:19:56: Sie sind wieder bei den Missionarinnen vom kostbaren Blut eingetreten waren dann viele Jahre lang nonne an ganz vielen unterschiedlichen Orten, in ganz unterschiedlichen Funktionen.
00:20:07: Auch sie waren in Südafrika zum Beispiel oder auch jetzt im WM Ausrichterland Kanada und in den Niederlanden.
00:20:14: Was hat Ihnen das Ordensleben in diesen Jahren gegeben?
00:20:17: Was war da so Ihr Antrieb, Ihre Motivation?
00:20:19: Ich glaube meinen Antrieben,
00:20:21: meine Motivion war immer das zu tun was mich näher zudem hinbringt, was ich gefunden habe.
00:20:28: Und zwar ... meinen Vater in Gott im Himmel.
00:20:33: Und ich war irgendwo ... was mit die Energie und den Sinn, und in allen Schwierigkeiten auch das Ordensleben so bringt oder diese Veränderungen in neue Länder zu gehen, war es aber so, dass sich durch all diese einzelnen Schritte Erfahrungen merkte, dass die Liebe in mir zu Gott und zu den Menschen weg.
00:20:58: Und wenn ich jetzt wieder auf Talent gehe, ich glaube schon da sich mein Talent zum Fußball und dass auch ein Talent, wenn man es mal so nimmt für Gott habe.
00:21:08: Es ist mir auch mitgegeben worden!
00:21:10: Ich glaube, wenn ein Kind ohne Vater in Prinzip aufwächst... Da ist eine ganz, ganz tiefe Sehnsucht nach diesem Vater.
00:21:17: die wird immer bleiben.
00:21:18: und plötzlich hatte diese Sehmsucht in mir das gegenüber Gott ja und ich bin auch weder nur dieser Sehtsucht gefolgt wie ich dir sehnsucht des Fußballs gefolgt bin, und dann ... ja, die Sehnsuchte nach Gott.
00:21:31: Und die Sehnsacht nach Gott?
00:21:32: Die hatte auch mit einem Einsatz für Menschen immer zu tun.
00:21:35: Ich weiß, dass Sie zum Beispiel im Gefängnis mal gearbeitet haben in verschiedenen Sozialprojekten.
00:21:40: Vielleicht haben sie ein Beispiel...
00:21:42: Ja,
00:21:42: ich denke mal, im Orden hab ich natürlich in vielen Projekten mitgearbeitet.
00:21:47: Wie gesagt, auch im Gefägendes mit Menschen.
00:21:50: Aber jetzt muss ich sagen, wo ich nicht mehr am Orden bin Es ist so, dass ich sage.
00:21:56: Ich habe
00:21:57: auch im Orden gerade in diesen tätigen Ländern meinen Talent für die Menschen entdeckt.
00:22:03: Dass ich glaube schon eine sehr große Gabe
00:22:07: habe mit Menschen
00:22:09: zu arbeiten.
00:22:10: und ich war jetzt vor Kurzem mit einem jungen Mann unterwegs.
00:22:14: Ich arbeite in der Wohnungslosenhilfe und es waren im Auto unterwegs.
00:22:17: Das war ziemlich schwierig, er hat kaum mit mir gesprochen Und ich habe einfach nur für mich die ganze Zeit im Auto gebetet.
00:22:24: Ich muss sagen, das gibt mir dann wirklich die nötige Ruhe und die Zuversicht und nimmt mit den Druck, dass ich jetzt alles für diesen Jungen
00:22:31: machen muss.
00:22:32: Da ist ein Gott!
00:22:33: Der ist für ihn verantwortlich.
00:22:34: Ich kann mir nur als Instrument dienen,
00:22:36: diesen jungen Mann dahin zu fahren und das andere überlasse ich
00:22:40: Gott.".
00:22:40: Auch das haben Sie dann über viele Jahre gelernt und vertieft?
00:22:45: Haben sie sich denn auch weiter in all diesen Jahren, die Sie da in verschiedenen Ländern unterwegs waren immer auch für Fußball interessiert, auch immer so ein bisschen gekickt.
00:22:52: wie war der?
00:22:52: Natürlich!
00:22:53: Also egal wo man isst ... der Fußball bringt einen sofort mit den Menschen in Kontakt.
00:22:59: also Ich hatte ja auch eine Ordnestracht an und ich bin jetzt nicht mehr ganz zu jung.
00:23:05: Für Menschen in anderen Ländern war ich dann doch schon teilweise für Kinder, eine alte Frau.
00:23:10: Da nimmt diese alte Frau den Ball und kann immer noch beidfüßig den Ball hochhalten.
00:23:15: Dann ging die Augen auf und ein Staunen kam.
00:23:19: Und da waren eigentlich alle Dämme gebrochen!
00:23:23: Also, sie glaub ich immer noch so einer der einfachsten Wege überall anzukommen und gerade auch mit Kindern Jugendlichen in Kontakt zu kommen.
00:23:33: Also ich will auch nicht unerwähnt lassen, dass sie in den Niederlanden im Einsatz waren.
00:23:37: Und dann sind sie schließlich auch an den Niedereien gekommen, wo sie heute noch sind nach Mönchengladbach haben dort in der Gemeinde gearbeitet und dann in einem Integrationsprojekt für Kinder mit Migrationshintergrund.
00:23:49: Das passt jetzt total gut zu dem was Sie gerade schon gesagt haben.
00:23:52: da hat Ihnen der Fußball nämlich unheimlich geholfen diese Jungen und Mädchen überhaupt zu erreichen.
00:23:57: Was kann Fußball was Worte nicht können?
00:24:00: Fußball
00:24:00: kann
00:24:01: sprachliche Barrieren
00:24:02: überwinden.
00:24:04: Also beim Fußball gibt's, ich glaube manchmal sagt man überall wird gesagt Leo wenn
00:24:08: man einfach den
00:24:09: Ball durchlassen soll?
00:24:12: Die Sprache ist im Fußball nicht wichtig.
00:24:15: die Regeln sind auf der ganzen Welt die gleichen egal wo man Fußball spielt.
00:24:19: es gibt überall Wenn Menschen aus anderen Ländern kommen.
00:24:23: sie kommen in eine Kultur wo es völlig andere Regeln gibt.
00:24:27: aber beim Fußball gibts die gleichen Regeln In Syrien Fußball spielen im Irak, ob in Amerika oder Niederland
00:24:34: oder Deutschland.
00:24:36: Die Regeln sind die gleichen.
00:24:37: also es braucht nicht viel an Kommunikation um einfach miteinander Freude zu haben den Gedanken von Fairness auch
00:24:47: zu leben
00:24:47: und in diesem Wert ist man dann verbunden miteinander.
00:24:50: Sie
00:24:50: haben das gerade schon gesagt, sie sind dann auch immer mal wieder in Ordnestracht am Ball gewesen.
00:24:54: Da gibt es ganz lustige Fotos von ihnen wie sie so mit flatternder Ordnstracht und fliegen im Schleier da elegant her dribbeln.
00:25:02: Haben die beiden Leidenschaften ihres Lebens zusammengespielt?
00:25:07: In Fußball und das Leben für und mit Gott?
00:25:10: Ich möchte gar nicht so sehr Dinge voneinander trennen weil es geht eigentlich sagen ja auch der Glaube oder zu Gott ist in eine Einheit zu kommen.
00:25:20: Und mir hatte mal eine ganz schlaue Ordenschwester, die ich immer noch sehr, sehr schätze gesagt habe.
00:25:26: Wenn Gott dich beruft damit deinem ganzen
00:25:28: Leben und
00:25:30: Gott nutzt auch mein Talent mit Fußball um Menschen erreichen zu können.
00:25:37: Über Fußball und Religion ist ja ... schon viel geschrieben worden.
00:25:42: Der berühmte Fußballgott rauf und runter zitiert von Fromm-Fußballstars, die Kruzifixe tragen und sich bekreuzigen.
00:25:50: Zuletzt gab es jetzt zum Auftakt dieser WM die Szene wie deutsche Nationalspieler sich so spontan zum Gebetskreis formiert haben.
00:25:58: Was löst das bei Ihnen aus?
00:26:00: Diese ja in beiden Welten zu Hause waren und auch immer noch sind.
00:26:04: Ja, es macht mich schon auch immer wieder ein bisschen stolz ... zu sehen, dass so der Fußball doch eine Gemeinschaft auch ist.
00:26:16: Und wie sie eben so sagten im Kreis zum Gebet.
00:26:21: das waren Spieler also von beiden Mannschaften die sich da zum gebet getroffen haben und dann merkt man ja einfach, dass es viel mehr ist als nur Fußball.
00:26:31: Sie selbst sind als Fußball begeisterte Ordensfrau von den Medien irgendwann entdeckt worden.
00:26:37: Und immer, wenn eine Europäer oder Weltmasterschaft anstand, dann waren sie natürlich ne gefragte Gesprächspartnerin und sie haben dann immer wieder auch gesagt mein Leben ist Bewegung.
00:26:48: Bewegungen im Wortsinn aber auch im übertragenen Sinn in Sinne von geistiger Bewegung, von Weiterentwicklung, von nicht stehenbleiben.
00:26:57: Inwiefern is das so?
00:26:59: Das Leben als Bewegung.
00:27:01: Ja, ich glaub ...
00:27:03: das Christentum.
00:27:03: oder wer ist Christen?
00:27:04: Oder überhaupt
00:27:05: als Menschen?
00:27:06: Aber ich hab
00:27:07: das mal
00:27:08: in Thesen und Büchern gelesen schon aus dem frühen Christenturm, dass wir zum Wachsen berufen sind.
00:27:17: Also es ist ein ganz wichtiger Bestandteil unseres Lebens zu wachsen.
00:27:22: Und ich glaube, das Wachstum braucht Erfahrungen.
00:27:25: Wachstem brauchen positive Erfahrungen Wachstum braucht negativer Erfahrung.
00:27:30: Es ist gut, wenn ein ausgeglichener Mix ist aus dem ich lernen kann.
00:27:35: Ich hatte ziemlich schwer auch das es damals mit einem Bandscheibenvorfall war und ich eine Operation hatte und meine Eltern dachten oder und meine Schwester jetzt muss ihr jetzt langsam wieder gucken wie
00:27:44: du
00:27:45: an Arbeit und alles und so.
00:27:47: Und ich sag dich bin krank ne?
00:27:49: Das einzige was ich machen kann ist durch die Gegend laufen nicht zu Hause sitzen sondern mich bewegen rausgehen, bewegen.
00:27:56: Und gerade dann in dieser Bewegung ist mir jemand begegnet die mir da eine Wohnung gegeben hat, die mir eine Arbeitsstelle
00:28:01: gegeben hat
00:28:03: und so denke ich würde jetzt mal das erweitern.
00:28:06: mein Leben ist Bewegung und Begegnung.
00:28:09: Bewegung & Begegnung.
00:28:11: und wenn wir jetzt noch einmal bei dieser Idee von Bewegung nicht stehen bleiben Veränderungen Erfahrungen sammeln bleiben.
00:28:19: Seit ein paar Monaten haben Sie sich wieder von etwas wegbewegt.
00:28:23: Sie sind, haben wir schon gesagt ausgetreten zum zweiten Mal.
00:28:26: auch das ist ja ein krasser Schritt.
00:28:29: Warum suchen sie Gott heute lieber wieder außerhalb der Ordensgemeinschaft?
00:28:33: Also ich muss noch sagen Ich bin meiner Ordens Gemeinschaft
00:28:36: dankbar und
00:28:37: ich bin auch froh dass wir das wirklich
00:28:39: in einem guten Miteinander auch
00:28:42: Ja durch zwei Jahre
00:28:44: Entscheidungsfindung
00:28:45: Auch dann zu diesem Entschluss gekommen werden.
00:28:47: Und wer haben es so formuliert?
00:28:49: meine Vorgesetzten und ich, dass sich meine
00:28:52: Werte jetzt außerhalb des Ordens besser
00:28:55: leben kann.
00:28:57: Ich glaube, ich bin vom Grunde hier ein sehr freier Mensch.
00:29:00: Und
00:29:00: teilweise auch ein sehr
00:29:01: spontaner ...
00:29:03: ja nicht nur teilweise, aber sehr schnell.
00:29:06: Ein Journalist sagte mal, ich hab im Fußball den Vater gefunden, im Glauben Gott oder im Orden Gott.
00:29:16: Und ich glaube, dass ich jetzt so in meiner Arbeit die Freiheit habe, diese Dinge zu verbinden.
00:29:22: Ich arbeite jetzt mit wirklich sehr verletzlichen Menschen, wohnungslosen Menschen, Obdachlosen und Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen.
00:29:34: Und ich glaube, dass ich ohne all dieser Erfahrung nicht so ... diese Energie und das Herz ... Ich wär dafür nicht vorbereitet.
00:29:43: Aber ich fühle mich jetzt dafür vorbereitet.
00:29:48: Also Sie arbeiten jetzt für den Sozialdienst katholischer Männer, speziell für Menschen wirklich am extremen Rand unserer Gesellschaft.
00:29:56: Vielleicht erzählen Sie mal was machen sie da?
00:29:58: Sie haben erzählt von dem jungen Mann mit dem Sie im Auto unterwegs waren zum Beispiel?
00:30:03: Ja zum einen arbeite ich in einem Café wo wir ab zehn Uhr kommen
00:30:09: Menschen von der Straße, Menschen aber
00:30:11: auch die wirklich zwar eine Wohnung
00:30:13: haben.
00:30:13: Aber nicht sonst viel zum Leben.
00:30:15: Die
00:30:15: kommen zum Kaffee trinken oder zum Frühstück und dann machen wir halt sehr, sehr viel Beratung.
00:30:21: Wir versuchen, die Sachen mit Krankenkassen zu regeln, mit dem Jobcenter zu regelen.
00:30:27: Wir haben Projekte wo wir Menschen auch eine Wohnung geben und Menschen dann in dieser Wohnung begleiten.
00:30:34: Es gibt wirklich immer wieder Menschen für eine Zeit lang ganz ohne irgendwelche Sozial- und Sozialunterstützung leben müssen, weil es nicht alleine diesen
00:30:47: formellen
00:30:48: Teil nicht allein machen können.
00:30:51: Und wir versuchen mit allem dem was Menschen dann kommen die Menschen zu unterstützen wenigstens wieder an den grundsätzlichen Dingen teilhaben zu können.
00:31:02: Wie erfüllend ist das jetzt für Sie?
00:31:05: Es ist immer wieder sehr frustrierend auch Also ich sage oft Erwartungen.
00:31:11: Wir sollten nicht damit Erwartung reingehen, es ist schön wenn wir in kleinen Schritten was schaffen Wenn wir mit kleinen Schritte etwas erreichen können Wenn wir den Menschen auch teilweise wirklich wieder ein bisschen würde
00:31:24: geben
00:31:25: Wenn wir die Menschen einfach nur indem dass wir sie sehen das eine Tür für sie öffnen und Nicht nur die Tür draußen sondern auch die Türen unserem Herzen Dass er sich ernst genommen fühlen dass Menschen wissen, okay da ist doch irgendwo eine Stelle wo ich hin kann.
00:31:44: Und ich finde das dann so die kleinen Erfolge.
00:31:47: und da lerne ich im Moment auch noch weil ich ja eigentlich schnell bin und dieses Ganze und ich im momentso lerne
00:31:53: ok Bettina
00:31:55: es geht ein Schritt
00:31:56: nach
00:31:57: vorne es gibt mal wieder zwei Schritte zurück
00:32:01: aber
00:32:02: dabei bleiben.
00:32:04: Wir sagen oft, die Menschen, die zu uns kommen haben oft im System so viel Negatives erlebt.
00:32:12: Wo das System auch oft an Grenzen gestoßen sind und wo das System teilweise versagt hat.
00:32:18: Weil wir reden bei unseren Besuchern oft von Menschen, denen wirklich krank sind.
00:32:23: Also ein Mensch lebt nicht freiwillig
00:32:24: auf der Straße.
00:32:27: Und zu sagen aber, wir lassen sie nicht fallen.
00:32:30: Wir bleiben da!
00:32:31: Wie ist das?
00:32:31: Erzählen Sie denen auch von sich.
00:32:33: Wissen die zum Beispiel, dass sie Ex-Bundesliga-Fußballerin sind?
00:32:38: Ja in ganz wenigen Fällen.
00:32:41: also manche
00:32:42: glaub ich wissen es aber die wenigsten.
00:32:44: Also es ist auch da.
00:32:45: auch glaube ich... Das ist das Schöne!
00:32:48: Ich glaube nicht, dass das da jemand interessiert.
00:32:50: bei diesen Menschen geht oft.
00:32:53: manche wird vielleicht interessieren und so Aber es geht ja da sowieso sehr um existenzielle Dinge So, so ganz existenzielle Dinge.
00:33:02: Das finde ich auch manchmal das Schöne.
00:33:04: Es fand ja im Gefängnis eigentlich eine schöne Aufgabe.
00:33:07: Man ist
00:33:08: beim Wesentlichen
00:33:09: angekommen.
00:33:10: Kommen wir noch mal auf Sie.
00:33:11: heute sind sie also ex Bundesliga-Fußballerin, ex einmalige Nationalspielerin und jetzt zweifache Ex Ordensfrau sage ich jetzt ganz bewusst ein bisschen plakativ.
00:33:22: Jetzt könnte man ja sagen oh Lauter, abgebrochene Laufbahnen.
00:33:26: Fühlt sich das für sie so an?
00:33:27: oder würden Sie sagen, nee?
00:33:29: Das ist eigentlich eher eine Weiterentwicklung.
00:33:31: Es ist für mich absolut ne Weiterentwirkung, weil mein tiefstes Sehnsuch des Gott.
00:33:36: Und ich muss sagen, ich hab mal in einer schwierigen Zeit, als ich wirklich nicht mehr wusste was ist richtig und falsch.
00:33:42: Da habe ich für
00:33:43: mich die innerliche Gewissheit
00:33:45: gehabt.
00:33:46: Alles,
00:33:47: was mich näher zu Gott und dem Menschen
00:33:49: bringt, ist richtig!
00:33:51: Und ich glaube einfach, dass wir manchmal Abschnitte in unserem Leben haben.
00:33:56: Fußball
00:33:56: kann man nicht ewig spielen.
00:33:57: Fußball hat einfach so eine Zeit.
00:34:00: Es gibt viele Ex-Fußballer.
00:34:02: Ordensleben war immer so ja das ist für ewig.
00:34:05: trotzdem glaube ich auch den Mut zu haben und zu sagen okay
00:34:09: danke dem Orden!
00:34:10: Ich habe durch den Orden zu Gott näher gefunden.
00:34:13: Ich habe auch durch den orten gelernt was es heißt sozial tätig zu sein.
00:34:20: Jetzt
00:34:20: habe ich aber die größere Freiheit, um ... außerhalb des Ordens.
00:34:26: Weil auch die Orden im Moment in einem großen Wandel sind.
00:34:30: Wir haben nicht mehr diese
00:34:31: Gemeinschaften, in denen wir leben
00:34:33: können und das war ja auch ein Grund, dass wir jetzt dort, wo ich bin, in München-Klatbach hatten eine Gemeinsschaft
00:34:39: mit, wir haben das Haus
00:34:40: verkauft.
00:34:41: Und so sind mittlerweile viele Ordenschwestern, die eigentlich auch mittlerweile alleine leben.
00:34:49: Dann ist es, also für mich dann besser zu sagen okay ich gehe aus dem Orden raus.
00:34:54: Ich lebe für mich und bin frei das zu tun was ich denke tun zu müssen.
00:35:00: Ich wollte sie eigentlich fragen ob Sie's denn für denkbar halten?
00:35:03: Sie sind einmal schon wieder eingetreten.
00:35:05: Dass Sie irgendwann das wieder anders sehen und doch wieder eintreten?
00:35:09: Also im Moment geht das in der katholischen Kirche nicht.
00:35:12: Also zweimal wieder einteiten geht nicht!
00:35:14: Ja doch
00:35:14: so schön.
00:35:15: aber ich hatte beim ersten
00:35:16: mal dass
00:35:16: man noch eine Ordensausbildung
00:35:18: Und jetzt hatte ich doch ewige Gelübte.
00:35:22: Ja, die werden dann vom Papst aufgelöst.
00:35:26: Man wird
00:35:26: befreit von der Einhaltung
00:35:28: der Gelüpte
00:35:29: und man kann also nicht noch mal
00:35:32: ewige gelübter
00:35:33: ablegen.
00:35:34: Die Wahrscheinlichkeit ist da nicht mehr so groß!
00:35:37: Ich würde sagen, die Wege des Herrn sind wirklich unergründlich was natürlich auch für den Fußball gilt.
00:35:42: Da sind wir schon wieder beim Fußball.
00:35:45: Unter den Profis der Deutschen Nationalelf schätzen Sie besonders einen gewissen jungen Mann mit Migrationsgeschichte, nämlich Jamai Musiala.
00:35:52: Was mögen sie so an dem?
00:35:53: was beeindruckt sie?
00:35:55: Ja zum Einen wir also auch wirklich als junger Fußballspieler dann zu Bayern gekommen ist.
00:36:04: er hat sich dann dazu entschieden für Deutschland zu spielen hätte ja auch für England spielen können.
00:36:10: ich denke Ich muss sagen, ich mag sein Lächeln und natürlich seine Begabung, seinen Talent sich zu bewegen.
00:36:28: Und ich muss sagen momentan leide ich ein bisschen mit ihm weil er einfach nach dieser schweren Verletzung einen ziemlich harten Weg hat schon irgendwo noch nicht wieder zu dieser Stärke gefunden hat, die er hatte.
00:36:49: Auf jeden Fall können wir auch noch was anderes feststellen nämlich dass die Deutsche Elf deutlich diverser geworden ist als noch vor ein paar Jahren.
00:36:57: Musiala es ein Beispiel aber da sind dann auch noch so Leute wie Dennis Unlaw oder Antonio Rüdiger und noch eine ganze Reihe andere.
00:37:03: Glauben Sie, dass die auch das Zeug haben Mutmacherfiguren zu sein?
00:37:08: Also so eine Art Roll-Models für kinderjugendliche junge Menschen, die auch eine Migrationsgeschichte haben.
00:37:15: Natürlich!
00:37:17: Ich glaube es zeigt eigentlich ... Die deutschen
00:37:20: Nationalmannschaft zeigt die Vielfalt, die
00:37:23: wir in unserer Kultur
00:37:24: haben.
00:37:25: Es spiegelt auf dem Feld in elf
00:37:27: Personen
00:37:29: und wenn man den ganzen Kader nimmt in sechsundzwanzig oder wie
00:37:32: viele das sind wieder wie wir auch in Deutschland leben.
00:37:37: Und es ist einfach ein neues Normal
00:37:44: geworden.".
00:37:45: Jetzt können wir ja schon sein, dass Deutschland sich in der ersten Phase der Weltmeisterschaft, der Gruppenphase ziemlich gut geschlagen hatte bis zuletzt dann die Niederlage gegen Ecuador kamen.
00:37:55: Spekulieren Sie mal für uns?
00:37:57: Was würden sie sagen?
00:37:58: Wie geht's weiter für
00:37:58: Deutschland?".
00:37:59: Ja, ich glaube und das habe ich nicht erst nach dem letzten Spiel gegen Ecuador gedacht.
00:38:06: Wir gehören sicherlich im Moment nicht mehr zur Weltspitze Und es ist natürlich wenn Florian wirds und Jamal Musiala bei alter Stärke wären.
00:38:16: Ich glaube schon dass wir auch gute Chancen hätten weiterzukommen.
00:38:21: Im Moment ist es eher so dass ich denke wir müssen uns auch damit abfinden als Deutschland, dass wir ja vielleicht nur noch mittelmaß sind und was uns vielleicht auch von der Tradition her schwerfällt.
00:38:34: Es ist natürlich alles möglich es kann irgendwann der Durchbruch kommen dann ist das aber eher glaube ich auch in meinen Augen etwas was sich dann entwickelt.
00:38:46: Aber ich glaube wenn ich jetzt andere Nationen schaue die sind uns voraus Und wie Spanien, Frankreich, Argentinien.
00:38:55: Ich glaube mittlerweile auch die Niederlande, Engeland und dann kommt ein großes Feld wo jetzt mittlerweile viele Länder dazugekommen sind, die man früher noch wirklich als kleine Nationen oder als kleinen Nationen geholten, die jetzt dadurch auch uns näher gerückt sind.
00:39:14: Da ist natürlich immer wieder eine Überraschung möglich.
00:39:17: aber ich... Ich hoffe, wenn wir das vierte Finale erreichen, glaub ich wäre das schon eine gute Sache.
00:39:24: Wem drücken Sie noch besonders die Daumen?
00:39:27: Welchem Land ich noch besonders daumend drücke?
00:39:30: Das ist schon ... Es ist natürlich, ich hab in Kanada gelebt, aber Kanada wird jetzt wahrscheinlich nicht so die Chancen haben.
00:39:40: Ich mag Frankreich.
00:39:42: Also, da sind schon ein paar Fußballer, die ich besonders auch ... den Oli See, wo ich schon da auch denke, das war ein toller Fußballer.
00:39:55: Ich mag aber auch die Niederlande.
00:39:58: Also zu den Niederländern und ich habe irgendwo ... hat jemand eine These aufgestellt?
00:40:03: Der meinte, der Niederlands wird Weltmeister!
00:40:06: Und ich glaube, wir haben auch ne gute Chance.
00:40:08: Die Nieder lande hat schon eine sehr gute Mannschaft.
00:40:10: Wir werden es bald erfahren.
00:40:14: Unsere Zeit hier bei Himmel klar geht jetzt so langsam zu Ende Und deshalb möchte ich Ihnen zum Schluss noch die Frage stellen, die wir allen unseren Gästen an dieser Stelle stellen.
00:40:21: Nämlich was gibt Ihnen persönlich Hoffnung?
00:40:25: Mir gibt Hoffnung dass wir wirklich einen Gott haben und das Ja-Gott-Einheit ist.
00:40:32: Ich glaube einfach, dass in vielen Menschen eine tiefe Sehnsucht auch nach Gott ist und im Endeffekt bei all diesen Katastrophen, bei allem auch etwas Schweres immer jemand größer ist als es Gott.
00:40:47: Bettina Behrens war das.
00:40:48: Ehemalige Fußball-Bundesligerspielerin und ehemaliger Ordensfrau, dass erst seit kurzem im Frühjahr dieses
00:40:54: Jahres
00:40:55: hat sie ihren Orden die Missionarinnen vom kostbaren Blut verlassen und widmen ihr Leben Gott und den Menschen jetzt wieder außerhalb der Klostermauern.
00:41:03: Aktuell macht sie das beim Sozialdienst katholischer Männer.
00:41:06: Frau Behrenst toll, dass Sie da waren!
00:41:08: Vielen Dank für die Einblicke
00:41:09: in Ihr Leben
00:41:10: und in Ihre Gedankenwelt.
00:41:12: Danke sehr gerne
00:41:13: Und bei allen, die zugehört haben bedanke ich mich auch.
00:41:15: Wenn es euch gefallen hat, abonniert uns gerne, empfehlt uns weiter!
00:41:18: Ihr wisst ja Himmeltlar gibt's bei Davos Podcasts und über Kritik freuen wir uns am meisten über Konstruktive.
00:41:25: Ich bin Hilde Regenita und sag Tschüss bis zum nächsten
00:41:28: Mal.
00:41:32: Was hat die Kirche uns heute noch zu sagen?
00:41:36: Viel Wichtiges und Banales Trauriges und Lustiges.
00:41:40: Wir reden mit den Menschen, die im Mittelpunkt kirchlichen Geschehens stehen Im Podcast Himmel klar, Himmelklar.
00:41:48: Der katholische
00:41:49: Podcast gibt's überall wo es Podcasts gibt auf domradio.de und jetzt im Domradio-Hürfungprogramm.
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